The Future is female – 11 wirklich lesenswerte Bücher über Feminismus

© Iam Se7en | Unsplash

"The Future is female" ist ein Statement, das wir nicht erst seit dem tollen Engagement unserer Freunde von Edition F kennen, sondern eines, das wir seit geraumer Zeit verfolgen und für das wir einstehen wollen. In dem Buch mit dem gleichen Namen melden sich bekannte Frauen wie Pink-Protest-Gründerin und Herausgeberin Scarlett Curtis sowie die Schauspielerinnen Emma Watson und Keira Knightley zu Wort und erzählen, was für sie Feminismus bedeutet und wie wir Problematiken, wie Gender Pay Gap und Mansplaining richtig angehen können. Wir geben euch hier einen kleinen Einblick in das Buch und den Beitrag von Emma Watson, in dem sie euch zehn tolle Bücher von feministischen Autorinnen vorstellt.

Auszug aus "The Future is female"

Als ich "Our Shared Shelf" ins Leben rief, wäre ich niemals auf den Gedanken gekommen, dass sich diese Plattform zum weltweit größten feministischen Buchclub mausern würde. Ich bin sehr stolz auf die lebendige, weltumspannende Community, die sich hier zusammengefunden hat, und den äußerst vielfältigen, respektvollen Meinungsaustausch, der in diesem Forum stattfindet. Ich denke oft darüber nach, wie sehr es mir geholfen hätte, wenn ich im Alter von vierzehn oder fünfzehn auf diverse feministische Autorinnen und ihre Bücher gestoßen wäre. Wie anders hätte ich mich selbst gesehen, wie anders mich in dieser Welt verhalten! Diesen Gedanken im Hinterkopf, stelle ich euch hier zehn Bücher vor, die das Team von "Our Shared Shelf" ausgewählt hat, insbesondere für diejenigen unter euch, die gerade anfangen, die Welt zu entdecken und ihren Platz darin zu suchen. Bis auf eine Ausnahme haben wir hier keine Titel aufgenommen, die unser Buchclub in der Vergangenheit schon einmal empfohlen hat, da wir hoffen, dass ihr sie als Nächstes selbst entdeckt. In einer Zeit, in der wir nur allzu häufig daran erinnert werden, was uns trennt, können wir eine gemeinsame Basis finden, indem wir unsere Geschichten teilen. Bitte schließt euch mir an und beteiligt euch an den Gesprächen und Diskussionen auf OurSharedShelf.com.

Herzlich, Emma

1. "The hate u give" von Angie Thomas

Dieses Buch ist dringend nötig. Es setzt sich mit der Polizeigewalt und den Todesschüssen auf unbewaffnete Schwarze in den USA auseinander, die zur Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung führten. Es ist kein Blick aus der Distanz, sondern ganz nahe dran. Angie Thomas erzählt die Geschichte von Starr, die schon als Jugendliche zur glühenden Aktivistin wurde, nachdem sie miterlebt hatte, wie ihr Freund von der Polizei erschossen wurde. Sie ist schwarz, lebt in einem typischen amerikanischen Vorort und muss andauernd "Code-switchen", um von ihren überwiegend weißen Mitschülern an der Privatschule und ihren Freunden anerkannt zu werden. In einer Welt, in der rassistische Gewalt an der Tagesordnung ist, kämpft sie darum, ihre eigene Stimme zu finden und ist Teil einer Bewegung, die alles verändern könnte.

© Balzer + Bray | © Walker Books Ltd

2. "Beyond Magenta: Transgender teens speak out" von Susan Kuklin

Diese Sammlung von Berichten transsexueller Jugendlicher aus den USA steckt voller kluger Einsichten und ist sehr bewegend. Sie alle erzählen ihre ganz eigene Geschichte, in ihren Worten, mit Mut und Weisheit. Wir hoffen, dass die Lektüre dieses Buches jungen Menschen, die transsexuell aufwachsen und nach einer Stimme oder einer Geschichte suchen, mit der sie sich identifizieren können, auf ihrer Reise Unterstützung und Anleitung geben kann. Solltest du Cisgender sein und dich immer schon gefragt haben, wie es wohl sein mag, als Transmensch aufzuwachsen, dann werden diese Storys dir die Augen öffnen. Solltest du darüber nachdenken, wie du ein*e bessere*r Verbündete*r sein kannst, dann ist dieser von der Autorin/Fotografin Susan Kuklin zusammengestellte Band genau das Richtige für dich. Angesichts eines zunehmenden Gender-Bewusstseins, der immer stärkeren Sichtbarkeit von transsexuellen Aktivist*innen und Künstler*innen und Transgender-Rechten wäre es toll, wenn wir bald ein globales Update zu diesem aufschlussreichen Buch zu lesen bekämen.

