ABENDBROT MIT SARAH #19 – Hanage im Prenzlauer Berg

Japanische Pizza, Pancake oder Puffer – Junko und Jens, die Betreiber des Hanage in der Raumerstraße, sind sich bis heute nicht sicher, wie sie ihren Berliner Gästen erklären sollen, was genau sie anbieten. Okonomiyaki ist in Deutschland bislang noch ziemlich unbekannt, obwohl die dicken, saftigen Puffer keine besonders experimentierfreudigen Geschmacksnerven verlangen. Wir haben die leckeren Bratlinge genauer unter die Lupe genommen.

Der sympathische Betreiber Jens ist glühender Fan der japanischen Kultur und Küche und hat durch seine Frau Junto, die in Kyoto geboren ist, die lokale Spielart der Okonomiyaki entdeckt. Wie für einen Coleslaw-Salat schneidet man Jaroma-Kohl in dünne Streifen und vermengt ihn mit verschiedensten Zutaten. 

Herzhaft, je nach Vorliebe mit Lauch, Garnelen, Mais oder Hackfleisch ergänzt, werden die Tortilla-artigen Fladen gebraten und anschließend mit Frühlingszwiebeln, Bonito-Flocken, Lemon-Sojasauce, Ponzu, dem klassischen Okonomi- oder koreanischem Dressing serviert. Definitiv kein Gericht für den kleinen Hunger, aber nach einer durchfeierten Nacht oder einem übertriebenen Sport-Wochenende richtig schönes Soulfood.

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Der kleine Laden im Prenzlauer Berg ist mittlerweile zu einem richtigen Treffpunkt für die japanische Community geworden. "Es kommen viele Reisende und Leute, die länger in Japan gelebt haben. Mit einer Gruppe Gäste haben wir allerdings gar nicht gerechnet: den Manga- und Cosplay-Fans! Die stehen manchmal vor dem Laden und wundern sich, dass es Okonomiyaki wirklich gibt", freut sich Jens.

Nach Mitarbeitern haben sie auf einer japanischen Online-Plattform gesucht. Sogar die blonde Kellnerin Anne spricht mit ihren Kollegen japanisch und erläutert ohne Zögern die Schriftzeichen auf ihrer Schürze.

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Wir haben uns auf Jens' Empfehlung hin alle drei Okonomiyaki in verschiedenen Kombinationen bestellt: Puffer Nr. 1 kam mit klassischem Okonomi-Dressing, das entfernt an Worcestershire-Sauce erinnert, und einem Topping aus Käse, Mais, Frühlingszwiebeln und hauchdünnen Bonito Flakes. Nr. 2 – mein Favorit – hatte eine leicht säuerliche Ponzu-Sauce, die aus Yuzu bzw. Zitrone und Sojasauce hergestellt wird, sowie Shrimps, japanischer Mayonnaise und Lauch als Toppings.

Nr. 3 war die deftigste Variante mit Bacon-Stückchen und scharfem koreanischen Dressing, das an die rote Kochujang-Paste erinnert, die man als Basis für Bibimbap-Saucen kennt. Als Beilagen orderten wir (schön knackige!) Edamame, Gurken-Seetang-Salat und eingelegten Seetangsalat.

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Als Dessert probierten wir Mochi-Eiskugeln in drei Geschmacksrichtungen: Matcha, Schokolade und Yuzu, eine japanische Zitrusfrucht, die ein bisschen wie bittere und sehr leckere Orange schmeckt. Die Kombination aus Mochi-Hülle und Eiskern fand ich super und auch die mundgerechten Größen passen gut zu den ausladenden Hauptgerichten.

Lecker, ungewöhnlich und unprätentiös – wer seinen kulinarischen Horizont erweitern will, sollte definitiv in den Prenzlauer Berg fahren.

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Hanage
Raumerstraße 1
10437 Berlin

Täglich geöffnet von 12:00 – 22:00 Uhr

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Vielen Dank Andreas Bohlender für die Fotos.

Vor zwei Wochen war Sarah beim Supperclub Gluschtn und Koschtn essen. Noch mehr Essen findet ihr in unserer Abendbrot-Rubrik.

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