Sympathische Barkeeper und außergewöhnliche Drinks in der Emi Wynehouse Bar in Mitte

© Wiebke Jann

Denke ich an die Torstraße, denke ich erstmal an wahnsinnig viel Verkehr, Nahtoderfahrungen mit dem Fahrrad und nicht unbedingt daran, mich entspannt am Straßenrand zum Cocktailschlürfen niederzulassen. Doch seit August hat die Torstraße einen attraktiven Pluspunkt gesammelt: Wo früher eine kleine Weinbar auf der Torstraße war, ist das Sharlie-Cheen-Team mit der neuen, kleinen Schwester eingezogen, der Emi Wynehouse Bar. Bisher allerdings nur auf Zeit, denn in Absprache mit der vorherigen Mieterin – sie wollte den Laden nicht mehr betreiben – konnte Dustin, der Betreiber des Sharlie Cheens den Mietvertrag zu den alten Konditionen übernehmen, bis er im August 2020 ausläuft.

Auch wenn die Emi Wynehouse Bar so gesehen eigentlich ein etwas längeres Pop-up-Projekt des Unternehmers ist, ist der Laden von früher kaum wiederzuerkennen: Dunkle Wände, an die über Projektoren Bilder geworfen werden, Tapeart, schwarze Tische und Barhocker, dunkelgraue Sofas und Holztische prägen jetzt das Bild der Bar. Nicht nur der Laden, sondern auch die Barkeeper sehen ein bisschen too cool for school aus: Gutaussehend, zurecht gemacht, cooler Look – Berlin Mitte here we go. Dass die Boys aber nicht nur cool aussehen, sondern unfassbar nett, sympathisch und zuvorkommend sind, bemerkt man schon bei der Begrüßung und allerspätestens dann, wenn man nach einer Empfehlung fragt, hat man sich schon ein klitzekleines bisschen in die Jungs verknallt.

© Wiebke Jann
© Wiebke Jann

Dustin und sein Team haben ein Händchen für gute Drinks, das beweisen sie seit Jahren im Sharlie Cheen. Deswegen wundert es uns auch nicht, dass auch hier viel Liebe und Vielfalt in jedem Drink steckt. Die Jungs haben einzigartige Drinks mit außergewöhnlichen Zutaten kreiert. Einige der infused Spirituosen und Non-Alcoholics stellen sie drüben im Sharlie Cheen selbst her, die übrigen Spirituosen beziehen sie von ausgewählten Manufakturen aus der Umgebung, wie etwa den Korn von Berliner Brandtstifter oder den Gurkengeist von Spreewood Distillers. Natürlich finden sich auch die üblichen Verdächtigen wie ein Basil Smash, Moscow Mule oder Negroni auf der Karte, vor allem geht es hier aber um "Fucking Awesome Sours" und "Signature Highballs".

© Wiebke Jann
© Wiebke Jann

Für den Start entscheiden wir uns für den Aperosé, ein Twist des Klassikers Aperol Spritz, der statt mit Sekt mit Belsazar Vermouth Rosé zubereitet wird. "Aperol Spritz ist langweilig, die Leute lieben es aber. Deswegen wollen wir ihnen langsam zeigen, dass er auch anders super schmeckt", erklärt uns Dustin. Außerdem bestellen wir die Lieblingsdrinks der Barkeeper – wer könnte wohl bessere Empfehlungen geben als diejenigen, die die Drinks kreiert haben und täglich mixen – und vor uns landen noch "I'm in love with the Coco" und "Carmen Electric". Zugegeben, normalerweise läuten bei dem Wort Coco im Zusammenhang mit Drinks bei mir alle Alarmglocken. Ich sage nur: Swimming Pool und Pina Colada. Dieser Drink ist allerdings ganz anders, wir haben es hier nicht mit einer Kokos-Sahne-Bombe zu tun, sondern einem Drink, der aus Kokos, Aquavit, Vermouth Riesling, Dill, Zitrone, Hibiskus und Salz besteht. Bei jedem Schluck schmeckt man die feinen Nuancen der einzelnen Zutaten, er ist weniger süß, ein bisschen spritzig und angenehm leicht. Aber auch alle anderen Drinks, die wir probiert haben – uns haben es vor allem die Signature Highballs angetan – waren fantastisch.

© Wiebke Jann

Einige Drinks später und ein bisschen beschwipst, sind wir uns sicher, dass das nicht unser letztes Date mit dieser Bar war. Wir freuen uns jedenfalls schon auf unsere One-Year-Romance mit Emi und wollen noch gar nicht daran denken, dass im Sommer 2020 mit der Pop-up-Bar Schluss sein soll.

Unbedingt probieren: I'm in love with the Coco

Veggie: abgesehen von wenigen Drinks, die mit Eiweiß oder Honig gemacht sind, sind alle Drinks vegan.

Besonderheit des Ladens: Die Jungs wissen wirklich, wovon sie sprechen, die meisten Sirups und infused Spirituosen werden selbst hergestellt.

Mit wem gehst du hin: mit 2-3 Freund*innen, wenn ihr richtig gute Drinks schlürfen wollt

Preise: die Drinks kosten zwischen 8.50 und 12 Euro

Emi Wynehouse Bar | Torstraße 68, 10119 Berlin | Täglich ab 18 Uhr | mehr Info

Weiterlesen in Food, Bars
Sags deinen Freunden: