Stylisch Kaffee trinken im KleinMein in Friedrichshain

© Milena Zwerenz

Egal, wie lange man schon in seinem Kiez wohnt, immer mal wieder tut sich plötzlich ein neues Café, ein neues Restaurant oder eine neuer Spielplatz auf. Nur mal kurz umgedreht, hat sich Berlin schon wieder verändert. So geht es selbst in Friedrichshain zu, obwohl man abgesehen von ein bisschen Krawall (Rigaer Straße) und Remmidemmi (Simon-Dach-Straße) eigentlich nur wenig von dem Viertel mitbekommt. Oder kennt ihr schon das „KleinMein“?

In einer kleinen, feinen Seitenstraße, eingeklemmt zwischen dem toten Ende der Rigaer Straße und dem Trubel der Frankfurter Allee, hat sich das Café vor etwa einem Jahr eingenistet. Doch stolpert man wirklich nur zufällig hier vorbei oder hat es bereits fest im Blick. Einmal drinnen, befindet man sich in einem modern eingerichteten Raum voller rustikaler Holztische, dunklen Kacheln hinter der Theke und zahlreichen Pflanzen, die das Urban-Jungle-Herz höher schlagen lassen.

© Milena Zwerenz
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In Neukölln gibt es Cafés dieser Art mittlerweile bestimmt eher mehr als weniger, aber für den Friedrichshainer Nordkiez bietet dieser Ort eine wahre Erfrischung. Noch dazu, da der Laden nicht etwa von feierwütigen Expats mit tättowierter Handgelenksinnenseite geführt wird, sondern von Stefanos, 48, einem sympathischen Griechen, früherer Barchef im Watergate. Nach vielen durchgearbeiteten Nächten wollte dieser den Arbeitsrhythmus seinen Kindern zuliebe ändern – und wurde zum Cafébesitzer. Die Möbel und Einrichtung hat er komplett selbst gebaut und dabei viel Geschick und Geschmack bewiesen.

Die Speisekarte im "KleinMein" ist schnell gelesen, bietet aber die nötige Fülle, um den Kaffeedurst, den Kuchenhunger oder die Lust auf etwas Herzhaftes zu stillen. In der Theke kuscheln Thymian-Foccacia mit Käsekuchen der Kreuzberger Kuchenmanufaktur Bravo Bravko, es gibt frische Säfte und natürlich griechischen Joghurt mit Walnüssen, Trauben und Honig. Außerdem gehören Griechischer Bauernsalat und Moussaka zum Angebot. “Den Freddo Cappuccino müsst ihr aber unbedingt auch probieren, das ist unsere Spezialität", ermahnt uns Stefanos. Der kalte Cappuccino im Glas macht vor allem optisch etwas her und schmeckt im Sommer besonders gut.

© Milena Zwerenz
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Das Schönste am "KleinMein" ist aber wohl die entspannte Atmosphäre. Auch, wenn es stylisch anmutet, kommt hier ganz klar der Kiez zusammen. Stefanos wohnt selbst nur ein paar Straßen weiter und kennt viele seiner Gäste beim Vornamen. Als eine Omi mit ihrer Enkelin hereinkommt, verlieren wir Stefanos deshalb auch erstmal an ein Pläuschen.

Dass er selbst noch nicht viel Werbung für sein Lokal gemacht hat, liegt daran, dass es in seinen Augen noch lange nicht fertig ist. "Wir haben noch einen 20-Quadratmeter-Raum, der noch in Arbeit ist, ich möchte noch viel mehr Pflanzen hier rein stellen und auch ein paar leckere Produkte verkaufen. Honig, Olivenöl." Das Menü soll noch erweitert, die Terrasse noch umgebaut werden. Außerdem träumt Stefanos von einer kleinen Getränkekarte, so dass sich das "KleinMein" abends in eine Bar verwandeln kann. Wir hätten nichts gegen ein paar Drinks, finden es hier aber auch jetzt schon super.

© Milena Zwerenz
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Unbedingt probieren: Freddo Cappuccino und eine Thymian-Focaccia mit gegrilltem Gemüse und Feta.

Veggie: Den Kaffee gibt es auch mit Sojamilch, die Focaccia auch mit gegrilltem Gemüse und/oder Feta.

Preis: Focaccia ab 3,50 Euro, Cappuccino ab 2,40 Euro

Beste Zeit: Tagsüber zum Kaffeetrinken mit Freunden.

KleinMein | Waldeyerstraße 9, 10247 Berlin | täglich 10-19 Uhr | Mehr Info

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