Italienische Herzlichkeit, neapolitanisches Streetfood und ganz viel Amore – Das Partenope #081 in Friedrichshain

© Wiebke Jann

Denkt man an neapolitanische Küche, haben die meisten Menschen sicher sofort die Pizza mit dem dünnen Boden und dem fluffigen Rand im Kopf. Und damit haben sie natürlich auch Recht. Genauso wie die Pizza gehören aber auch Arancini und Frittatina zur neapolitanischen Küche, denn: in Italien frittiert man gerne – und viel. Im Partenope #081 – bei der Zahl handelt es sich um die Telefonvorwahl Neapels – wird die neapolitanische Küche als Ganzes präsentiert und das sieht man bereits, wenn man sich dem hübschen, kleinen Laden nähert: Vor der Eingangstür steht eine Vitrine, die vollgepackt ist mit Frittatina, Zeppoline, Crocché und Palla di riso. Drum herum stehen Tische, fast alle voll besetzt, es ist trubelig an diesem Abend und das, obwohl der Berliner Sommer sich mal wieder als Herbst verkleidet und ordentlich Regen von sich gegeben hat.

Betritt man den kleinen Laden steht man direkt vor dem großen Pizzaofen, daneben kann man dem Pizzaiolo beim Teig-fliegen-lassen zusehen. Und auch wenn das natürlich ein schönes Ambiente ist, zieht es Insa und mich nach draußen – ist ja schließlich Sommer. So können wir dem Treiben in Friedrichshain ein bisschen zusehen und bestellen uns erst mal einen Drink: Für mich gibt's ein Glas Pinot Grigio und für Insa einen Aperol Spritz.

© Wiebke Jann
© Wiebke Jann

Wenn ich zum ersten Mal in einem Restaurant bin, frage ich am liebsten die Gastgeber*innen und Kellner*innen nach ihren Lieblingsgerichten. Aber noch bevor ich überhaupt fragen kann, was Alexandrias Favoriten sind, bietet sie uns bereits an, uns ein kleines Menü zusammenzustellen – und damit hat sie mein Herz jetzt schon erobert.

Auf Alexandrias Geheiß wandern also neben Fresella Partenope viele kleine, frittierte Bällchen auf unseren Tisch. Falls ihr, genauso wenig wie wir, sofort wisst, was Fresella ist: Das ist eine Art süditalienischer, runder  Zwieback, der seinen Ursprung in Apulien hat. Im Partenope #081 werden sie wie Bruschetta mit Tomaten, Basilikum und jeder Menge Olivenöl zubereitet. Auch wenn das knusprige Brot im ersten Moment ungewohnt ist (und mir vielleicht auch die Hälfte der Tomaten beim Abbeißen runtergekullert sind, upsi), schmeckt es ganz hervorragend. Das Knusprige passt perfekt zur Frische und Fruchtigkeit der Tomaten und über italienisches Olivenöl mit Brot brauchen wir ja eigentlich gar nicht erst sprechen – davon könnte ich mich quasi ernähren. Bei Insa entpuppen sich die frittierten Bällchen einmal als Frittatina Classica – frittierte Maccaroni mit Béchamelsoße, Parmesan, gekochtem Schinken, Mozzarella und Erbsen – sowie Polpettone di melanzane, was uns Alexandria als Auberginen-Frikadellen übersetzt. Für mich gibt es die vegane Variante: Algen-Zeppoline, also frittierte Pizzateigbällchen mit Algen und Salz.

© Wiebke Jann
© Wiebke Jann

Zum Hauptgang serviert uns Alexandria Pasta und zwar das Ragú Vegetariano, also eine Tomatensoße mit saisonalem Gemüse, die zwölf Stunden lang geköchelt hat. Vielleicht ist das eines der Geheimnisse guter Tomatensoße: Zeit! Zumindest habe ich außerhalb Italiens selten eine so fantastische Pasta gegessen. Die Aubergine ist butterweich, der Tomatensugo schön fruchtig und alles wird umhüllt von einer fantastischen Olivenöl-Note. In Berlin wirklich leckere Pasta zu bekommen, die perfekt al dente gekocht ist und bei der sich die Soße ganz samtig an die Nudeln schmiegt, ist nicht unbedingt einfach. Zu oft bekommt man entweder zerkochte Nudeln oder mittelmäßige Soßen, die dann unter einem Berg mittelmäßigen Parmesans begraben werden. Umso mehr freue ich mich also, mit dem Partenope #081 vielleicht ja meinen neuen Pasta-Dealer gefunden zu haben. Denn das einzige, was an diesem Gericht gefehlt hat, ist vielleicht ein bisschen Brot, um auch noch die letzten Tropfen der Soße futtern zu können.

© Insa Grüning
© Wiebke Jann

Als Nachtisch gibt es für Insa noch einen absoluten Klassiker: Babá Napoletano, ein süßer Hefeteig, der in Rumsirup getränkt ist und mit Sahne und Pistazien serviert wird. Für Insa ein im wahrsten Sinne des Wortes "mächtiges Highlight". Kurz bevor Insa und ich aufbrechen – es ist bereits dunkel geworden – bietet uns Alexandria noch einen Absacker zum Abschluss. Und obwohl ich normalerweise überhaupt nicht so gerne Schnaps trinke, liebe ich Abschiedsschnäpse in Restaurants. Die geben einem ein ganz besonderes Gefühl von Gastfreundschaft – und aus einem werden gerne auch mal mehr. Bei uns blieb es bei zweien, einem Erdbeerschnaps mit eingelegten Walderdbeeren und einem Meloncello, der Melonen-Variante des Klassikers mit Zitrone. Aber egal, wie viele Schnäpse im Spiel waren, eines kann ich sicher sagen: Das wird nicht mein letzter Besuch hier gewesen sein. Schließlich habe ich noch gar nicht die unverschämt gutaussehende Pizza probiert.

© Wiebke Jann

Unbedingt probieren: Das Ragú Vegetariano und die Frittatina Classica

Veggie: Viele Gerichte sind vegetarisch, auf Nachfrage können einige auch vegan zubereitet werden.

Besonderheit des Ladens: die Gastfreundschaft: Hier wird fröhlich italienisch, deutsch und englisch gequatscht und alle sind unendlich freundlich.

Mit wem gehst du hin: Freund*innen, damit ihr alle Vorspeisen und jede Menge Wein probieren könnt – in diesem Laden will man einfach ewig verweilen.

Für Fans vom: Sironi la Pizza und Masaniello 

Preise: Vorspeisen 6.50 bis 18 Euro, Pizza 6.50 bis 13 Euro, Pasta 8.90 bis 12 Euro

Partenope #081 | Gärtnerstraße 15, 10245 Berlin | Montag – Mittwoch: 15–22 Uhr, Donnerstag – Sonntag: 12-22 Uhr | Mehr Info

Wir wurden vom Restaurant eingeladen, das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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