Hawaiianische Bowls und japanische Nudelsuppen – Dragonbowl in Kreuzberg

© Wiebke Jann

"Wir wollten etwas machen, das es so noch nicht gibt in Berlin", sagte uns Trung, einer der Inhaber des im Sommer 2017 eröffneten Dragonbowl. Da kam ihm der amerikanische Food-Trend, der seinen Ursprung in der hawaiianischen Küche hat, gerade recht. Pokébowls heißt der neueste Reis mit geilem Scheiß und in der Tat gibt es in Berlin, zumindest soviel wir wissen, nur noch einen weiteren Poké-Laden. Poké heißt übersetzt so viel wie "kleinschneiden" und in der Bowl landet neben Reis und Salat dann meistens roher Fisch und Soße.

So neu wie der Foodtrend sind Trung und seine Freunde allerdings nicht in der Berliner Foodszene. Gearbeitet hat die Bande nämlich, bevor sie beschlossen hat, sich selbstständig zu machen, bei den ziemlich bekannten Kuchi-Restaurants. Trung selbst hat im Kuchi-Mitte fleißig Sushi gerollt und auch die anderen wissen, wie man leckeres Essen zubereitet und vor allem, was Stress bedeutet. Wer einmal in einem der Restaurants war, weiß, wovon wir reden. Dass bei Trung und seinen Kollegen das Herz also nicht nur für hawaiianische Bowls, sondern auch für die asiatische Küche schlägt, ist nicht schwer zu erraten. Klar also, dass wir auf der Speisekarte auch einige asiatische Einflüsse wie Edamame oder Udon Dashi finden.

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Bei den Vorspeise stoßen wir direkt auf etwas ganz Besonderes: Edamame-Hummus mit Süßkartoffelchips. Wir lieben Edamame und wir lieben Hummus, kein Wunder also, dass wir das Duett der beiden direkt als erstes bestellen. Der Hummus schmeckt wahnsinnig lecker und frisch und passt perfekt zu den selbst gemachten Süßkartoffelchips, die schön knusprig aber nicht zu fettig sind. Trung erzählt uns, dass sie noch nicht das perfekte Verhältnis zwischen Hummus und Chips gefunden haben, da die meisten Gäste zwar noch Hummus übrig haben, aber keine Chips mehr. Kann uns, da wir Aufstriche und Soßen lieben, nicht passieren. Die Hummusschale ausgelöffelt, machen wir uns an die Hauptspeise.

Obwohl uns, erinnernd an die leckeren Suppen im Cocolo, die Udon-Suppen anlachen, entscheiden wir uns für etwas Neues, die Pokébowls. Ursprünglich war geplant, dass sich jeder seine Bowl nach dem Baukastenprinzip selbst zusammenstellen konnte. Zwischen verschiedenen Toppings, die von gezupftem Huhn und Mango, über Lachs-Ceviche mit Avocado und Edamame bis hin zu frittiertem Seitan, Mango und Avocado reicht, musste man sich zunächst entscheiden. Anschließend, ob man weißen Reis oder die Vollkornvariante oder vielleicht doch lieber Zucchini-Nudeln als Basis haben möchte und zum Schluss noch eine der vielen selbst gemachten Soßen wählen. Weil das, wie uns Trung verrät, aber vor allem zur Mittagszeit den ein oder anderen Gast doch überforderte, haben sie kurzerhand aus den beliebtesten bzw. meist bestellten Bowls ein paar feste Kreationen auf die Karte gepackt. Für die Eiligen sozusagen, oder diejenigen, die sich nicht entscheiden können.

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Wir können uns nicht entscheiden, wollen außerdem das probieren, was am beliebtesten ist, und entscheiden uns deswegen für Mr. Seitan und Mrs. Tofu. Wählen kann man außerdem zwischen einer kleinen und einer großen Bowl, als wir die Große sehen, und weil wir noch Platz für den Nachtisch lassen wollen, bleiben wir aber bescheiden und wählen die Kleine. Mr. Seitan wird mit hausgemachtem, frittiertem Seitan, Mango und Avocado, sowie Vollkornreis und asiatischer BBQ-Soße serviert. Dazu kommen natürlich die Standardtoppings: Süßkartoffelchips, Gurke, Asia-Sauerkraut, Rotkohl, Frühlingszwiebel und Sesam. Der Seitan schmeckt wirklich fantastisch, ist schön knusprig und passt hervorragend zu frischer Mango und Avocado. Aber auch die anderen Zutaten, die alle wahnsinnig frisch sind, schmecken, gemeinsam mit der feinen BBQ-Soße, wirklich rund. Mrs. Tofu, die mit Seidentofu, schwarzen Bohnen, Mais, Chayote und Erdnusssoße, sowie Duftreis serviert wird, ist mindestens genauso lecker und auch wenn ich schwarze Bohnen normalerweise nicht so gerne mag, muss ich zugeben, dass sie in Kombination mit Seidentofu und Erdnusssoße ziemlich lecker sind.

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Auch wenn wir kurz erschrocken sind, als wir die kleine Schüssel gesehen haben und schon kurz Angst hatten, nicht satt zu werden, sind wir nach der Bowl schon ziemlich satt. Den veganen Nachtisch Chocolate Chia Mousse mit Kokoscreme, Himbeerpürree und Minze wollen wir uns dann aber doch nicht entgehen lassen. Auch wenn die Kombination aus Kokos, Schokolade, Himbeer und Minze nicht unbedingt neu ist, haben die kulinarischen Köpfe des Dragonbowl dem Ganzen einen besonderen Schliff verpasst und einen wirklich leckeren Nachtisch daraus gezaubert. Denn anders, als man es vielleicht erwarten würde, haben sowohl Kokoscreme als auch der Chia-Pudding eine angenehme, feste Konsistenz und schmecken, gemeinsam mit der fruchtig-säuerlichen Himbeersoße und der frischen Minze, wirklich super. Glücklich und mehr als satt machen wir uns wieder auf in den kalten Berliner Winter und das nächste Mal probieren wir dann, ganz wintertypisch, die Nudelsuppen.

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Unbedingt probieren: den Edamame-Hummus und den hausgemachten Seitan.

Mit wem gehst du hin: Freunden, die auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten oder Kollegen zum Mittag.

Besonderheit des Ladens: die Lampen.

Veggie: Es gibt immer eine vegetarische Option und meistens sogar eine vegane.

Lärmfaktor: Abends ist es angenehm ruhig, zur Mittagszeit wird's aber schon mal voll und dementsprechend laut.

Preise: Vorspeisen ab 3 Euro, Bowls kosten zwischen 5.80 Euro und 9.80 Euro, die Desserts liegen bei 4 Euro.

Dragonbowl | Skalitzer Straße 75, 10997 Berlin | Montag – Freitag: 11.30 –22 Uhr, Samstag: 14–22 Uhr | mehr Info

Wir wurden vom Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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