Französisch frühstücken im Mirage in Wedding

© Daliah Hoffmann

Le Mirage heißt auf Französisch Fata Morgana. Das neue Café am Nettelbeckplatz ist aber keine Illusion, sondern eine kleine kulinarische Oase im Wedding. Zugegeben, wirklich oft verschlägt es mich nicht in den Wedding. Dabei gibt es hier immer mehr interessante und leckere Konzepte und das Mirage ist eines davon. Weil das Frühstück für mich nicht nur die wichtigste und Lieblingsmahlzeit ist, sondern an Wochenenden auch Highlight des Tages, machen wir uns Sonntagmorgen auf Richtung Wedding. Bunte Holztische verraten uns, dass wir hier richtig sind – das große Schild ist die Nacht vorher kaputt gegangen. Kaffeemaschine und Küche funktionieren aber, mehr brauchen wir erstmal nicht.

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Das Mirage ist ein helles Café mit französischer Bistrotküche. Minimalistisch, geometrisch, pastellig und rough – so würde ich die Einrichtung beschreiben. Ein echter Hingucker ist die Wand mit den bunten Heraklitplatten. "Die haben wir selbst gemacht, genau wie die Tische und das Podest", erzählt Jochen Küpper, einer der vier Besitzer. Früher war hier ein Friseursalon, der Weg bis zum französischen Bistrot war also mit viel Bauarbeiten verbunden. Gelungen ist es in jedem Fall. Der Mix aus Beton, Holz und hellen Farben macht das Mirage zu einem einladenden Ort, bei den Nachbarn kommt es scheinbar auch gut an, nach und nach kommen die Weddinger aus dem Bett gekrochen.

Wie sich das für ein französisches Café gehört, gibt es im Mirage zum Wochenend-Brunch Croissants, hausgemachte Quiches, Tartes und Frühstücksklassiker wie Croque Monsieur, Eggs Cocotte und belegte Baguettes. "Wir haben bei unserem Brot und auch beim Kaffee viel rumprobiert, bis wir die besten gefunden haben", erklärt Jochen. Am Ende sind es das Domberger Brotwerk und die Oval Kaffeerösterei aus Kreuzberg geworden, hier haben sie sogar ihren eigenen Blend.

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Das Croque Monster mit Schinken und Käse ist gut gewürzt, das Brot außen knusprig und innen schön weich. Augen zu, reinbeißen und sich vorstellen, in einem Landhaus in der Provence zu sitzen. Auch die Eggs Cocotte schmecken richtig gut. Krosser Bacon, geschmolzener Käse, darunter die Eier. Wir werfen auch mal einen Blick auf die Mittags- und Abendkarte. Einfache, bodenständige französische Bistrot-Küche gefolgt von Tapas, Wein und belgischem Bier. Das Mirage soll nicht nur Café und Bar sein, sondern auch ein Ort für Künstler und Kreative. Alle vier Besitzer, zwei Deutsche und zwei Franzosen, haben Erfahrungen in der Eventbranche, Jochen war früher der Kulturmanager im Stadtbad Wedding. Deshalb finden hier auch Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Workshops statt.

So ganz fertig ist das Mirage noch nicht und auch vor dem Café soll noch vieles passieren. "Wir wollen die Grünflächen auf dem Platz mit Lavendel bepflanze", verrät Jochen. Blühender Lavendel, ein Glas französischer Wein und leckere Tapas – klingt nach einem ziemlich perfekten Frankreich-Urlaub mitten in Wedding.

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Unbedingt probieren: Den Schokoladenkuchen, Croque Monsieur und die Eggs Cocotte.

Veggie: Die Franzosen haben es nicht so mit vegan.

Preise: Croissant und Kuchen für 1,20 bis 2,50 Euro, Quiche, Salat und Croque kosten 4,90 bis 6,90 Euro und Eierspeisen für 5,90 bis 7,50 Euro.

Beste Zeit: Natürlich zum "petit dejeuner" und abends auf Wein und Bier.

Mirage | Reinickendorfer Straße 110, 13347 Berlin | Dienstag – Donnerstag: 09–18 Uhr, Freitag: 09–23 Uhr, Samstag: 13–23 Uhr, Sonntag: 11–17 Uhr | Mehr Info

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