Diese 11 Filme solltet ihr auf der 70. Berlinale nicht verpassen

© Felix Steinhoff | Shutterstock

It's that time of the year again: Während in Köln mit der fünften Jahreszeit eindeutig der Karneval gemeint ist, ist für Berliner*innen die Berlinale jedes Jahr aufs Neue ein absolutes Highlight. Vom 20. Februar bis zum 01. März verwandelt sich Berlin in den Hotspot der Szene, nationale wie internationale Stars der Branche flanieren über den Roten Teppich und präsentieren ihre neuesten Filme. Dieses Jahr findet die Berlinale zum 70. Mal statt.

Johnny Depp verkörpert den international berühmten Fotoreporter W. Eugene Smith, die unfassbar talentierte Paula Beer verwandelt sich in Petzolds neuem Film in einen mythischen Unterwassergeist und Burhan Qurbani bringt Döblins "Berlin Alexanderplatz" mit Jella Haase sowie Albrecht Schuch in das 21. Jahrhundert. Es gibt viele Coming-of-Age- und Coming-out-Geschichten, bedingungslose Liebe zwischen Familien und natürlich auch viel Drama. Und weil die Berlinale genau 11 Tage geht, verraten wir euch hier, welche 11 Filme ihr unbedingt sehen solltet.

1. Berlin Alexanderplatz

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Knapp 100 Jahre ist es her, dass Alfred Döplin eines der Hauptwerke der deutschen Moderne schrieb: Berlin Alexanderplatz. In fast jeder Schule gehörte der Roman zur Pflichtlektüre. Nachdem der Stoff bereits verfilmt wurde, als Vorlage für eine Serie und Theaterstücke diente, nimmt sich der Regisseur Burhan Qurbani nun erneut der Geschichte an und verwandelt den Lohnarbeiter Franz Biberkopf in den aus Westafrika Geflüchteten Francis (Welket Bungué), der – ebenso wie einst Biberkopf in der Weimarer Republik – im Berlin des Jetzt droht unterzugehen, bis er die schöne Mieze (Jella Haase) kennenlernt. Ebenso wie die Romanvorlage behandelt auch diese Verfilmung die düsteren Schattenseiten der Großstadt, des Außenseitertums und skizziert natürlich auch eine dramatische Liebesgeschichte. Neben Jella Haase tritt auch Albrecht Schuch (Bad Banks, Systemsprenger) in einer Hauptrolle auf.

Mittwoch, 26. Februar, 15.30 Uhr: Berlinale Palast | Donnerstag, 27. Februar, 09.15 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Donnerstag, 27. Februar, 15 Uhr: Haus der Berliner Festspiele | Sonntag, 01. März, 17.15 Uhr: Berlinale Palast

2. My Salinger Year

© micro_scope

My Salinger Year von Philippe Falardeau ist der diesjährige Eröffnungsfilm und porträtiert die junge Schriftstellerin Joanna (Margaret Qualley), die – als Assistentin der Literaturagentin Margaret (Sigourney Weaver) – ihre Chance sieht, endlich selbst berühmt zu werden. Ihre Aufgabe besteht darin, die Fanpost des Kultautors J. D. Salinger zu widmen. Während sie sich immer mehr von ihrem Freund distanziert, schafft sie es ausgerechnet über den zum Phantom gewordenen Autor Salinger, sich ihrem Traumberuf als Autorin zu nähern. Eine spannende Coming-of-Age-Geschichte, die zeigt, dass der Umgang mit Worten zu den schönsten Nebensachen der Welt gehört.

