11 Tipps für euren nächsten Besuch in Erfurt

Immer öfter höre und lese ich in letzter Zeit, dass Erfurt die am meisten unterschätzte Stadt Deutschlands ist. Während die einen noch heimlich und leicht beschämt googlen, wo dieses ominöse Erfurt überhaupt liegt (Hallo?!?! Wir sind immerhin Thüringische Landeshauptstadt!), machen sich andere bereits selbst ein Bild – und stellen fest: Hey, gar nicht mal so schlecht hier. Als jemand, die über Erfurt bloggt, durfte ich schon viele Facetten der Stadt kennenlernen – und habe trotzdem noch längst nicht alles entdeckt. Jeder Spaziergang durch die malerischen Altstadt-Gassen und auch ein Streifzug durch die (etwas weniger hübschen) Randgebiete gleicht einer Schatzsuche, die stets etwas Ungewöhnliches zu Tage fördert.

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© Jessika Fichtel Aussicht genießen auf dem Petersberg

Der Petersberg ist der wohl tollste Ort in Erfurt. Hier oben könnt ihr nicht nur einen großartigen Blick über die Stadt genießen, sondern auch auf Wiesen chillen, eine alte Festungsanlage (zum großen Teil für lau) erkunden, lecker essen, das Treiben auf dem Domplatz beobachten, schaukeln, durchatmen und einfach frei sein. Und als wäre das noch nicht toll genug, liegt der Petersberg – der eigentlich Petershügel heißen müsste – auch noch mitten in der Stadt und ist deswegen extrem gut zu erreichen.

  • Petersberg
  • Petersberg, 99084 Erfurt
  • Mit der Straßenbahn 4 bis Domplatz Süd oder Straßenbahn 3 oder 6 bis Domplatz Nord, ab dort zu Fuß
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© Jessika Fichtel Mittagessen im Peckham‘s

Inhaberin Karina hat sich für ihr Bistro ein großartiges Konzept ausgedacht. Sie bietet ihren Gästen nur ein einziges Tagesgericht an, das aber von allen – egal ob Vegetarier, Veganer, Low-Carb-Jünger, Paleo-Fan, Gluten-Hater oder Fleisch(fr)esser – verspeist werden kann. Wie das funktionieren kann, lasst ihr euch am besten von der Köchin persönlich erklären Nur so viel vorweg: Das Essen im Peckham‘s schmeckt einfach immer himmlisch!

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© Jessika Fichtel Über die Krämerbrücke schlendern

Ja, die Krämerbrücke ist der Touristen-Hotspot schlechthin in Erfurt und eigentlich immer überfüllt. Na und? Es ist trotzdem absolut zauberhaft dort. Und mal ganz unter uns: Eine bewohnte Brücke gibt es europaweit sonst nur noch in Florenz! Und außerdem ist die Krämerbrücke einer jener fast schon magischen Orte in Erfurt, an denen man wirklich immer wieder etwas Neues entdeckt.

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© fihu/flickrCC Im Presseklub tanzen

Die Clublandschaft Erfurts wurde in den letzten Monaten etwas ausgedünnt. Die Tanzlokale, die nun noch übrig sind, halten sich wacker. So wie der Presseklub, der jeden Freitag und Samstag zum Tanzen und in Erinnerungen schwelgen einlädt. Die neuesten Chart-Hits und "finest House-Tunes" gibt es hier nur selten auf die Ohren. Im Presseklub mag man es nostalgisch – und deswegen spielt der DJ am liebsten das Beste der letzten Jahrzehnte. Sind wir doch mal ehrlich: Dazu kann man eh am besten abgehen!

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© Jessika Fichtel Hinter der Krämerbrücke abhängen

Ein zentrumsnaher Ort zum Chillen? Ganz klar: die Fläche zwischen Krämerbrücke und Augustiner. Hier könnt ihr im Sommer nicht nur die Füße in die Gera baumeln lassen, sondern auch den Blick auf Erfurts wunderschönstes Wahrzeichen genießen. Bewaffnet mit einer Kugel Eis von Goldhelm (oder zwei oder drei) lässt es sich hier definitiv aushalten.

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© Lolostock/Shutterstock Second-Hand-Shopping im Studio Amsterdam

Erfurt ist zwar keine Modestadt bezeichnen, doch trotzdem findet man ihr hier die eine oder andere Shopping-Perle – wie zum Beispiel das Studio Amsterdam, ein Second-Hand-Lädchen, das seine Vintage-Waren direkt aus der niederländischen Hauptstadt bezieht.

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© Jessika Fichtel Ein Spaziergang durch das Andreasviertel

Dass wir heute noch durch das malerische Andreasviertel unweit vom Erfurter Dom spazieren können, ist keine Selbstverständlichkeit. Tatsächlich war das Viertel zu DDR-Zeiten massiv heruntergekommen und stand kurz vor dem Abriss. Es ist einigen couragierten Erfurtern zu verdanken, dass die Häuser erhalten blieben und mittlerweile zum kunterbunten Schmuckkästchen der Stadt geworden sind. Tipp: Haltet nach den witzigen Häusernamen Ausschau.

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Entlang der Gera flanieren

Der Fluss Gera, sein Flutgraben und die zahlreichen Nebenarme schaffen es, dass Erfurt (mit etwas Fantasie) an manchen Stellen an das malerische Venedig erinnert. Wasser tut einer Stadt ja grundsätzlich immer gut, weil es Natur in die Häuserschluchten bringt, Platz zum Durchatmen schafft und einfach schön aussieht. Besonders beliebte Gera-Hotspots sind Klein-Venedig und der Luisenpark.

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Die Domstufen erklimmen

70 Stufen führen hinauf zum Erfurter Dom und seiner Nachbarin, der Severikirche. 70 Stufen, die gleichermaßen zum Verweilen und aktiv sein einladen, die Treffpunkt sind und auch als Foto-Spot genutzt werden können. Kurzum: Ein Abstecher zu den Domstufen geht einfach immer (außer, es wird gerade eine Oper darauf aufgeführt, was in Erfurt auch Normalität ist).

  • Domplatz Erfurt
  • Domplatz, 99084 Erfurt
  • Mit der Straßenbahn 4 bis Domplatz Süd oder Straßenbahn 3 oder 6 bis Domplatz Nord
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© Jessika Fichtel Der Hektik der Stadt auf der Schwellenburg entfliehen

So schön eine Stadt auch ist, hin und wieder muss man ihr einfach entfliehen. Im Fall von Erfurt ist das nicht schwer – immerhin ist der nächste Stadtrand, den schon Clueso so wundervoll besungen hat, nie weit entfernt. Neben Erfurts vielen Seen, ist ein Ausflugshighlight die Schwellenburg – ein sogenannter Gipskeuperhügel, der sich trotz geringer Höhe deutlich über das Thüringer Becken erhebt. Die Schwellenburg ist eine kleine, hübsche Insel der Erholung, die zum Picknicken, Spazieren, Entdecken und Sonne tanken einlädt.

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© Pexels Den Tag im Franz Mehlhose ausklingen lassen

Das Café Franz Mehlhose ist einer dieser Orte, an denen man sich einfach wohlfühlen muss – und zwar vom ersten Moment an. Hier gibt es nicht nur vorzüglichen Kaffee und allerlei andere Getränke, sondern (immer mittwochs) auch verdammt leckere Burger. Außerdem könnt ihr bei Franz zwei- bis dreimal pro Woche kulturelle Schmankerl vom Konzert über Improtheater bis hin zum Poetry Slam genießen.

Vielen Dank an Jessika Fichtel vom Blog Feels like Erfurt für ihre Tipps!

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