KLEINE, GEILE FIRMEN revisited – Shop für Designposter Juniqe

Schöne Poster, hübsche Kissenbezüge, schicke Handyhüllen: Vor zwei Jahren haben wir euch JUNIQE als kleine, geile Firma vorgestellt. Damals arbeiteten bei dem Online-Shop für Design-Prints erst etwas über zehn Leute. Mittlerweile ist das Unternehmen ganz schön gewachsen und sitzt in einem ziemlich schicken Büro in Kreuzberg. Wir haben nochmal vorbeigeschaut und uns mit Lea, die JUNIQE zusammen mit Marc und Sebastian gegründet hat, zurück-, aber auch nach vorne geblickt.

Im März 2014 haben wir euch als kleine, geile Firma vorgestellt. Du hast damals gesagt, du arbeitest 12 Stunden am Tag. Ist das immer noch so?
Ja, das ist immer noch so, wenn nicht sogar länger. Die Herausforderungen und Projekte werden auch mit dem Wachstum nicht kleiner oder weniger, eher im Gegenteil. Trotzdem bringt es immer noch unglaublich viel Spaß und ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben. Wir hatten übrigens Ende Januar unseren 2. Geburtstag.

So klein seid ihr mittlerweile gar nicht mehr. Um wie viele Mitarbeiter ist euer Unternehmen seitdem gewachsen und wie oft habt ihr jetzt schon euer Büro gewechselt?
Wir sind mittlerweile 60 Leute und sind jetzt in unserem vierten Büro. Hier haben wir aber viel Platz zum Wachsen und planen auch im nächsten und hoffentlich übernächsten Jahr noch hier zu sitzen. Ich erinnere mich, ihr habt uns damals in unserem ersten "richtigen" Büro besucht, das hatte gerade mal Platz für 14 Leute.

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Was ändert sich außer der Mitarbeiterzahl noch, wenn ein Unternehmen wächst?
Aus meiner Sicht sind das neben der wachsenden Verantwortung vor allem Fragen rund um das Thema Unternehmenskultur und -struktur. Wir haben natürlich ein wenig von dem "Gruppenprojekt"-Charakter eingebüßt. Doch die große Leidenschaft der ersten Tage ist keineswegs flöten gegangen. Durch die neuen Strukturen muss man natürlich immer schauen, dass man nicht an Flexibilität und Geschwindigkeit verliert. Das Problem haben wir bei unser derzeitigen Größe zum Glück aber noch nicht.

Hattest du Angst davor, plötzlich nicht mehr die kleine Firma zu sein?
Unser bisheriges Wachstum erfüllt mich eher mit Stolz und keinesfalls mit Angst oder Bedenken. Ich hätte ja nicht gegründet, wenn ich nicht an solches Wachstum geglaubt hätte. Ich glaube, der einzige Moment, vor dem ich wirklich Angst habe, ist der, nicht mehr jeden Namen meiner Mitarbeiter zu kennen, weil wir zu groß sind. Ich hoffe, das passiert so schnell nicht.

Was musstet du in Sachen Mitarbeitermanagement erst noch lernen und welche neuen Seiten hast du an dir als Geschäftsführerin entdeckt?
Ich habe schon vorher Mitarbeiter gemanagt und dadurch Erfahrungen gesammelt, aber natürlich ist es nicht mit heute zu vergleichen. Ich habe inzwischen einiges dazugelernt. Zum Beispiel habe ich in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass ich wirklich zu hundertprozentig an "Entwicklung, Coaching und Förderung" glaube. Ich gebe Feedback immer direkt und mache Vorschläge, wie der Mitarbeiter sich verbessern kann. Ich will jeden meiner Mitarbeiter bei der individuellen Entwicklung unterstützen.

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Wie sieht dein Schreibtisch gerade aus?
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Gab es eigentlich einen Punkt, an dem du dir in Bezug auf JUNIQE dachtest: "Jetzt läuft's!"?
Man hat immer mal Schlüsselmomente, in denen man kurz innehält und in denen einem Bewusst wird: "Wir haben wirklich was geschafft in den letzten Monaten." Die Weihnachtsfeier oder der JUNIQE-Geburtstag sind solche Momente. Oder als ich unseren ersten TV-Spot im Fernsehen gesehen habe, dachte ich mir: "Mensch, JUNIQE bringt ja wirklich Spaß!". Diese Momente kommen allerdings recht selten vor, weil man immer schon im nächsten großen Projekt steckt und sich überlegt, wie man noch besser werden kann.

Was könnt ihr bei JUNIQE jetzt besser als damals?
Da gibt es so vieles. Die Entwicklung, die wir als Unternehmen in all unseren Abteilungen hingelegt haben, ist aus meiner Sicht sehr stark. Das liegt daran, dass wir uns nie mit dem Status Quo zufrieden gegeben haben, immer geschaut haben, wie wir besser werden können und sehr viel Zeit und Leidenschaft in unsere Arbeit gesteckt haben.

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Was ist andererseits nicht so gelaufen, wie ihr euch das erhofft habt?
Es kam schon vor, dass sich manche Produkte nicht so gut verkauft haben, wie erhofft, obwohl man viel Zeit in die Akquise und Produktion gesteckt hat. Das Gute ist, dass wir on demand produzieren, das heißt wir können solche neuen Kategorien fast ohne Risiko austesten.

Klassische Frage: Was würdest du der Lea von vor zwei Jahren gern sagen und warum?
"Nicht über Kleinigkeiten aufregen" Man sollte wirklich keine Energie darauf verschwenden, sich über kleine Details, die am Ende nichts verändern und schnell wieder vergessen sind, aufzuregen. Lieber den Blick auf das "große Ganze" lenken!

Wie sehen eure Pläne für die nächsten Jahre aus?
wir werden die Marke JUNIQE weiter in Europa bekannt und beliebt machen. Wenn irgendwann in jedem 2. oder 3. Haushalt ein Bild von uns an der Wand hängt, dann bin ich sehr happy.

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Vielen Dank, Lea! Beim letzten Mal waren wir bei Tinkerbots und haben mir Lego-Robotern gespielt.


Fotos: © Milena Zwerenz

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