Donnerstag, 20. Februar: 19.30 Uhr: Berlinale Palast | Donnerstag, 20. Februar 20.30 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Freitag, 21. Februar, 10.30 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Freitag, 21. Februar, 21.30 Uhr: Haus der Berliner Festspiele

3. Undine

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Christian Petzold hat es wieder getan: Nachdem der Regisseur bereits in seiner Romanadaption "Transit" Paula Beer und Franz Rogowski Seite an Seite hat spielen lassen, bringt er die beiden jetzt, zwei Jahre später, wieder gemeinsam auf die Leinwand. Die Historikerin Undine (Paula Beer) ist professionell, intelligent und anmutig zugleich, doch als sich ihr Partner Johannes (Jacob Matschenz) von ihr trennt, bricht eine Welt für sie zusammen – bis sie sich in den Taucher Christoph verliebt und mit ihm nicht nur die Tiefen eines Stausees, sondern gleichzeitig auch die Tiefen von Liebe, Leben und Tod ergründet. Dieses Mal bringt Petzold den Mythos des weiblichen, jungfräulichen Wassergeists in die Gegenwart, verbindet Alltagsgesten mit Surrealem und zieht die Zuschauer*innen so in einen mythischen Bann. Psst, der Film gilt jetzt schon als großer Favorit für den Goldenen Bären!

Sonntag, 23.Februar, 19 Uhr: Berlinale Palast | Montag, 24. Februar, 12.30 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Mittwoch, 26. Februar, 21 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Mittwoch, 26. Februar, 21.30 Uhr: b-ware! Ladenkino | Sonntag, 01. März 10 Uhr: Berlinale Palast

4. The Roads Not Taken

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Die Regisseurin Sally Potter zählt schon fast zu den Stammgästen der Berlinale. Ihr neuester Film "The Roads not taken" ist immerhin der sechste Film, den sie auf den Filmfestspielen zeigt. Der Film erzählt von der bedingungslosen Liebe einer Tochter zu ihrem geistig zerrütteten Vater, dessen Gedanken und Leben nur von ihr zusammengehalten werden. Leo (Javier Bardem) bewegt sich gedanklich zwischen Realität und Wirklichkeit. Mal ist er mit seiner Ehefrau Dolores in Mexiko, mal als einsamer Schriftsteller auf einer griechischen Insel und immer wieder kehrt er zurück in sein Leben mit seiner Tochter Molly (Elle Fanning) in New York. Potter zeigt, wie schwer es für Familie und Betroffene ist, mit dieser Krankheit zu leben und beweist eindrucksvoll, wie stark die Liebe sein kann.

Mittwoch, 26. Februar, 19.30 Uhr: Berlinale Palast | Donnerstag 27. Februar, 10 Uhr: Haus der Berliner Festspiele | Donnerstag, 27. Februar, 13.15 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Sonntag, 01. März, 19.30 Uhr: Haus der Berliner Festspiele

5. Welcome to Chechnya

© Public Square Films

Während wir in Deutschland kürzlich erfolgreich für die "Ehe für alle" gekämpft haben, sieht die Welt in Tschetschenien für die LGBTQI*-Community ganz anders aus. Behörden verhaften Zugehörige der LGBTQI*-Community, folterten sie, wollten sie dazu bewegen, andere zu outen – und während einige von ihnen in ihrer Haft umkamen, wurden andere nach ihrer Entlassung Opfer sogenannter Ehrenmorde. Der von Russland installierte Präsident Ramsan Kadyrow wiederum bestreitet die Vorkommnisse, bestreitet überhaupt die Existenz einer LGBTQI*-Community in Tschetschenien. Der Regisseur David Frances begleitet in seinem Dokumentarfilm Menschen vor Ort, die versuchen nicht nur ihr eigenes, sondern auch das von anderen zu retten. Er zeigt, wie die Umstände sind und liefert einen schockierenden und alarmierenden Bericht über die Gefahren, die ein Kampf gegen die konservative Regierung und Gesellschaft birgt.

Mittwoch, 26. Februar, 16.30 Uhr: International | Donnerstag, 27. Februar, 11.15 Uhr: CinemaxX 6 | Freitag, 28. Februar, 14.30 Uhr: Colosseum 1 | Samstag, 29. Februar, 21.30 Uhr: Cubix 9

6. Favolacce

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Vorstadt-Hoffnungslosigkeit par excellence: Die italienischen Brüder Fabio & Damiano D’Innocenzo erzählen in ihrem neuen Film von einer Familie, die in einem sterilen Reihenhaus in einem Vorort Roms ihre Hoffnungen und Träume beerdigen müssen. Während die resignierten Eltern frustriert darüber sind, dass sie die erhoffte Bürgerlichkeit nicht erreichen werden, sind es vor allem die Kinder, die langsam mit ansehen müssen, wie die Tristesse des Vororts ihre Zukunft in einen tiefgrauen Schleier hüllt – eine Mischung aus süßer Freunde und bitterem Sarkasmus.

Dienstag, 25. Februar, 19 Uhr: Berlinale Palast | Mittwoch, 26. Februar, 10 Uhr: Haus der Berliner Festspiele | Mittwoch, 26. Februar, 12.15  Uhr: Friedrichstadt-Palast | Freitag, 28. Februar, 21.30 Uhr: Friedrichstadt-Palast

7. Schwesterlein

© Vega Film

Schon klar, Lars Eidinger hat mit seinem persönlichen Auftreten in letzter Zeit nicht gerade für positive Schlagzeilen gesorgt, das könnte sich zur Berlinale aber wieder ändern, denn hier spielt er an der Seite von Nina Hoss in Stéphanie Chuats und Véronique Reymonds Film "Schwesterlein" mal wieder grandios. Lisa (Nina Hoss) und Sven (Lars Eidinger) sind Zwillinge. Während Lisa nach einer mehr oder minder gescheiterten Karriere als Theaterautorin mit Mann und Kind in die Schweiz zieht, bleibt der kranke Sven in Berlin zurück – bis sein Zustand sich verschlechtert und Lisa ihn in die Schweiz holt, in der Hoffnung die anderen Behandlungsmethoden und die Bergluft würden seine Krankheit lindern. Theater und Leben, Krankheit und Gesundheit, Bruder und Schwester, Berlin und die Schweiz: Zwischen diesen kontroversen Paaren wird eine einfühlsame Geschichte über Geschwisterbeziehungen und den Umgang mit Krankheiten erzählt.

Montag, 24. Februar, 18.15 Uhr: Berlinale Palast | Dienstag, 25. Februar, 09.30 Uhr: Haus der Berliner Festspiele | Dienstag, 25. Februar, 13 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Sonntag, 01. März, 12 Uhr: Friedrichstadt-Palast

8. Minamata

© Larry D. Horricks

Der berühmte Fotoreporter W. Eugene Smith (Johnny Depp) ist etwas in die Jahre gekommen, sein Hoch hatte er zur Berichterstattung des Zweiten Weltkrieges, jetzt führt er ein eher zurückgezogenes Leben, bis er vom Herausgeber des "Life"-Magazins das Angebot bekommt, nach Japan zu reisen, um dort den Ursachen einer Quecksilbervergiftung, an der viele Bewohner*innen des Fischerdorfs Minamata leiden, nachzugehen. Zunächst unschlüssig, überzeugt ihn die leidenschaftliche Übersetzerin Aileen und er macht grandiose Entdeckungen: Die Gier des großen Chemiekonzerns ist Schuld. Gemeinsam mit seiner Kamera dokumentiert er die Leiden der Dorfbewohner*innen, gibt ihnen eine Stimme und sagt dem Konzern den Kampf an.

