Cooler als Bowling, einfacher als Billard: Berlin hat seinen ersten Shuffleboard-Club

© Berlin Shuffleboard Club

Wenn ihr schon mal eine Kreuzfahrt gemacht habt, habt ihr sie an Deck vielleicht schon mal gesehen: Shuffleboards. Keine Ahnung, wovon wir reden? Und ein Kreuzfahrtschiff ist der letzte Ort, an dem wir euch finden würden? Kein Problem, denn seit Kurzem könnt ihr Shuffleboard nämlich auch in Neukölln spielen – und Alex, einer der Betreiber des ersten Shuffleboard-Clubs Deutschlands, hat uns erstmal erklärt, was es mit dem Spiel eigentlich auf sich hat.

Ganz basic: Beim Shuffleboard werden Scheiben über ein Spielfeld in mit Punkten beschriftete Felder "geschossen". Dabei gibt es zwei Varianten: Bei Variante 1, der Ur-Variante, stößt man kleinere, schwerere Spielscheiben über einen mit Granulat bestreuten Holztisch. Variante 2 funktioniert im Prinzip wie Eisstockschießen: Vier größere Scheiben werden mit Stäben von der einen Seite der Spielbahn zur anderen gestoßen.

Dabei versucht man nicht nur, die eigenen Scheiben möglichst ideal zu platzieren, sondern kann auch die des Gegners aus dem Weg räumen. Das kann einen schlechten Verlierer schonmal auf die Palme bringen und sorgt definitiv für den zusätzlichen Spaßfaktor – die lustigsten Spiele sind doch immer die, bei denen stets das Potenzial besteht, Freundschaften zu zerstören.

© Marit Blossey

Die Technik ist also nicht allzu schwierig zu erlernen, was das Spiel zur perfekten Alternative für Billard, Bowling und Co. macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand den anderen gegenüber einen großen Vorteil hat, ist zugegebenermaßen auch gering – schließlich kennt Shuffleboard bisher einfach niemand.

Doch nicht nur die einfache Technik macht Shuffleboard zur idealen Aktivität für einen entspannten Abend mit einer größeren Gruppe. Am besten spielt man in Teams von vier bis acht Leuten; dabei steht man stets mit jemandem aus dem gegnerischen Team auf einer Seite. So entstehen immer wieder nette Gespräche – und irgendjemand hat eigentlich immer Zeit, kurz neues Bier holen zu gehen.

American-Diner-Look, Bier vom Fass und gute Musik

Das Spiel hat seinen Ursprung in England, wo schon im 15. Jahrhundert die Menschen in Kneipen sich die Zeit damit vertrieben, Geldmünzen über Tische zu schnipsen. Von dort fand es irgendwann seinen Weg in die vereinigten Staaten. Wem Shuffleboard heute tatsächlich ein Begriff sein sollte, der kennt es wahrscheinlich vor allem als Rentnersport in Florida.

Doch dann ist das passiert, was eigentlich immer passiert, bevor angestaubte Trends ihr Revival feiern: Hipster in Brooklyn haben das Shuffleboard wieder für sich entdeckt. Der Shuffleboard-Club in Brooklyn war es auch, der die beiden Berliner Alex und Falko auf die Idee brachte, das Ganze nach Deutschland zu bringen.

© Alexander Müller-Seewald

Gesagt, getan – Deutschlands erster Shuffleboard-Club hat seit Dezember geöffnet. Viele Berliner*innen dürften sich bisher nicht hierher verirrt haben, denn die große Challenge besteht zugegebenermaßen erstmal darin, den Eingang überhaupt zu finden: Dieser befindet sich nämlich in einem winzigen Container auf dem Supermarkt-Parkplatz in der Weserstraße, gegenüber der Hausnummer 93. Hat man es hierher geschafft, geht es ein paar Treppen hinab in die Neuköllner Unterwelt. In den großen Kellerräumen fühlt man sich gleich wie in einem originalen American Diner: Neben den Shuffleboard-Bahnen gibt es ein paar Old-School-Spieleautomaten, Air Hockey, eine Tischtennisplatte, eine Bar und Bier vom Fass, es läuft elektronische Musik.

Shufflebaord-Clubs könnten das werden, was auch hierzulande seit Jahrzehnten die Bowlingbahnen sind: Der Ort für Geburtstagspartys, Firmenfeiern oder größere Gruppen, die an einem Samstagabend mal ein bisschen Abwechslung ins gemeinsame Biertrinken bringen wollen. Denn apropos Drinks: Shuffleboard ist der perfekte Sport, bei dem man die ganze Zeit ein Getränk in der Hand haben kann. Kleiner Tipp: Der Punktestand lässt sich super in ein Trinkspiel umwandeln. Spätestens nach dem dritten Bier wird man nicht mehr unbedingt besser im Spielen – aber auch nicht wirklich schlechter. Viel Spaß!

Berlin Shuffleboard Club | Eingang gegenüber der Weserstraße 93, 12059 Berlin | Donnerstag 18–23 Uhr, Freitag–Samstag 18–24 Uhr. Die Öffnungszeiten sollen demnächst auf weitere Tage ausgeweitet werden. | Kosten: Ein Tisch kostet unter der Woche 18€, Freitag und Samstag 22€ und eine Bahn kostet 24€ bzw. 28€. | Mehr Info

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