In der Broschek Bar kocht die Machiko Akazawa jedes Wochenende authentisch Japanisch
Das schummrig beleuchtete Broschek mit seinen klobigen Holzmöbeln und den dunklen Wänden hat wenig mit den coolen, hellen und aufgeräumten Orten gemein, in denen sonst in Berlin japanisches Essen serviert wird. Eigentlich ist das Broschek ja auch eine Bar, in der es unter der Woche "nur" Tagessuppe und Mittagstisch gibt. Bei "Japan im Broschek" verwandelt sich die Bar aber in eine kleine japanische Küche, wenn Köchin Machiko die Gäste jeden Freitag und Samstag mit authentisch japanischer Küche bekocht.
Angenehm unaufgeregt tummelt sich buntes Publikum um die Tische und auch die kleine Speisekarte bietet Erfrischendes: Während man sonst in Berlin meist Sushi-Restaurants und neuerdings auch viele Ramen-Bars oder Gyoza-Imbisse findet, bietet das Broschek andere Klassiker aus Japan an: Gyu-Don (übersetzt: Schale mit Rindfleisch) und Sukiyaki-Don (übersetzt: Fondue-Schale) – zwei simple, aber sehr schmackhafte große Reisschüsseln mit unterschiedlichen Toppings.
Das Gyu-Don wird mit Rindfleisch, Zwiebeln, Ingwer und weich gekochtem Ei serviert, das Sukiyaki-Don mit verschiedenen gedünsteten Gemüsesorten, Frühlingszwiebeln, Tofu und Ei. Dazu gibt es Miso-Suppe und japanische Tapas, z.B. Sesamspinat oder Edamame, gedünstete ganze Sojabohnen, die man kurzweilig aus der Schale pulen kann, während man Machiko dabei zusieht, wie sie fleißig ein großes Tablett nach dem anderen mit Bestellungen in den Raum trägt.
Beim Sukiyaki-Don schmeckt man schön die verschiedenen Gemüsearomen heraus, der Sesamspinat hält das Gleichgewicht zwischen den beiden namensgebenden Zutaten und die Misosuppe ist mit ihrem intensiven Geschmack ein schöner Gegensatz zu den zarten Noten der Reisschale.
Im Broschek kann man gemütlich und ohne großen Schnickschnack zu günstigen Preisen lecker Japanisches schmausen. Hier serviert die Chefin auch noch selbst. Ein perfekter Start oder Abschluss eines Freitag- oder Samstagabends.
Unbedingt probieren: Den Spinat-Sesam-Salat und die Edamame zum Knabbern
Veggie: Das Sukiyaki-Don kann man vegetarisch (mit Ei) und vegan (ohne Ei) bekommen, auch die Vorspeisen und Beilagen sind vegetarisch
Preis: 6,80 Euro für eine Schale + Misosuppe + 2 kleine Beilagen
Beste Zeit: Machiko kocht immer ab 19 Uhr am Freitag und Samstag im Broschek. Früh kommen lohnt sich, es füllt sich schnell.
Wermutstropfen: Das schummrige Licht im Broschek ist zwar gemütlich, weil das Auge aber mitisst, wäre etwas mehr Licht an den Tischen wünschenswert.
Broschek | Weichselstraße 6, 12043 Berlin-Neukölln | Japanische Küche Freitag und Samstag von 19.30–23 Uhr |mehr Info
Die Autorin wurde vom Restaurant zum Essen eingeladen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf ihre ehrliche Meinung.