Freitag, 21. Februar, 21 Uhr: Friedrichstadt-Palast | Sasmstag, 22. Februar, 09.30 Uhr: Zoo Palast 1 | Samstag, 22. Februar, 22 Uhr: Haus der Berliner Festspiele | Sonntag, 01. März, 11 Uhr: CinemaxX 3

9. Las Mil y Una

© Varsovia Films

Iris ist 17. Und statt die Schulbank zu drücken – sie ist ohnehin gerade von der Schule geflogen – hängt sie lieber mit ihren beiden Cousins ab, drückt auf dem Handy rum oder spielt Basketball zwischen Sozialbauten in Argentinien. Jungs ziehen sich vor der Webcam aus oder sich gegenseitig ins Gebüsch, ihr sexuelles Interesse ist längst geweckt und zumindest beim Sex und in der Liebe scheint noch alles möglich. Auch das sexuelle Interesse von Iris flammt auf, als die selbstbewusste Renata plötzlich im Viertel auftaucht. Doch kaum ist sie da, werden auch schon fleißig Gerüchte über die Neue gestreut. Clarisa Navas erzählt eine durch die Bilder fast schon dokumentarisch wirkende Geschichte, in der sich Coming-outs und Cybermobbing, Armut und Liebe, Gesellschaft und Rebellion treffen.

Donnerstag, 20. Februar, 21 Uhr: CinemaxX 7 | Donnerstag, 20. Februar, 21.15 Uhr: CinemaxX 5 | Donnerstag, 20. Februar, 21.30 Uhr: CinemaxX 4 | Freitag, 21. Februar, 13 Uhr: CinemaxX 6 | Samstag, 22. Februar, 20 Uhr: Cubix 5 | Sonntag, 23. Februar, 21 Uhr: Colosseum 1 | Montag, 24. Februar, 18.30 Uhr: Filmrauschpalast | Dienstag, 25. Februar, 20 Uhr: Cubix 5 | Freitag, 28. Februar, 11.15 Uhr: CinemaxX 6

10. Death of Nintendo

Paolo und seine Freund*innen wachsen in einem kleinen Dorf im Manila der 1990er Jahre auf. Was ihre Kindheit prägt, sind Videospiele, Fangen spielen, im Fluss baden und Mädchen ärgern. Doch dann wird alles anders. Statt die Mädchen zu ärgern, interessieren sie sich plötzlich für sie. Es beginnt eine emotionale Reise zwischen heranwachsen und erwachsen sein, in der Paolo und Co. alles tun, um Mädchen zu beeindrucken – selbst eine Geisterjagd, krude Männlichkeitsrituale oder das Verbannen des Nintendos, dem ludischen Indiz der Kindheit, sind Schritte, die in Erwägung gezogen werden. This strange thing, is called Pubertät und die macht auch vor Paolo und seinen Freund*innen keinen Halt. Der Regisseur Raya Martin erzählt hier eine ganz besondere Geschichte des Heranwachsens.

Samstag, 22. Februar, 13 Uhr: Urania | Sonntag, 23. Februar, 14 Uhr: Cubix 8 | Mittwoch, 26. Februar, 10 Uhr: Zoo Palast 2 | Freitag, 28. Februar, 14 Uhr: CinemaxX 1

11. Kød & Blod

© Christian Geisnæs

Nachdem Idas Mutter gestorben ist, zieht die 17-Jährige zu ihrer Tante und den drei Cousins. Dass hier alles etwas anders ist, bemerkt sie schnell, denn es wird klar, dass die fürsorgliche Tante auch eine knallharte Matriarchin ist, die sich und die gesamte Familie in zwielichtige Geschäfte verwoben hat. Ida indes ist dauerhaft im Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit und der Anziehung, die das draufgängerische Leben ihrer Cousins auf sie hat. Ein eindringlicher Film mit Tiefgang, den die Regisseurin Jeanette Nordahl als Debüt hinlegt.

Freitag, 21. Februar, 19 Uhr: Zoo Palast 1 | Samstag, 22. Februar, 13 Uhr: Cubix 9 | Sonntag, 23. Februar, 09 Uhr: CinemaxX 7 | Montag, 24. Februar, 22 Uhr: Colosseum 1 | Sonntag, 01. März, 19 Uhr: Zoo Palast 1
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