11 schöne Dinge, die ihr immer in Athen machen könnt

von Danai Moshona

Lange zählte Athen zum Sorgenkind Europas. Staatsverschuldungen, das stetig sinkende Bruttoinlandsprodukt und steigende Arbeitslosenzahlen schmückten die negativen Schlagzeilen in den Medien. Griechenland ist pleite. Es dauerte nicht lange, bis Touristen mit Billig-Airlines anreisten, in der Hoffnung, dass durch die Krise vieles vor Ort günstiger, wenn nicht zu Spottpreisen, angeboten wird. In den vergangenen Jahren war von der Finanzkrise immer weniger zu hören und auch im Land selber hat sich wirtschaftlich nicht viel getan. Viele Menschen müssen nach wie vor ums Überleben kämpfen. Doch die Krise brachte auch etwas Positives mit sich: eine Blütezeit für Kunst und Kultur. Athen ist arm, daran haben sich viele mittlerweile gewöhnt. "The new poor" sagen die Athener dazu und begrüßen einen Lebensstil, der versucht, das Meiste aus einer unveränderbaren Situation zu machen. Geld lässt sich schwer verdienen. Das führt aber wiederum dazu, dass sich viele Menschen ihren Hobbys widmen. Kunst und Musik aus Leidenschaft – nicht um damit Geld zu machen. Immer mehr Galerien eröffnen, die gemeinnützig arbeiten. Restaurants, die der griechischen Küche einen neuen Geist einhauchen wollen. Und Bars, in denen man das Leben zelebriert, nicht das Geld. Einige Vorurteile mit denen Athen seitdem zu kämpfen hat, ist dass es das neue Berlin sei. Die Antwort begegnet einem an vielen Häuserwänden in Graffiti gesprüht: Athen ist das neue Athen.

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Danai Styliani Moschona Hoch auf die Akropolis

Ja, ok. Nach Athen zu fahren und sich nicht die Akropolis anzuschauen, wäre wie mit geschlossenen Augen auf die Straße zu gehen. Denn das Parthenon, der Tempel auf der Akropolis, ist allgegenwärtig und nicht zu übersehen: Wenn ihr an der Station Monastiraki aussteigt und rausläuft, seid ihr gleich an der Bibliothek von Hadrian, die sich an der Nordseite der Akropolis befindet. Diese wurde um 132 B.C. vom Römischen Kaiser Hadrian errichtet. Lauft ihr weiter westlich, kommt ihr zum Haupteingang der Akropolis. Wenn ihr in der prallen Mittagssonne den Hügel eher nicht hochlaufen wollt, könnt ihr euch auch in den umliegenden Cafés und Restaurants reinsetzen. Das Essen und die Getränke sind dort eher mittelmäßig, der Blick auf das Parthenon aber insbesondere bei Nacht unbezahlbar.

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© Danai Styliani Moschona Kultur und atemberaubende Aussicht in der Stavros Niarchos Foundation

Etwas außerhalb der Stadt, in der Nähe des Hafens, befindet sich die Stavros Niarchos Foundation, ein gigantisches Werk moderner Architektur von Renzo Piano. Das Kulturzentrum, welches von der Stiftung des gleichnamigen Reeders in Auftrag gegeben wurde, widmet sich Kultur, Bildung und Nachhaltigkeit. Im Gebäude finden sich wechselnde Ausstellungen, ein Konzertsaal, die Nationalbibliothek sowie weitere Räume, die für Konferenzen und Kongresse zur Verfügung stehen. Ein Highlight ist der Park, der sich auf dem schiefen Dach des Gebäudes befindet. Diesen kann man betreten, wenn man mit dem Aufzug auf die Terrasse hochfährt. Hinzu kommt eine atemberaubende Aussicht auf den Hafen von Piräeus

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© Danai Styliani Moschona Die Straße "Athinas" langlaufen

Im Herzen der Stadt gelegen, auf der Straße Athinas, liegt der Markt "Varvakios". Dort findet man alle kulinarischen Schätze, die man sich auf seiner Reise erträumen kann: Gewürze, verschiedene Gemüse und Obstsorten, einen Fisch- und Fleischmarkt sowie verschiedene Feinkostläden. Griechenland hat eine lange Tradition in aus Ziegenmilch hergestellten Käsesorten: Lauft am Besten in ein Geschäft rein und fragt nach Kefalograviera aus Kreta, Manouri, Kopanisti, Xino und Mizithra oder lasst euch einfach beraten. Auf der Straße Athinas an sich gibt es auch weitere kuriose Läden zu entdecken: Military-Shops, Läden, die orthodoxe Ikonen, Myrrhe und Kerzen verkaufen, Blumengeschäfte und Patisserien.

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© H Sam ta exei me to lathos agori Auf Rakomelo und gutes Essen im "H Sam ta exei me to lathos agori" vorbeischauen

"H Sam ta exei me to lathos agori". Diesen Namen kann man zwar garantiert nicht aussprechen, dafür weiß Google Maps aber sofort, was gemeint ist, wenn man das so in sein Smartphone eintippt. Hier trifft griechische Hausmannskost auf Moderne. Liebevoll zubereitete Gerichte aus lokalen Zutaten werden neu interpretiert: Gegrillter Octopus mit Couscous und Gemüse, Lammkeule auf Süßkartoffelpürree oder gegrillter Ziegenkäse. Und wenn ihr noch nach dem passenden Verdauungsschnaps sucht: Rakomelo. Das ist Raki mit Honig und Zimt verfeinert und wird warm serviert. Was besseres kann man sich einfach nicht vorstellen!

