Fisch mal anders in der Sardinen.Bar in Schöneberg

© Dinah & Daliah Hoffmann

Immer mehr Restaurants in der Berliner Foodszene spezialisieren sich auf ein Gericht: Burger, Suppen oder auf eine bestimmte Tageszeit wie das Frühstück. Was jetzt langsam ins Rollen kommt, sind Läden, die sich sogar nur noch auf ein einziges Produkt konzentrieren. Unser heutiger Tipp deshalb: die Sardinen.Bar. Seit Kurzem gibt es im Schöneberger Akazienkiez neben der Apfelgallerie, wo es, Überraschung, nur Äpfel gibt, nun auch die Sardinen.Bar. Das Besondere an dem Bistro: Hier werden ausschließlich Dosenspezialitäten serviert – ein Konzept, dass man bisher nur aus kleinen Seitenstraßen in meeresnahen Städten wie Lissabon oder Marseille kannte.

© Dinah & Daliah Hoffmann

Zwar liegt der Fokus auf dem delikaten Dosenfisch, eine große Auswahl gibt es aber trotzdem. Hinter dem Tresen und an den Wänden lagern über 100 Dosen. Wir studieren das Menü, das vom Aufbau an eine gut sortierte Weinkarte erinnert. Sardinen, Makrelen, Thunfisch, Meeresfrüchte? Sardinen! Ganz klassisch als Puristen-Dose, aus einem bestimmten Jahrgang, verfeinert mit grünem Pfeffer oder extravagant mit schwarzem Trüffel? Wir entscheiden uns für den grünen Pfeffer.

Was auf den Tisch kommt ist Meilen entfernt von dem Zeug, das ihr im Supermarktregal findet und das vom Aussehen und Geruch eher an Katzenfutter erinnert. Sogar Daliah, die sich erst seit Kurzem an Fisch heranwagt, lässt sich von den eingelegten Meeresbewohnern begeistern. Besonders die geräucherte Makrele hat’s ihr angetan.

© Dinah & Daliah Hoffmann
© Dinah & Daliah Hoffmann

Was in der Sardinen.Bar in den Dosen wartet, sind Fischspezialitäten, ja fast schon Raritäten. Der Thunfisch ist aus Leinenfang, die Jahrgangssardinen werden wenige Stunden nach dem Fang per Hand verarbeitet und eingelegt. Die Sardinen.Bar ist Deutschlands erstes Restaurant, in dem es Fisch aus der Büchse gibt. Die Dosen werden zusammen mit Salat und Baguette serviert, auf extra angefertigten Holzbrettern mit Magneten, sodass nichts verrutschen kann. Da bleiben selbst die Löffel kleben, also Achtung: Spritzgefahr!

© Dinah & Daliah Hoffmann
© Dinah & Daliah Hoffmann

Zwei Jahre musste Inhaber Thomas Vetter nach der passenden Location für sein Sardinen-Mekka suchen und dann noch mal ein halbes Jahr tatkräftig umbauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Freigelegter Stuck mit WOW-Faktor, schlichte Holztische, schummrige Lampen und große Fenster geben dem Laden eine gemütliche Atmosphäre. Thomas' lockere Art passt zum Ambiente. Er plaudert mit den Gästen, erklärt sein Konzept und empfiehlt Dosen, wenn die Gäste planlos reinspazieren. "Wasser gibt's bei mir umsonst, ich finde, das MUSS in einem Restaurant so ein", sagt der gelernte Koch, der früher Kurse gab und als Showkoch gearbeitet hat. Finden wir super!

Wer wirklich keine Ölsardinen oder anderes aus der Dose mag, für den hat Thomas natürliche leckere fischfreie Alternativen aus Frankreich. Der Käse und die Wurstware schmecken mindestens genauso gut. Dazu ein Glas Wein und fertig ist das mediterrane Mittagessen oder der Aperitivo.

Unbedingt probieren: Na was wohl... Sardinen!

Veggie: Sieht schlecht aus. Wer hierhin kommt sollte Fisch, Meeresfrüchte, Käse oder Wurst mögen.

Preis: Dosen 8–18,5 Euro

Beste Zeit: Zum Mittag- oder Abendessen

Sardinen.Bar | Grunewaldstraße 79, 10823 Berlin | Montag – Samstag: 12–22:30 Uhr | mehr Info

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