Französisches Vorspeisenparadies — Das Bricole in Prenzlauer Berg

© Daliah Hoffmann

Dieser Text ist einige Monate überfällig, aber es heißt ja "Besser später als nie", also habe ich mir nun endlich die Zeit genommen, euch von meinem Besuch im Bricole zu erzählen. Ich war im Sommer bei Fabian Fischer zum Dîner in Berlins erster und bisher einziger Hors-d’oeuvre-Bar und empfehle das französische Restaurant im Helmholtzkiez seitdem gerne an Freunde und Berlinbesucher weiter. Fabian hat zuvor lange im Borchardt gearbeitet, sein Chefkoch hat früher im Schatz gekocht und der Barchef kommt aus dem Hotel am Steinplatz – ein Team mit viel Erfahrung und Know-how. Das sieht und schmeckt man sofort.

Wir sitzen, wie die meisten Gäste, auf der Terrasse vor dem Restaurant. Es ist noch warm und jeder will die letzen Sonnenstrahlen des Tages genießen. Zur Begrüßung bekommen wir von Fabian ein Glas Cremant. Der Brotkorb folgt schnell, dazu wird aufgeschlagene Butter mit schwarzem Salz gereicht. Wir stürzen uns über das noch warme Brot und begehen wieder einmal fast den Fehler, uns am Brot satt zu essen.

© Dinah Hoffmann
© Daliah Hoffmann

Das Besondere am Bricole ist die Karte. Das Restaurant kommt ohne Hauptspeisen aus und ist das französische Pendant zur Tapasbar. Jeden Monat entwickeln Fabian und sein Küchenchef Steven zwei Tastingmenüs mit jeweils vier Hors d’oeuvre. Wem das Menü zu viel ist, kann sich die Gerichte in Entréegröße auch einzeln bestellen. Weil wir so viel wie möglich probieren wollen und großen Hunger haben, wählen wir beide Menüs und essen uns Teller für Teller durch die ganze Karte.

Den Anfang macht das Gurken-Koriander-Tarte mit marinierter Gurke, Radieschen und Wildkräutern, ein herrlicher sommerliches Gericht. Es folgen confierter Heilbutt mit Flavabohnen, Paprikaschaum und Wirsing in der Schüssel, Ziegenkäse-Espuma, Gelbe Beete, Artischocke und Zwiebelcreme, Pralinen vom Rind mit Pastinake-Mousseline, Portwein und Pflaume und vier weitere ebenso leckere und hübsche Gerichte. Neben moderner französischer Küche gibt es im Bricole Berliner Craft-Beer und eine große Auswahl deutscher Weine.

© Daliah Hoffmann
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© Daliah Hoffmann
© Daliah Hoffmann
© Daliah Hoffmann

Als wir zum Dessert kommen, ist es schon dunkel und so langsam aber sicher sind unsere Arme und Beine von Mückenstichen übersät. Es scheint, als würden die kleinen Biester genauso doll auf unser Blut stehen, wie wir auf die Crème brûlée mit Mango und den Schokokuchen mit glasierten Kirschen. Einmal nicht hingeguckt, sind die hübschen blauen Teller leergegessen.

© Daliah Hoffmann

Unbedingt probieren: Zum Start einen Cremant und die Praline vom Rind.

Veggie: Die französische Küche ist für Veganer einfach nicht das Richtige.

Preis: Die Tasting-Menüs kosten 32 und 34 Euro und die einzelnen Gerichte zwischen 8 und 11 Euro.

Mit wem gehst du hin: Mit Frankreichfans und Freunden, die ihr essen gerne teilen.

Lärmfaktor: Angenehme Lautstärke, ideal für ein Date.

Besonderheit des Ladens: Es gibt nur Gerichte in Vorspeisengröße.

Bricole | Senefelderstraße 30, 10437 Berlin | Dienstag – Samstag: 18–23 Uhr | Mehr Info

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