Der Berliner Ingo ohne Flamingo hat den Karnevalshit der Saison gelandet

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Bereits auf der letzten Wiesn hat der Berliner Künstler Ingo ohne Flamingo einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beim diesjährigen Karneval legte der Sänger, der online wie offline stets nur mit Entenmaske und einem geschmackvollen Flamingo-Plamen-Südsee-Anzug auftritt, noch einen hinterher und landete mit "Saufen – morgens, mittags, abends" den meistgeklickten Hit der Narrensaison, wie das Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment am gestrigen Rosenmontag bekanntgab.

Die Message des Partysongs ist bewusst simpel gehalten: Kopf in Nacken, Hahn aufgedreht und rein mit dem Gerstensaft. "Saufen, bis die Sonne wieder lacht". Einer geht schließlich immer noch. "Hauptsache Alkohol". Das Ganze verpackt in ebenso einfache, wenngleich ziemlich eingängige Elektro-Beats, die Ohrwurmcharakter haben.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Die Kinderreime sind auch noch mit mehreren Promille gut zu lallen, die Musik orientiert sich an ähnlich populären Ballermann-Hits. Kein Wunder, stammt "Saufen – morgens, mittags, abends" doch vom Label Summerfield Booking, das auch Tim Toupet, Ole ohne Kohle und Mickie Krause vertritt.

Sexistischer Kackscheiß

"Ich gehe an die Bar, ei was seh ich da, der Tresen voller Frauen und alle im BH. Petra schaut mich an, zieht mich in ihren Bann und macht ein Angebot was ich nicht ausschlagen kann", heißt es etwa in der Mitte des Songs. Es geht also doch nicht nur ums Saufen, wie der Hörer anfangs vermuten würde, sondern auch um Angebote, die man nicht ausschlagen kann, so so... In vermeintlich politisch korrekten Berlin, in dem sogar Gedichte dem Fegefeuer der Feministen zum Opfer fallen, würde das wohl als sexistische Kackscheiße gelten.

Aber doch nicht auf traditionellen Feierlichkeiten wie Wiesen und Karvneval! Da wird man doch noch sagen dürfen, was man denkt. Ingo ohne Flamingo wäre solch eine Diskussion wahrscheinlich völlig egal, mal davon abgesehen, dass er Dank seiner Maskierung, die er sich von Künstlern wie Sido und Cro abgeschaut hat, seiner Anonymität sicher sein kann. Zudem hat er ohnehin nicht vor, in seiner Heimatstadt erfolgreich zu sein. In den kommenden Wochen ist sein Kalender vollgepackt mit Auftritten in der ganzen Republik, Berlin ist nicht dabei. Man möchte sagen: Gott sei Dank!

Ihr habt keine Furcht vor Ballermann-Musik? Dann hört gerne mal rein und träumt von einem kühlen Pils:

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