Iss dich in den britisch-skandinavischen Himmel im Café Valentin

© Jule Richter

Es gibt kaum etwas auf dem Frühstückstisch, was mir die wichtigste Mahlzeit des Tages mehr verdirbt als Knäckebrot. Ich habe es als geschmackloses, kalorienarmes Brotersatzprodukt in Erinnerung. Also ungenießbar. Wer bisher ähnliches empfunden hat, sollte sich im Café Valentin in Neukölln eines Besseren belehren lassen. Das würzig, herbe Knäckebrot, das die Besitzerin serviert, widerspricht allen Stigmata, die am herkömmlichen Knäckebrot haften.

In dem kleinen, unauffälligen Café in der Sanderstraße backen und kochen die Besitzerinnen, eine Schwedin und ein Brite, seit sechs Jahren. Sie servieren Frühstück, kleine Mittagssnacks, Kuchen und schicken ihre Gäste damit in einen britisch-skandinavischen Himmel. So lösen auch ihre veganen schwedischen Zimtschnecken aus lockerem Hefeteig (für unschlagbare 2 Euro) wahre Geschmacksexplosionen im Mund aus – es sind die besten, die ich bisher gegessen habe.

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Auch das Interieur verspricht, was man von Skandinaviern gewohnt ist: Guten Geschmack. Der schmale Raum begrüßt mit Retro-Sessels, schnörkelige Metallstühlen und selbstgemachten Wandlampen. Dünne Metallstäbe halten Tonscheiben, die als kleine Tische dienen und die Vitrine mit selbstgebackener Blaubeer-Tarte macht Lust auf mehr. Auf der eingebauten Eckbank stapeln sich feministische Magazine und Kunstbücher. „Wir sind ein queeres Café“, sagt Inhaber Oliver Boldwin. „Jeder ist willkommen!“

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Blaubeeren-Rote-Bete-Saft, selbstgemachtes Smørrebrød, Pudding Bread aus Zimtschnecken sind nur ein Ausschnitt an veganen Köstlichkeiten im Café Valentin, die man in anderen Berliner Café selten findet. Das Café hat kein Interesse daran, Superfood oder Egg Benedict zu verkaufen, weil es alle anderen tun. Das hieße aber nicht, dass alle anderen Cafés schlechter seien, betont Oliver. „Die Vielfalt der Café-Kultur in Berlin ist super. Jedes Café ist irgendwo individuell, es fußt auf persönlichen Vorstellungen.“

„Das vegane Frühstücksangebot ist unsere Spezialität. Als ich noch in England war, habe ich es jede Woche für meine Freunde gekocht und die Rezepte mit nach Berlin genommen“, sagt Oliver. Es gibt Tofu-Rührei, Knoblauch-Spinat angerichtet mit geräucherten Dill-Lachs aus Karotten auf selbstgebackenem Schwarzbrot oder hausgemachte Zwiebel- und Salbeiwurst, Rosmarin-Bohnen und Pilze. Wer es lieber süß mag, ist mit den Porridge-Varianten (Hafer oder Roggenflocken mit verschiedenen Toppings) gut bedient.

Wer sich kulinarisch verwöhnen lassen möchte, ist im Café Valentin gut aufgehoben. Für größere Gruppen oder geheime Gespräche sind die schmalen Räumlichkeiten jedoch weniger geeignet.

© Jule Richter
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Unbedingt probieren: Knäckebrot und Zimtschnecken.

Veggie: Alles ist vegan.

Besonderheit des Ladens: Super leckere skandinavisch-britische Küche ohne gezwungenes Superfood.

Mit wem gehst du hin: Mit Freunden, Dates oder den Großeltern.

Lärmfaktor: Super angenehm.

Preise: Die Zimtschnecken kosten nur 2 Euro.

Café Valentin | Sanderstraße 13, 12047 Berlin | Mittwoch bis Sonntag: 10–18 Uhr | Mehr Info

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