ARTVERGNÜGEN #96 – Unsere 11 Kunsttipps für den Juli 2016

© Staatliche Museen zu Berlin / Fabian Fröhlich

Endlich findet das Leben in Berlin wieder unter freiem Himmel statt und man kann sich vor lauter Events gar nicht entscheiden, wo man zuerst hin soll. Auch die Berliner Museen haben ihr Programm nach draußen verlagert und den MuseumsSommer ins Leben gerufen, aus dem wir euch unsere Highlights herausgesucht haben. Eins, zwei Tipps für Regentage geben wir euch zur Sicherheit aber trotzdem mit.

1

Ingo Mittelstaedt, How do we know what isn’t so?, art berlin contemporary, 2014, detail, Foto: © Bernd Borchardt Ingo Mittelstädt – Haus am Waldsee Geschlossen

Erst Kunst, dann See. Das geht beim Haus am Waldsee. In der Ausstellung „Chinese Whispers“ wird erst mal stille Post gespielt, denn genau das bedeutet der Titel. Das Prinzip – das Resultat ist nicht, was gemeint war – wurde für die Ausstellung inhaltlich und formell aufgegriffen. Das zentrale Werk ist eine Installation, die auf einem Gedicht von Wallace Stevens aus 1975 beruht, das erst Pablo Picasso, später David Hockney und jetzt eben der Fotograf Ingo Mittelstädt aufgegriffen haben. Immer wieder ordnet der Berliner in dieser Show Trivialobjekte und Kunstwerke zu neuer Bedeutung an.

2

© Brücke Museum Emil Nolde. Der Maler – Brücke Museum

Üblicherweise entzieht sich ein Museum jeglicher Jahreszeiten. Einmal drin verliert man vollständig das Gefühl für Wetter und Zeit. Im Brücke Museum nicht. Die Gemälde werden durch natürliches Licht ausgeleuchtet, große Fenster öffnen zum Garten und umgarnen den Menschen mit Kunst gleichermaßen wie auch der Natürlichkeit. Nach ein bisschen Emil Nolde könnt ihr zum 2015 eröffneten aber bereits 1942 erbauten Kunsthaus Dahlem weiterziehen, das euch mit einem großen Skulpturengarten und pompösen, lichdurchfluteten Räumen empfängt.

  • Brücke Museum
  • Bussardsteig 9, 14195 Berlin
  • 15. Juli – 23. Oktober 2016 | Mittwoch – Montag, 11.00–17.00 Uhr
  • 6 Euro, ermäßigt 4 Euro | Kombiticket mit dem Kunsthaus Dahlem 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
  • Mehr Info
3

© Foto: Eberhard Kloeppel Karibische Sommernacht – Botanischer Garten Dahlem

Wir haben diesen Sommer wirklich alles gekauft, was es an Plastik-Dekoartikeln in Flamingoform zu kaufen gab. ALLES. Jetzt fühlen wir uns gut gerüstet für die größte Gartenparty der Stadt, mitten in Dahlem. Die Aussicht auf Mojito, Lichterzauber und jamaikanische Klänge tröstet auch über den Eintrittspreis hinweg, denn so ein bisschen Kurzurlaub muss eben auch mal sein.

4

© Das große Museum Film Kunst Museum – Palais Podewil

Wenn ihr nicht rein wollt, kommt das Museum eben raus. Das Kunsthistorische Museum Wien zum Beispiel, die St.Petersburger Eremitage, die Londoner National Gallery und das Louvre aus Paris – sie alle bringt die Filmreihe "Film – Kunst – Museum" auf die Open-Air-Leinwand. Hier erfahrt ihr, was in einem Museumsbetrieb wirklich passiert, Hintergrundgeschichten zu Meisterwerken und mehr.

5

© Staatliche Museen zu Berlin / Hannah Prinz El Siglo de Oro – Gemäldegalerie

El Siglo de Oro – das Goldene Zeitalter der spanischen Kunst – kommt nach Berlin. Nicht nur das Herz von Kunsthistorikern schlägt dabei höher, denn die über 130 Meisterwerke verzaubern zwischen Malerei und Skulptur wirklich jedem den Tag. Tipp: Wer schon immer mal mit Daniel Brühl durch eine Ausstellung laufen wollte, sollte sich den Audioguide ausleihen: Den hat der Schauspieler höchstpersönlich eingesprochen.

