Unsere 11 Kunsttipps für den Februar 2018

Der Februar ist der Monat der romantischen Liebe und des wilden Karnevals. Die bunte Palette der Emotionen. Wenn ihr weder vom einen noch vom anderen berührt werdet und trotzdem mal wieder mit euren Gefühlen in Verbindung treten wollt: unsere Kunsttipps für den Februar.

1

© Wiebke Jann Gianni Versace Retrospective im Kronprinzenpalais

Bei der Eröffnung seiner Retrospektive galt natürlich der Dresscode Sparkling Glam. Gianni Versace ist jener Modemacher, der über Lippstadt nach Deutschland „kam“. Seinem Leben wurde auf der Höhe seines Erfolges ein jähes Ende gesetzt und seitdem führt seine Schwester Donatella sein Erbe nicht unbedingt farbloser weiter. Knapp 20 Jahre nach seinem Tod reihen sich in dieser Retrospektive Originalentwürfe, an Zeichnungen und Archivfotografien. Außerdem warten Runway-Videos, Accessoires und mehrere Hundert Originalkreationen, die schon die Haut von Prince, Madonna und Claudia Schiffer bedeckten.

2

A Becoming Resemblance by Heather Dewey-Hagborg and Chelsea Manning Courtesy of Heather Dewey-Hagborg, Chelsea E. Manning and Fridman Gallery, New York
. Photo: Paula Abreu Pia transmediale im Haus der Kulturen der Welt

Face Value steht für einen Wert, der sich nicht wandelt. Feststehend beschreibt er einen Status, kategorisiert und bewertet – Rassen zum Beispiel. Ja, Ökonomie und Diskrimierung gehen Hand in Hand, und das macht die transmediale in diesem Jahr zum Thema. Die begleitende Ausstellung "Territories of Complicity" im experimentellen Format konzentriert sich darin auf Infrastrukturen wie das Internet. Dieses world wide web, einst als freier, neutraler Raum konzipiert, ist heute nicht mehr das. Eine Ausstellung mit Videos, Installationen und Texten, unter anderem von Zach Blass und Yuri Pattinson, ist eingebettet in ein wie immer volles und dichtes Rahmenprogramm. 

3

© Galerie Neu Birgit Megerle in der Galerie Neu

Soft Power beschreibt Macht, deren Autorität sich nicht in Uniformen kleidet, die nicht von Polizei, Politik oder Militär ausgeübt wird. Soft Power präsentiert sich subtiler, im Konsum, in Sprache sowie in der Kunst. Birgit Megerle malte Cover des feministischen Magazins Emma aus verschiedenen Jahrzehnten nach. Sie zeigen Frauen bei denen die Mimik, das Make-up oder eben das Fehlen davon seine Wirkung entfaltet. Die Gemälde richten den Blick aber auch auf gesellschaftliche Erwartungen an Schönheit und darauf, wie Frau zu sein hat. Stille aber gewaltige Macht. 

4

© Linda Kuhn "Geradenicht" Detail | Foto: Katharina Rose Hibernation im Bärenzwinger

Schnute war die letzte Bärin im Zwinger am Köllnischen Park. Mit ihrem Tod endete 2015 auch dessen Ära. Nach langem Leerstand wird der Zwinger inzwischen durch Kunst bespielt, die sich auf die Historie des Ortes bezieht. "Hibernation", die aktuelle Ausstellung, konzentriert sich beispielsweise auf An-und Abwesenheit: im Winter ließen sich die Bären nicht im Außengehege blicken. Sie durften ruhen. In dieser Tradition schafft die Künstlerin Linda Kuhn nun Rückzugsorte für Skulpturen, Alvaro Urbano dekonstruiert das Verhältnis von Innen und Außen, von Traum und Wirklichkeit.

5

Beyonce, "Formation", 2017 Arthur Jafa bei Julia Stoschek Collection

Laut The Guardian ist Jafa der „go-to video artist for Jay Z and the Knowles sisters“. Er habe mehr Ideen in einer Minute als die meisten von uns in ihrem gesamten Leben. Jafa arbeitete mit Kubrick an "Eyes Wide Shut" und sein Film "Daughters of the Dust" inspirierte Beyoncé zum Film-Album "Lemonade". Der Mann ist ein Künstler – Filme, Installationen, Vorträge, Performances und Happenings – doch erst im letzten Jahr gab er seine erste Soloausstellung in der Serpentine Sackler Gallery London. Und die wird jetzt nach Berlin, in die Julia Stoschek Collection, geholt.

