Regional lunchen und eure Balkon-Begrünung planen in der Pomeranze

© Marie Therese Freise

Wer Katharina und Marlene in den hellen und gemütlichen Räumen der Pomeranze besucht, findet die beiden wahrscheinlich gerade Walnüsse hackend in Vorbereitung für das Frühstücks-Granola vor. Man fühlt sich sofort wohl, umgeben von all den Pflanzen, den schönen Holzdielen und mit der Aussicht auf ein Frühstück am alten Kamin. Die beiden Gründerinnen machen fast alles selbst: Kuchen, Quiche, Kompott und Marmeladen fürs Frühstück. Auch die aufwändige Renovierung und Umgestaltung der Pomeranze (die vorher eine eher dunklere Bar war) haben sie selber gestemmt.

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"Selbstverständlich, weil es kaum eine Alternative gab, wurde früher regional und saisonal gekocht. Wir möchten diese fast vergessenen Gerichte, die dir früher vielleicht deine Oma servierte, wiederbeleben", sagen Katharina und Marlene. Zum Frühstück bekommt ihr leckeres French Toast mit Früchten und Joghurt, wahlweise auch vegan, ein gebackenes Müsli mit selbsteingekochtem Rhabarberkompott oder ein veganes Croissant und richtig guten Cappuccino – selbstverständlich auch mit Hafermilch. Mittags könnt ihr wählen zwischen wechselnden Tagesgerichten wie einer gesunden Bowl, Gemüseküchlein mit Salat oder Omas guter alter Kartoffelsuppe.

Morgens, mittags, abends im Neuköllner Schillerkiez

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Die leckeren Kuchen entstammen selbstredend auch dem Ofen der Pomeranze. Besonders lecker ist zum Beispiel der Cheesecake mit Pflaumenkompott-Topping. Abends könnt ihr Kleinigkeiten wie Handkäs mit Musik, eine Brandenburger Brotzeit für zwei, ein Grilled Cheese Sandwich mit Gouda und Bergkäse oder ein Schälchen fermentiertes Gemüse zum Apéritif bestellen. Das alles passt hervorragend zu einem Glas Weißwein in der Abendsonne, die vom Tempelhofer Feld bis zu den Außentischen der Pomeranze strahlt.

Die Pomeranze hat sich zum Ziel gesetzt, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren:  "Auf dem Weg dorthin möchten wir neue, Ressourcen sparende Wege gehen. Zum Beispiel möchten wir keine Single-Use-Produkte herausgeben, überwiegend pflanzenbasierte Gerichte anbieten, möglichst verpackungsfrei einkaufen und Wein vom Fass anbieten", erklärt Katharina.

Urban Gardening, Zero Waste, regional und saisonal

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Mit den selbst gebackenen Kuchen und wechselnden Tagesgerichten mit frischen saisonalen Produkten wollen Katharina und Marlene beim Gast das Bewusstsein für die jahreszeitliche Verfügbarkeit von Lebensmitteln fördern und eine Nähe zu Nahrungsmitteln aus der Region schaffen. Der Apfelsaft von einer Brandenburger Mosterei, den Espresso liefert die Tempelhofer Rösterei Andraschko, Obst und Gemüse kommen von Plant Age, vom Bio-Großhändler Terra oder auch mal von Berliner Kleingärtnern.

Außerdem ist es der Pomeranze ein Anliegen, das urbane Gärtnern zu fördern. Das geht für Katharina und Marlene selbstverständlich mit dem Wunsch einher, zu wissen, woher unsere Lebensmittel kommen. Denn jede*r kann schon auf kleinster Fläche – sei es ein Fensterbrett, ein Balkon oder ein kleiner Grünstreifen vor dem Wohnhaus – dazu beitragen, dass Lebensräume für Insekten geschaffen werden und nachhaltig mit Lebensmitteln umgegangen wird. Dafür werden in der Pomeranze feine, nützliche Dinge angeboten: Saatgut, Werkzeug, Bücher, Keramik-Töpfe für Pflanzen. Und schöne Coffee-To-Go-Becher, die du für immer behalten kannst, Metallstrohhalme und Wachstücher als Alufolien-Ersatz.

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Um Dialoge und Fähigkeiten nachhaltigen Handelns zu fördern, werden in der Pomeranze auch einige Workshops angeboten, wie etwa das Fermentieren von Gemüse oder das Färben von Stoffen mit Gemüseresten wie zum Beispiel Zwiebelschalen. Außerdem finden regelmäßige Pop-Up Food Events wie etwa From Tel Aviv With Love Pop Up-Brunch mit Shay statt, wo in Shakshuka, Pita Brot und Hummus geschwelgt wird. Um darüber informiert zu bleiben, könnt ihr regelmäßig auf Facebook schauen, wo die Veranstaltungen angekündigt werden.

Unbedingt probieren: Die veganen armen Ritter 

Veggie: Es gibt fast ausschließlich vegane und vegetarische Speisen

Besonderheit des Ladens: Alles ist selbst gebacken, regional, saisonal

Mit wem gehst du hin: Mit deinen Freund*innen nach einem Spaziergang auf dem Tempelhofer Feld oder mit deiner Oma zum Mittagessen

Preise: Cappuccino 2,80 €, Granola 5,50 €, Bowl 7,50 €

Leinestraße 48, 12049 Berlin | Di - Do 10-22 Uhr, Sa & So 10 -18 Uhr, Mo ist Ruhetag | http://www.pomeranzeberlin.de

 

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