Syrisches Restaurant und Kunstgalerie in Einem – Lawrence in Mitte

© Wiebke Jann

Gelegen im ehemaligen jüdischen Viertel, mit direktem Blick auf die wunderschöne Neue Synagoge, gehört das Haus, in dem sich früher eine Apotheke befand, einer jüdischen Gemeinde aus den USA. Doch statt den Zuschlag für die Ladenfläche einem der großen Mitbewerber, wie etwa McDonalds oder Starbucks zu geben, sind die Glücklichen Frank Alva Buecheler und Bashar Hassoun, die aus diesem 400qm großen und lichtdurchfluteten Laden ein syrisches Restaurant samt Galerie und Studio machten.

Hier sollen Newcomer – so nennt Frank Geflüchtete, die sich in Berlin ein neues Leben aufbauen wollen – Berliner und Touristen austauschen und, gemeinsam an einem Tisch versammelt, andere Kulturen, deren Kunst und das noch viel fabelhaftere Essen kennenlernen. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und haben Frank in seinem Restaurant, Café, Studio, Galerie und Shop besucht.

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Betritt man das Lawrence ist man zuallererst fasziniert von den Räumlichkeiten. Unfassbar hohe Decken, unverputzte und Backsteinwände, viel Weiß und – das ist unser persönliches, kleines Highlight – Sitzbänke aus alten, wunderschönen türkis-blauen Türen. Und da der Laden gesegnet von riesigen Fensterfronten ist, müssen wir – als ewige Foodfotografen – nicht lange nach einem perfekten Platz suchen, sondern können uns einfach überall hinsetzen.

Wir werfen einen Blick in die Speisekarte und finden, wie in den meisten arabischen Restaurants, viele leckere Vorspeisen wie Baba Ganousch, Hummus, Couscous oder Falafel. Weil wir uns nicht für eines entscheiden wollen, bestellen wir einen Mazzateller mit gemischten Vorspeisen. Der Kellner empfiehlt uns, den Teller nur für eine Person zu nehmen. Als der Vorspeisenteller auf unserem Tisch landet, wissen wir warum, denn dieser ist mit verschiedenen Pasten und Salaten so üppig beladen, dass man locker davon satt würde. Besonders angetan hat es uns das Baba Ganousch, das – nicht so wie in den meisten Restaurants – nicht zu rauchig, sondern herrlich erfrischend und lecker schmeckt. Auch die arabische Variante von Musakaaa – bestehend aus Aubergine, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Zitrone – schmeckt wirklich fabelhaft. Die zitronige Note macht es trotz des Öls überhaupt nicht schwer, sondern herrlich frisch und aromatisch.

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Während wir bei der Vorspeise noch konsequent den vegetarischen Zaubereien fröhnten, wird es beim Hauptgang etwas carnivorer. Neben verschiedenen Spießen – von Hähnchen über Rind bis hin zu Lammfleisch und Pute – gibt es mit Lammhackfleisch gefüllte Auberginen, mit Rind gefüllte Zucchini in einer Joghurtsoße und – damit es eben doch nicht nur Fleisch gibt – gebratenes Gemüse. In die Joghurtsoße möchten wir uns am liebsten reinlegen und gemeinsam mit den angebratenten Nüssen passt sie wirklich super zu den gefüllten Zucchini – gegessen haben wir sie aber, weil sie einfach zu gut ist, zu allem.

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Die Portionen sind so großzügig, dass wir es kaum schaffen, alles aufzuessen. Trotzdem konnten wir es uns nicht nehmen lassen, auch noch den Nachtisch zu probieren. Normalerweise sind mir persönlich arabische Nachspeisen nur eines, nämlich zu süß. Aber hier ist es anders, denn der mit Rosenwasser hergestellte Milchreis mit Zimt ist wirklich lecker und hat durch das Rosenwasser eine ganz eigene Note. Genauso ist es mit dem Madlu'a, einer Art Grießkuchen mit Pistazien und Rosenwasser.

Wer ehrliches, einfaches und wirklich leckeres arabisches Essen genießen und gleichzeitg Kultur erleben möchte, der sollte sich dieses tolle "Kulturzentrum" der ganz besonders schönen Art nicht entgehen lassen.

© Wiebke Jann

Unbedingt probieren: Das Baba Ganousch und das Musakaa.

Veggie: Es gibt viele vegane und vegetarische Vorspeisen und auch einige Hauptspeisen

Mit wem gehst du hin: Abends mit vielen Freunden, damit man möglichst viele kleine Speisen teilen kann.

Besonderheit des Ladens: Die wahnsinnig hohen Decken und die schöne Einrichtung – Die Bänke sind aus alten Türen.

Lärmfaktor: Tagsüber ist es noch ruhig, aber am Abend kann es schon recht voll und dementsprechend nicht unbedingt leise werden.

Preise: Einen Mazzateller bekommt man für 8 Euro, der macht einen mehr als satt, Hauptspeisen liegen zwischen 10 und 17 Euro.

Lawrence | Oranienburger Str. 69, 10117 Berlin | Montag – Freitag: 08–02 Uhr, Samstag: 09–02 Uhr, Sonntag: 09–00 Uhr | mehr Info

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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