3. "Akata Witch" von Nnedi Okorafor

Wir sind ja dermaßen begeistert von diesem Genre namens Afrofuturismus! Es setzt einen Rahmen, in dem Afrika und die Diaspora integraler Bestandteil der Zukunft unseres Planeten sind. In der Afro-Zukunft sagen Frauen und Mädchen, wo es langgeht (erinnert ihr euch an die Dora Milaje, die Kriegerinnen aus Black Panther, oder Letitia Wright in ihrer Rolle als Shuri, Prinzessin und geniale Technikerin von Wakanda?). Dieses höchst originelle Buch, geschrieben von der talentierten Schriftstellerin Nnedi Okorafor, handelt von einer jungen US-Nigerianerin namens Sunny. Sie ist eine Albino, eine Außenseiterin, eine mächtige Hexe. Sie hat #blackgirlmagic. Und eine Kriegerin ist sie auch.

© Speak | © Simon + Schuster UK

4. "Girl up, kick ass, claim your woman card and crush everyday sexism" von Laura Bates

Das ist mal ein furioses Buch! Zum Totlachen, aber kein Nonsens. Ein ernsthaftes Handbuch, das die Probleme, mit denen sich weibliche Teenager in Zeiten von überbordendem Hass und ungezügelter Grausamkeit in sozialen Medien, schädlicher Body-Image-Propaganda und Alltagssexismus herumschlagen, frontal bei den Hörnern packt. Laura Bates vom "Projekt Everyday Sexism" legt uns damit genau zur rechten Zeit ein gut recherchiertes Buch vor, wie ich und die Mädels meiner Generation es uns als Jugendliche gewünscht hätten.

5. "Sour Heart" von Jenny Zhang

"Sour Heart" – das sind sieben Geschichten über sieben Lebenswege, erzählt aus dem Blickwinkel junger Töchter von chinesischen Einwanderern in den USA. Ihre scharfsichtigen Beobachtungen enthüllen die belastende Nähe innerhalb dieser Familien, die in einem fremden Land ums Überleben kämpfen, während die jungen Mädchen darum ringen, ihre eigene Identität zu finden und auszuprägen. So häufig lesen wir von dem, was Mädchen alles passiert, doch kaum jemals etwas darüber, wie sie sich wirklich fühlen. Das erstaunliche Romandebüt der Dichterin Jenny Zhang beschenkt uns mit kühnen, ehrlichen Beobachtungen, die zugleich scharfsinnig, irre witzig und chaotisch sind. Genau das, was wir brauchen.

© Bloomsbury UK | © Penguin

6. "The Upside of Unrequited" von Becky Albertalli

Hier haben wir ein unglaublich lustiges, süßes Buch über heftiges Verknalltsein und LGBTQIA+-Liebe. Molly steht auf Jungs, ihre coole Zwillingsschwester Cassie dagegen auf Mädchen, und ihre beiden Mütter wollen heiraten. Becky Albertalli (Autorin von "Nur drei Worte") ist eine hervorragende Erzählerin. Sie schreibt eine Geschichte, mit der man sich absolut identifizieren kann. Wir glauben, dass sich in Mollys Selbstunsicherheit und diesem frischen, inklusiven Blick auf Familie, Liebe und Freundschaft jede Menge junger Leute wiederfinden werden.

7. "Colonize this! Young women of color on today's feminism" von Daisy Hernández und Bushra Rehman

Diese Sammlung kraftvoller persönlicher / politischer Essays verstärkt die Stimmen junger farbiger Frauen innerhalb des Feminismus / Womanismus, die aus allen Ecken und Enden der Welt kommen und lautstark die Sünden anprangern, die das Patriarchat während der Kolonialzeit begangen hat, während sie selbstbewusst versuchen, sich diesem Erbe zu entziehen. Daisy Hernández und Bushra Rehman präsentieren Texte, die uns helfen, unser Bewusstsein für die Schnittmengen zwischen Geschlecht, Rasse, Sexualität und Klasse zu schärfen. Dieses Buch sollte vor allem für diejenigen unter euch zur Pflichtlektüre gehören, die sich für intersektionalen Feminismus interessieren. Kaum zu glauben, aber wahr: "Colonize This!" erschien bereits vor mehr als fünfzehn Jahren. Wir fiebern schon der Neuauflage entgegen, die Anfang 2019 erscheinen soll.