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Alexander Popov | Pexels Im Rebound zu Post Punk und New Wave tanzen

Diesen Club gibt es schon seit den 80ern und genauso sieht es hier auch noch aus. In einer kleinen Seitenstraße im Bezirk Kypseli werden euch zwei ebenfalls in die Jahre gekommenen Herren an der Tür begrüßen. Der Laden ist unter Athenern längst Kult. Das Publikum sammelt sich hier erst nach 3 Uhr, also am besten schaut ihr auch um diese Zeit vorbei. Die Gäste sind hauptsächlich schwarz gekleidet und tanzen zu The Cure, DAF, New Order und Joy Division. Absolut authentisch und dark auf Athenar Art.

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© Bios Einen Drink auf der Terrasse vom Bios genießen

Ein graues Eckgebäude, in dem durch die Fensterscheiben ein riesengroßes AEROFLOT-Schild grell aufleuchtet. Bios ist Konzertsaal, Kino, Bar und Ausstellungsspace zugleich. An warmen Abenden lohnt es sich, auf die Terrasse hochzugehen und sich in einen Liegestuhl fallen zu lassen, mit einem kalten Drink in der Hand. An der Wand werden Filme projiziert, auf der anderen Seite hat man einen Blick auf das Stadtzentrum und die Akropolis.

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Entspannen am Lake Vouliagmeni

Athen ist wunderschön, kann einem aber mit seinem Verkehr und der Hitze im Sommer auch auf die Nerven gehen. Glücklicherweise liegt die Hauptstadt am Meer und so dauert es nicht lange, bis man der Hektik entfliehen kann. 20km abseits befindet sich der See Vouliagmeni. Als Spa ist der See für seinen Mineralienreichtum und seine heilenden Kräfte gegen Muskel- und Gelenkbeschwerden bekannt. Das Wasser ist kristallklar und zudem das Zuhause von vielen, kleinen Kangalfischen. Diese Fischchen knabbern tote Hautzellen von den Füßen ab und entfernen Hornhaut. Pediküre mal anders! Und wer sich scheut, in den See ins Wasser zu gehen, kann einfach über die Straße zum Strand rübergehen.

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Danai Styliani Moschona Die Guards vor dem Griechischen Parlament bestaunen

Zugegeben, Männer in Röcken und Strümpfen zu sehen ist zunächst einmal ein ungewöhnlicher Anblick. Als "Evzones" bezeichnet man die Leicht-Infanterie und Gebirgsjägertruppen der Griechischen Armee. Ihre Uniform entstammt der Kleidung, die die Klephten trugen, als sie gegen die Besatzung Griechenlands durch das Osmanische Reich kämpften. Ähnlich wie die Queen’s Guards in London oder die Royal Guards in Spanien bewachen sie Tag und Nacht das Parlament am Syntagma-Platz und wechseln sich stündlich ab. Deswegen lohnt es, immer zur vollen Stunde vorbeizuschauen, um den Wechsel und die volle Kür mitzuerleben. Und eins köennwn wir euch verraten: Sie lieben es, fotografiert zu werden. Nein, wirklich. Ladet ein Bild auf Instagram hoch mit dem #evzones und schaut einfach mal, was passiert.

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Danai Styliani Moschona Den Sonnenuntergang am alten olympischen Stadion genießen

Das Olympische Stadion von Athen, auch bekannt als "Spyros Louis", ist nach dem gleichnamigen Marathonläufer und Goldmedaillengewinner benannt und wurde um 1982 anlässlich der Leichtathletik-EM erbaut. Mit seinen 69.618m² zählt es zu den größten Stadien Griechenlands. Um 2004 fand zu Zwecken der Olympischen Sommerspiele eine Renovierung statt, im Zuge derer das Stadium unter anderem um sein bekanntes Überdach erweitert wurde, welches vom weltberühmten Architekten Santiago Calatrava designt wurde. Heute verleiht es dem Stadium mit seinen etwas verrosteten Pfeilern einen immer noch wunderschönen, wenn nicht etwas melancholischen Anblick. Abgenutzt und verwahrlost wie so viele Stadien in Athen ist es oft menschenleer. Und so ist es ein hervorragender Ort, um sich unter dem riesigen Überdach zu stellen und einen faszinierenden Sonnenuntergang mitzuerleben.

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© EMST Athens Renommierte Kunst im Nationalmuseum EMST

Das Nationalmuseum für Moderne Kunst EMST hat seinen Sitz in der ehemaligen Fix Brauerei, die 2014 dafür komplett umgebaut wurde. Während der Documenta 14 diente sie als Hauptaustellungsort für renommierte Künstler wie Georgios Xenos, Gulsun Karamustafa und Andrea Bowers.

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© Thomas Kelley | Unsplash Süße Verführung im Krinos

Zwischen Omonia und Monastiraki gelegen, findet ihr das beste und älteste Café der Hauptstadt "Krinos", welches für seine herrlich schmeckenden Loukoumades bekannt ist. Dieses fluffig von innen, knusprig von außen frittierte Gebäck wird entweder in Syrup getaucht oder mit Honig, Zimt und Schokoladensauce serviert. Dazu gibt es traditionellen griechischen Kaffee. Das Interieur spiegelt das alte Athen wieder Terrazzo-Boden, kleine runde Marmortische und Holzstühle. Alles ist wunderbar authentisch und einfach gehalten und somit ein toller Ort für eine Kaffee- und Kuchenpause zwischendrin.

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