Leckere Drinks und bunte Lichter bei Sharlie Cheen in Mitte

© Daliah Hoffmann

Nein, in der Bar am Rosenthaler Platz laufen die Barkeeper und Kellner nicht in den kurzärmligen Bowlinghemden rum, wie sie Mr. Sheen in "Two and a half men" trägt. Die Liebe zu Hochprozentigem in Form von Whiskey, Gin und Wodka ist aber mindesten genau so groß und leidenschaftlich wie bei der Skandalnudel aus Hollywood. Während es draußen noch hell ist und die Abendsonne den Fernsehturm in eine riesige Diskokugel verwandelt, ist es in der Sharlie Chef Bar dunkel und gemütlich. Schwarz gestrichene Wände, dunkle Möbel und indirektes Licht sorgen für eine schummerige Stimmung. An der Decke hängt ein echter Eyecatcher. Die Konstruktion erinnert mich an Honigwaben und leuchtet in allen Farben des Regenbogens.

Neben der coolen Lichtinstallation, die individuell für die Bar angefertigt wurde, gibt's hier auch Kunst an den Wänden. Die Berliner Klebebande haben fleißig getaped und in der Sharlie Cheen ihre einzige Festkonstruktion der Stadt hinterlassen. Die temporäre Fotoausstellung zeigt Fotos von Chris Schmidt.

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Wenn man die Bar schon nach einem Seriencharakter nennt, wieso spielt man dann mit der Schreibweise? "Wir haben damals einen Namen für die Bar gesucht, der den Lebensstil einer Bar repräsentiert.", erzählt Marius. Er ist seit Tag Eins mit an Board und kennt Dustin, dem die Bar gehört, schon seit acht Jahren. "Wir wollten dem Ganzen dann aber einen Twist geben und haben deswegen den Namen 'umgebaut'. So ist ein neuer Charakter entstanden und genau so ist auch die Getränkekarte aufgebaut. Hinter jedem Drink steht eine kleine Geschichte, was dieser fiktive Charakter erlebt hat und wie die Drinks zustande gekommen sind." Die Kreationen haben dann Namen wie Thyme to Kill oder Gin Gin Ginger.

Bis so ein Drink auf die Karte kommt, dauert es natürlich. "Erst wird im Cocktailbuch und Internet recherchiert und rumgesponnen. Wenn wir was Konkretes im Kopf haben, treffen wir uns – mit allen Produkten und Zutaten im Gepäck – und fangen an zu experimentieren.", erklärt Marius mir den Prozess. Wie das bei Bars und Restaurants häufig der Fall ist, war auch im Sharlie Cheen am Anfang die Karte viel umfangreicher. Man muss schauen, was gut ankommt und diese Drinks dann perfektionieren. Cocktails, die nicht gut laufen, gibt man den Laufpass.

Im Sharlie Cheen kommen nicht nur hochwertige Spirituose ins Glas, auch die Zutaten sind gut und fast immer hausgemacht. Infusionen werden hier selbst hergestellt, Sirupe unter der Woche eingekocht, die Eiswürfel sind dank Hoshizaki-Eismaschine perfekt und für Mojitos und Co. werden jede Woche vier bis fünf Kilo frische Minze verbraucht. Neben Beeren, Zitronen und Co. werden hier auch Bacon und andere Lebensmittel verarbeitet und zwar nicht als Snacks, sondern für die Drinks. Mit Fatwash werden die Geschmacksträger, die im Fett sind, in die Spirituosen gebracht. "Um einen Whiskey mit Bacon-Geschmack zu bekommen, muss man den Bourbon mit Backfett vermengen, einfrieren und dann das Fett abschöpfen.", erklärt Marius. Neben Drinks gibt's heute auch noch eine spannende Exkursion zum Thema "Cocktails-Mischen" bei Mr. Cheen.

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Aufgrund der Lage sitzen hier oft Touristen an der Bar oder weiter hinten in den Lounge-Couche-Kuschelecken. Aber auch viele Berliner kommen zum "Wochenende einleuten" oder "Feierabend zelebrieren" zu Sharlie Cheen. Moscow Mule, Mojitos und House-Classics gehen am häufigsten über den Tresen. Aber auch die Signature-Drinks, wie der Kefir Lime Infusion mit Wodka und Gingerbeer, kommen bei den Gästen gut an. "Es sind vor allem Drinks, die man gut in einer Runde oder zu weit über den Abend hinweg trinken kann." Ich entscheide mich für den Gin Basil Smash. Dafür kommen Tanqueray, frischer Zitronensaft, Sirup und Basilikum. Schmeckt nach Sommer, davon könnte ich glatt zwei trinken.

Wie sich das für eine gute Bar gehört, können Gäste die Entscheidung auch dem Barkeeper überlassen. Es wird erst nach der gewünschten Spirituose gefragt, dann haben die Jungs hinter der Bar bei den Signature-Drinks ihre Favoriten oder mixen einfach etwas komplett Neues zusammen. "Wenn jemand gerne Solero-Eis isst, versuchen wir sehr gerne, das Eis als Drink nachzuempfinden.", sagt Marius. Gut zu wissen, das werde ich bei meinem nächsten Besuch mal austesten.

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Unbedingt probieren: Den Sharlie Cheen und den Gin Basil Smash.

Preise: Die Drinks kosten alle zwischen 9 und 10 Euro.

Beste Zeit: Nach dem Essen in einem der vielen Restaurants in der Nähe oder zum Aperitivo.

Wermutstropfen: Die Terrasse an der Brunnenstraße ist etwas klein, daher sind die Plätze schnell weg.

Sharlie Cheen | Brunnenstraße 196, 10119 Berlin | Montag – Sonntag: ab 18 Uhr | Mehr Info

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