Im L2 könnt ihr argentinisches Steak an eurem eigenen Tischherd grillen

© Kerstin Musl

"Rare, medium oder well done?", diese Frage erübrigt sich im L2, denn hier wird man selber zum Grillmeister. Mitten im schönen Samariterkiez in Friedrichshain versteckt sich seit Mai 2017 dieses kulinarisches Erlebnis. Der Besitzer Hong Hanh Chu hat sich mit seinen Freunden einen großen Traum erfüllt und verbindet nun Südostasien und Europa in seinem Restaurant.

Die Grundinspiration für das L2 kommt von der Gar- und Grillküche Südostasiens, denn da gehören Tischgrills genauso dazu wie Löffel und Gabel. Die Gerichte wurden rund um den Grill konzipiert und sind eine Fusion aus der japanischen und europäischen Küche. „Wir sind kein typischer Japaner, bei uns gibt es kein Sushi!“, verkündet mir der Kellner und reicht mir die Karte.

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Die Einrichtung ist schlicht und modern, ein japanischer Koi ist das Einzige, was die raue Betonwand ziert. Warmes Holz, die indirekte Beleuchtung und der große Tresen vermitteln aber die notwendige Gemütlichkeit, um hier länger zu verweilen.

Die Karte besteht aus leckeren Starters, South-East-Special-Gerichten und den sagenumwobenen Grillgerichten. Man kann sich seinen Grillteller entweder selber zusammenstellen oder sich für eines der Grillkombos entscheiden. Das Fleisch zum Grillen kommt von einer argentinischen Farm in Südamerika und die Grillsaucen sind alle selbst kreiert. Auch die Getränkekarte ladet zu Experimentierfreude ein, mit frisch gemixten Detox-Drinks und Lemonaden in verrückt leckeren Geschmacksvarianten.

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Wir haben uns bei der Lemonade für die Pink Lady und den Ginger Cooler entschieden und bekommen es prompt im Hipster-Schraubglas mit reichlich Garnitur serviert. Bei den Vorspeisen geht es mit den ausgefallenen Namen weiter: ein Chicken in Love, ein Mango Field und eine Sona Soup. Die Portionen sind riesig und gut gewürzt, die kleinen Hühnchenteigtaschen mein bisheriger heimlicher Favorit.

Schon leicht gesättigt von den Vorspeisen freuen wir uns jetzt auf das eigentliche Highlight. Das Ceranfeld in der Mitte des Tisches wird gegen eine Steinplatte mit einer Glasfasergrillmatte getauscht und der Grill aufgeheizt. Dank der Matte kann das Fleisch nicht anbrennen, es kommt also jeder Grillneuling auf seinen Genuss. Unsere Beef-Platte wird serviert: Enoki-Pilze in zartem Rindfeisch umwickelt, Rindfeisch in Wildbetelblätterwraps und argentinisches Entrecôte. Uns läuft das Wasser im Munde zusammen. Dazu gibt's Salat und Reis und je nach Geschmack die frischen Saucen.

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Das Grillen ist wirklich ein Kinderspiel und auch der Rauch hält sich in Grenzen. „Wenn das Lokal voll ist und alle gleichzeitig grillen, kann's schon mal vorkommen, dass es hier ein wenig nebelt. Aber am Tisch erfreut man sich ja dem guten Fleischduft und für die Jacken haben wir Kleiderhüllen als Rauchschutz.“ Das Fleisch ist schön zart und nur dezent gewürzt, jeder Biss ist ein Geschmackserlebnis. Europäische Gerichte mit einer interessanten japanasichen Note zu verfeinern ist in der Tat eine sehr geglückte Fusion. Die einzigen Verlierer sind hier die Vegetarierer, denn bis auf ein paar Starters und Grillgemüse gibt es hier nichts Fleischloses.

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Unbedingt probieren: das Rindfeisch in Wildbetelblätterwraps und die Lemonaden

Veggie: als Veggie hat man es hier schwer

Mit wem gehst du hin: mit deinen Grillfreunden vom Sommer

Besonderheit des Ladens: der integrierte Tischherd – so wird man selber zum Koch

Preise: Grillplatte für zwei ab 10 Euro

Lärmfaktor: die Gespräche werden durch das Brutzeln des Fleisches nicht gestört

L2 | Proskauer Str. 33, 10247 Berlin | Montag – Freitag: 12–14.30 Uhr, 17–23 Uhr, Samstag: 17–23 Uhr | Mehr Infos

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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