6

© Antonio Consentino Antonio Consentino in der Zilberman Gallery

"Summer was a beautiful day". Ein sarkastischer Spruch der im letzten Sommer die Facebook-Feeds tapezierte. Jetzt ist er Titel der aktuellen Ausstellung des Künstlers Antonio Consentino. Sein simpler Stil – kindliche Graphiken, fotorealistische Bilder und Handschriftliches –  spielen mit dem Verständnis davon, was hohe Kunst und was niedere Kultur ist. Alltagsobjekte und -symbole werden bei ihm Teil einer Kunst, die über ihr natürliches Habitat, das städtische Leben und den modernen Kapitalismus spricht.

7

© Philip Kojo Metz Philip Koje Metz bei Decad

Philip Koje Metz sollte eine künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum zum Thema "Zweiter Weltkrieg" produzieren. Der deutsch-französische Kolonialismus wurde sein Zugang, Fußball sein Stilmittel. 1914 und 1916 bekämpften sich die beiden Länder um Territorien auf afrikanischem Boden. Metz ließ also Mannschaften in Kamerun in Jerseys beider Länder antreten, und das Spiel- wurde zum Kampffeld, Talk-Runden fingen das thematisch auf. Die Ausstellung bei Deacad zeigt nun Videos, Fotos, Dokumentationen und lädt zu neuen Vorträgen über Afrofuturismus im Zusammenhang von Fußball, Gender, Migration und Journalismus ein. Fußball ist eben, da hat Metz recht, die Sprache der Welt.

8

Mike Silva, "Hood", 2017 © Farbvision Mike Silva bei Farbvision

Mike Silva schlägt mit nur vier Malereien bei Farbvision auf, manchmal braucht es aber auch nicht mehr. Vielleicht noch einen guten Raum, aber den stellt die Galerie Farbvision ohnehin. Es handelt sich übrigens nicht um den Mike Silva aus dem Internet, der sich Jesus Christus verschrieben hat und die Welt missioniert. Dieser Mike Silva besinnt sich eher auf sein Leben, seine Beziehungen und auf seine Heimatstadt London. Die Tatsache, dass Silva vor Kurzem unter einer schweren Krankheit litt, die seine neueren Arbeiten beeinflusste, gibt diesen banal klingenden Motiven schon wieder neues Gewicht.

9

Clarissa Bonet, Caught in the Storm (aus der Serie City Space), 2011 / © Clarissa Bonet courtesy Catherine Edelman Gallery, Chicago
 Brunch "New Bauhaus Chicago. Experiment Fotografie und Film“ im Bauhaus-Archiv

Happy Birthday Bauhaus! 100 Jahre wird die legendäre Bewegung 2018 alt. Das New Bauhaus Chicago hingegen feiert erst seinen 80. 1937 wurde dieses vom ehemaligen Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy ins Leben gerufen. Der Fokus lag dabei auf Fotografie, oder vielmehr: auf Licht als Werkstoff. Anlässlich der Ausstellung  „New Bauhaus Chicago“ wird ein verlockendes Gesamtpaket aus Frühstück im bauhaus-Café und anschließender Führung angeboten. Danach seid ihr für jede Blockbuster-Bauhaus-Jubiläumsschau vorbereitet.

Anmeldung per Email oder über das Buchungssystem des Bauhaus-Archiv.

10

© Paul Waak Total Sellout bei Galerie Neurotitan

Der Namen ist Konzept: alles muss raus! Seit 13 Jahren gibt es das reisende, jährlich stattfindende Format und jetzt haben wir Berliner wieder die Chance auf Illustrationen, Zeichnungen, Skulpturen und Zines von lokalen Künstlern zu erschwinglichen Preisen.
Schaut in der Facebook-Veranstaltung doch auch nach dem Rahmenprogramm, es gibt nämlich noch mehr.

11

©2017 PortrAid Xiomara Bender, 2017 PortrAid – Get Art, Give Work bei DRIVE

2015 ermöglichte die Initiative PortrAid „I see you see“ in Marokko Augen-OPs für fast 80 Personen. „I see you learn“ öffnete im Jahr darauf Kindern im Atlasgebirge den Zugang zu schulischer Bildung. Für das neueste Projekt der Initiative porträtiert Fotografin Xiomara Bender Weber in Addis Abeba, Äthiopien. Pro verkauftem Bild wird ein neuer Webstuhl erworben, was wesentlich zum Erhalt und der Verbesserung der Lebenssituation der Abgelichteten und ihrer Familien beiträgt. Hinter PortrAid steht übrigens die Abury Stiftung, die sich für interkulturellen Austausch und wirkliche Entwicklungshilfe engagiert.

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