11 Tipps für einen schönen Sonntag im Februar
Kennt ihr Sunday Blues? Bevor uns der Sonntag mit seinem Grau und der bevorstehende Montag in ihren Bann ziehen, sollten wir die verbleibenden Stunden stressfrei und spaßig verbringen. Für einen abenteuerlichen Sonntag in Berlin gibt es zum Glück genug Möglichkeiten. Wie, euch fehlt es an passenden Ideen? Kein Problem! Wir haben grandiose Vorschläge für einen richtig schönen Sonntag im Februar in Berlin.
1 Frühstücken und Kuchen essen im Café der Königlichen Gartenakademie
Idyllischer und feudaler wird's nicht mehr: Neben dem Botanischen Garten befindet sich die Königliche Gartenakademie und daneben, in einem gewächshausartigen Gebäude (wie passend!), das dazugehörige Café. Im Sommer sitzen wir am liebsten im Garten, aber auch im Gewächshaus sitzt es sich zwischen Zitrusbäumen und Palmen besonders schön. Das Café ist barrierefrei und somit ideal für Familien mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollstuhl. Hier bekommt ihr richtig guten Kaffee, ausgezeichnete Kuchen und Torten, einige davon sind vegan und glutenfrei. Wem nach etwas Salzigem ist, der*die wird dann wiederum auf der wechselnden Wochenkarte fündig, die Schätze wie vegane Suppen, Pastagerichte oder auch mal Berliner Klassiker bereithält.
2 In Reichenow um kleine Seen schlendern und die preisgekrönte Schlossküche genießen
Rund eine Stunde östlich von Berlin wartet das hübsche Örtchen Reichenow-Möglin auf euren Besuch, dessen Mittelpunkt das gleichnamige Romantikhotel ausmacht. Von dort aus könnt ihr fabelhaft um die anliegenden kleinen Seen spazieren, die frische Luft einatmen und die angenehme – für Großstädter*innen fast schon beängstigende – Stille genießen. Im Sommer kann man hier im Langen See fabelhaft planschen oder einfach nur auf einer der ufernahen Holzbänke entspannen, im Winter lohnt es sich auf jeden Fall im Schloss Reichenow einzukehren: Das Restaurant wurde wiederholt von Gault&Millau ausgezeichnet.
3 Im DDR Museum mehr über die geteilte Geschichte Berlins lernen
Auch 30 Jahre nach der Wende kann man die ehemalige Teilung Berlins noch an vielen Orten in der Stadt beobachten. Richtig tief einsteigen in die Materie könnt ihr im DDR-Museum, das in Mitte direkt am Wasser liegt und alles andere als ein Standard-Museum ist: Seit einigen Monaten steht hier mit einem Format von 200 x 130 cm der aktuell weltweit größte Nachbau des Palasts der Republik. Das Museum beleuchtet die Geschichte dieses kulturellen Dreh- und Angelpunkts Ostberlins mit vielen Details, Zeitungsausschnitten und Audioaufnahmen von Zeitzeug*innen. Doch auch andere Themen – vom Produktdesign, das in der antikapitalistischen DDR langlebiger konzipiert war, bis hin zur vermeintlichen Gleichberechtigung, die damals im Gegensatz zur BRD im Osten aktiver gelebt wurde – werden lebhaft vorgestellt. Auch an Kritik an der SED-Diktatur fehlt es nicht, so werden etwa die Klassenunterschiede in einer eigentlich doch klassenlos angedachten Gesellschaft oder etwa das Spionieren durch die Stasi thematisiert. Ein toll konzipiertes Museum, das sich von den manchmal etwas schwerfälligen Klassikern der Museumsinsel abhebt.
4 Bestes Bio-Essen von kleinen Bauernhöfen lunchen bei Solid
Farm to table made in Kreuzberg: Das Solid liegt passedenderweise im grünen, verkehrsberuhigten Greafekiez und serviert euch jede Woche einen anderen leckeren Lunch – regional, saisonal und zum Großteil von kleinen, unabhängigen Höfen in Brandenburg aus solidarischer Landwirtschaft. Je nachdem, was gerade wächst und sprießt bekommt ihr also zum Beispiel Rote-Beete-Salat mit Gerste, Rosmarin-Polenta mit Austernpilzen, Lauchkonfit mit geschmorten Kichererbsen oder Apfelkuchen mit Misokaramell. Superlecker und mit ganz viel Liebe gemacht! Das Solid ist aber nicht nur ein Restaurant, sondern versteht sich als multifunktionaler Eventspace im Kiez, wo abends auch Tanzkurse, Kochabende für die queere Community oder Workshops stattfinden – oder ihr ganz gemütlich im schummrigen Kerzenlicht ein Weilchen trinken könnt.
*barrierefrei
5 In Berlins Vergangenheit reisen im Altstadtcafé Cöpenick
Dieses Café ist eine Zeitkapseln in die Vergangenhieit Berlins. Im Altstadtcafé Cöpenick bekommt ihr auf Wunsch alles mit Sahne und Eierlikör. Es gibt kalten Hund, Strudel mit heißen Pflaumen und eine riesige Auswahl an abgefahrenen Kaffeekreationen. Zum Beispiel mit Zimtlikör oder Zitronensahne. Alle Torten und Kuchen sind selbstgemacht und werden mit viel Liebe serviert. Wer sich wie bei Oma fühlen will, ist hier genau richtig aufgehoben!
Nicht barrierefrei (Stufe am Eingang)
6 Eislaufen im Erika-Heß-Eisstadion
Ach, was gibt es im langen Berliner Winter Schöneres, als mit den Kids Schlittschuhlaufen zu gehen? Ein Klassiker unter Berlins Eissporthallen ist das Erika-Heß-Eisstadion an der Schnittstelle von Müllerstraße und Chausseestraße. Die "normalen" Eislauffreuden für den Publikumsverkehr finden auf der Open-Air-Eisbahn hinter dem Stadion statt. Und auch wenn man nicht auf Anhieb Pirouetten wie Kati Witt drehen oder sich elegant rückwärts bewegen kann, macht es doch so richtig dolle Spaß.
7 Im neuen Pilz Imbiss durchs mediterrane Menü futtern
Im Pilz Imbiss ist – wie auch bei der großen Schwester, dem Café Pilz – alles plant-based. Aber lasst euch gesagt sein: Auch Fleischesser*innen werden hier rein gar nichts vermissen! Die Küche bietet eine Mischung aus mediterranen Speisen von Humus und Pita nach palästinensischen Rezepten bis hin zu jüdischen Traditionsgerichten. Das Personal ist super aufmerksam, das Interieur reduziert, aber warm und die Klientel besteht aus einer bunten Neuköllner Mischung. Also snackt euch hier ruhig mal durch die Salate, Pasten und kleinen Sharing Plates.
8 Tiere beobachten im Wildgehege Glauer Tal
Holt die Ferngläser raus, denn hier gibt es was zu gucken. Wo sich früher mal ein Truppenübungsplatz befand, ist nun ein rund 160 Hektar großer Platz für Rothirsche, Damwild und Mufflons entstanden. Den Tieren könnt ihr jetzt völlig ungestört bei dem zuschauen, was sie den ganzen lieben Tag lang treiben. Echt besonders: Die Tiere mit den massiven Geweihen klingen ziemlich lustig, wenn sie ganz unvermittelt und langanhaltend losgrölen. Hört's euch an! Dazu gibt es auf den vorgesehenen Wanderwegen auch immer wieder Informationspunkte, die mehr zu den Tieren und dem Biotop, in dem sie leben, verraten.
9 Im Saunabad Berlin schwitzen und massieren lassen
Mitten in Prenzlauer Berg wartet das Saunabad auf euch. Die kleine Ruheoase bietet eine 95 Grad heiße Indoor-Sauna und einen Saunagarten. Zu jeder vollen Stunde gibt es Aufgüsse mit naturreinen ätherischen Ölen. Außerdem gibt es ein Biofeuchtsanarium sowie jeweils ein Tauch- und ein Fußbecken. An der Vitaminbar könnt ihr eure Abwehrkräfte zusätzlich stärken und im Lesesaal ein wenig schmökern. Wer es noch eine Spur entspannter mag, gönnt sich eine Massage.
10 Dekadente Nudelsuppen löffeln bei Fukagawa Ramen in Prenzlauer Berg
Jetzt, wo die Suppen-Saison beginnt, hat Prenzlauer Berg mit Fukagawa Ramen einen neuen Hotspot bekommen, der die Messlatte verdammt hochlegt. Schon der erste Löffel Brühe hat uns überzeugt: so tief, so aromatisch, so rund – wir haben selten etwas Vergleichbares probiert. Dazu kommen handgemachte Nudeln, die nicht nur frisch schmecken, sondern auch in Textur und Biss überzeugen. Als Vorspeise lohnt sich unbedingt das Hamachi Sashimi, das butterzart auf der Zunge schmilzt.
Die Karte ist klein, aber fein: eine vegane Ramen-Variante mit Miso, Klassiker mit Huhn und Jakobsmuscheln oder Ente, die allesamt herausragend sind. Wer es besonders luxuriös mag, gönnt sich die Signature Dishes: Ramen mit Trüffelschaum oder die Variante mit Wagyu Beef für rund 50 Euro – eine echte Ansage, aber geschmacklich jeden Cent wert.
Das Setting ist ebenso intim wie stylisch: gegessen wird am U-förmigen Tresen, an kleinen Tischen im hinteren Bereich oder direkt vorne am Fenster. Die Bedienung ist herzlich und aufmerksam, was den Besuch noch angenehmer macht. Dazu ein Glas Wein oder die hausgemachte Yuzu-Limonade und man vergisst für einen Moment komplett, dass man mitten in Berlin sitzt. Ein kleiner, feiner Laden, der pures Glück in Schüsseln serviert.
11 Zeitgenössische Inszenierungen schauen im TD Berlin
Der TD Berlin (ehemals Theaterdiscounter) macht schon seit mehr als 20 Jahren Theater in Berlin. Seit 2009 befindet sich die Spielstätte im ehemaligen Fernmeldeamt direkt am Alexanderplatz. Neben zahlreichen Eigenproduktionen bietet das Theater auch Regie- und Schauspielabsolvent*innen sowie Gastspielen eine Bühne. Was alle Produktionen verbindet, ist der Wunsch, Geschichten zeitgenössisch aufzubereiten und in neuen Formen zu präsentieren. Wer sich im Theater gern auch mal herausfordern lässt, ist hier richtig.
Redaktion