6

Refugee-Protestcamp auf dem Oranienplatz, Foto: © Umbruch Bildarchiv Revolutionen, Kämpfe, Subkultur – Friedrichhain-Kreuzberg Museum

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg passierte geballte Geschichte: die Revolution 1848, der Widerstand in der NS-Zeit, die Opposition in der DDR, die Hausbesetzerszene, neulich die Flüchtlingsproteste am Oranienplatz. Zu all diesen Schauplätzen, von Rigaer Straße bis eben dort, bringt euch die Führung des Bezirksmuseums. Anmeldung bis 7 Tage vorher unter [email protected]

7

© Sasha Kurmaz Talents 38 – C/O Berlin

Nicht konform, nicht jugendfrei und schon gar nicht langweilig – das sind die Bilder von Sasha Kurmaz, die es schaffen, die Monotonie des Alltags aufzubrechen und genau an der richtigen Stelle gerade so weh zu tun, dass man weder hin- noch wegsehen kann. Dabei bedient er sich den Methoden der Adbustings und bringt seine Bilder mit Guerillatechnik an die Menschen: Er steckt Abzüge in die Jackentaschen Fremder, überklebt Werbeanzeigen und verteilt Zettel an Metro-Ausgängen. Ein Name, den man sich merken sollte.

8

© Jüdisches Museum Berlin. Foto: Linus Lintner Kultursommer – Jüdisches Museum

Selbst der härteste Museumsmuffel wird hier butterweich, denn im Liegestuhl in einem Garten liegend Kultur zu genießen und dabei noch ein kühles Getränk in der Hand zu halten kann wirklich keiner doof finden. Konzerte, Lesungen und Jazz unter freiem Himmel machen den Sommer im Museum mehr als aushaltbar und lassen unseren Wunsch nach einem eigenen Garten immer größer werden. Okay, wir nehmen auch Südbalkon. Oder ein großes Fensterbrett. Hauptsache Sonne.

9

© Jacky and his strangers In Rixdorf is Rockn’n’Roll – Museum Neukölln

Den Kiez durch andere Augen sehen, das könnt ihr bei der Tour "In Rixdorf is’ Rock’n’Roll“. Sie führt euch entlang der Spuren von Musikern wie Jimi Hendrix, Rio Reiser und die 2004 verstorbene Neuköllner Rock'n'Roll-Legende Jacky Spelter, der Mann mit Koteletten wie Elvis und einem Schnauzer wie Dali. Man sagt, er hätte in texanischer Gefangenschaft zur Musik gefunden. Eine urban legend?

  • Museum Neukölln
  • Alt-Britz 81, 12359 Berlin
  • Samstag, 30. Juli, 14.00–16.00 Uhr

  • Ticket: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Anmeldung unter: 030 / 627 277 716, Treffpunkt: Eingang Huxleys Neue Welt, Hasenheide 107–113
  • Mehr Info
10

Haus am Waldsee, Fassadengestaltung von Werner Aisslinger, 2013, Foto: © Daniel Manduzia Per Fahrrad durch die Bauten der Moderne in Zehlendorf – Haus am Waldsee Geschlossen

Per Rad durch die Architekturgeschichte. Der feine Bezirk Zehlendorf am Rande des schönen Schlachtensee gilt als Experimentierfeld des modernen Baus. Mies van der Rohe, Walter Gropius – die Größten der Großen haben sich hier selbst ein Denkmal gebaut. Für die Tour holt ihr euch beim Haus am Waldsee einen Audioguide ab und erkundet von dort ab auf eigene Faust.

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Nachtwanderung – Waldmuseum Grunewald

Taschenlampen und Kekse eingepackt, es geht zur Nachtwanderung! Wer in Erinnerung an Ferienlagerzeiten schwelgen will, ist hier bestens aufgehoben. Das ist jetzt zwar nicht wirklich Kunst, aber genau deswegen wollen wir dahin.

  • Waldmuseum Grunewald
  • Königsweg 4, 14193 Berlin
  • Freitag, 15. Juli und 5. August, 21–23 Uhr, Dienstag – Sonntag: 11–16.00 Uhr, Treffpunkt: Schmetterlingsplatz/ S-Bhf Grunewald
  • Eintritt 5 Euro, Kinder 2,50 Euro, Familien 10 Euro
  • Mehr Info
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