© Seal Press | © Speak

8. "A Time to dance" von Padma Venkatraman

Das ist die Geschichte von Veda, einem Mädchen aus Indien. Sie liebt den klassischen Tanz und hat eine vielversprechende Karriere vor sich. Doch dann verliert sie bei einem Unfall ein Bein. Sich an ihre Prothese zu gewöhnen, ist ein schmerzvoller, von zahlreichen Demütigungen begleiteter Prozess. Veda muss einen Weg finden, um ihre spirituelle und physische Verbindung zum Tanzen wiederherzustellen. Padma Venkatramans in kunstvolle Verse gefasste Geschichte erzählt auf wunderbare Weise von der Widerstandskraft des menschlichen Geistes. Unseren Körper lieben zu lernen, wie immer er auch aussehen mag, ist ein wiederkehrendes Thema, das Lektionen für uns alle bereithält, zumal in Gesellschaften, in denen Body Shaming an der Tagesordnung ist und wir unserer körperlichen Eigenheiten wegen häufig be- und verurteilt, beleidigt, bloßgestellt oder sexualisiert werden.

9. "The Things I would tell You" von Sabrina Mahfouz

Diese reichhaltige Anthologie enthält Geschichten und Gedichte von und über muslimische Frauen in Großbritannien. Sie vereint zahlreiche Stile, Themen und Stimmen und spiegelt die vielen verschiedenen Umstände und Lebenserfahrungen muslimischer Frauen wider. Es kommt so selten vor, dass wir die Möglichkeit haben, solche Geschichten gemeinsam zu lesen. Daher sollte die Erfahrung einer einzelnen farbigen Person für eine ganze Gruppe stehen können. Einige der in dieser Sammlung enthaltenen Texte stammen von jungen Frauen, die von Sabrina Mahfouz geleitete Schreibkurse besucht haben. Wir brauchen mehr Geschichtenerzählerinnen wie sie – Autorinnen, die willens sind, bewegende Geschichten von Frauen zu Gehör zu bringen, denen nach wie vor eine Plattform fehlt, von der aus sie sich zu Wort melden können.

© Saqi Books | © cbj

10. "Wenn nachts der Ozean erzählt" von Zana Fraillon

Kannst du dir vorstellen, in einem Flüchtlingscamp geboren worden zu sein? Keinen Bezugsrahmen für irgendetwas zu haben, das auf der anderen Seite des Stacheldrahts existiert? Subhi ist ein Rohingya-Junge, der als Kind einer geflüchtete Burmesin in einem australischen Internierungslager zur Welt kam. Seine Überlebenshelfer sind grenzenlose Fantasie und ein unbezähmbarer Geist. Die Flut beschämender Zeitungsüberschriften, die Auskunft darüber geben, wie die Welt mit Menschen auf der verzweifelten Suche nach einem besseren Leben umgeht, scheint kein Ende zu nehmen. Wir hoffen, dass Zana Fraillons ergreifende Geschichte, die auf Recherchen und Berichten über das Leben in australischen Auffanglagern für Flüchtlinge basiert, dazu beiträgt, dieses Problem noch stärker ins Bewusstsein zu rücken, Mitgefühl zu erzeugen und rund um die Welt die Alarmglocken schrillen zu lassen.

11. "The Future is Female" von Scarlett Curtis

Schluss mit dem angestaubten Feministinnen-Image: In diesem Buch sammelt die britische Style-Kolumnistin und Pink-Protest-Gründerin Scarlett Curtis Stimmen verschiedenster berühmter Frauen und ihre Sicht zu Feminismus, Gender Pay Gap und dem Hashtag #metoo. Und weil dieses Thema alle Frauen etwas angeht, ist auch die Bandbreite der Autorinnen groß: Emma Watson, Keira Knightley, Dolly Alderton und Kate Dennings und in der deutschen Ausgabe auch Katrin Bauerfeind und Milena Glimbovski.

© Goldmann Verlag

Auszug aus: Scarlett Curtis (hrsg.) | The future is female! Was Frauen über Feminismus denken | 152 Seiten | erschienen im Goldmann Verlag | 12 Euro | mehr Info

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