Mittagstisch auf Fine-Dining-Niveau – Die Gaststätte am Ufer in Kreuzberg

© Lili Ingmann

Wer wie ich ständig auf Geschmackserlebnis-Suche ist, deren Geldbeutel beim Gedanken an Sterneküche aber hysterisch lacht, hat jetzt eine Oase in der Falafelwüste Kreuzberg gefunden: In der Gaststätte am Ufer gibt es einen grandios guten Mittagstisch zum erschwinglichen Preis, aber in höchster Qualität und mit allem, was neugierige, anspruchsvolle Geschmacksknospen glücklich macht.

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Mit Mittagshunger komme ich an einem bitterkalten Wintertag in das Restaurant direkt am Paul-Linke-Ufer. Ich treffe Tilo und Martin, die sich bereits mit dem The Grand und dem ehemaligen Rodeo in Mitte mit Ruhm bekleckert haben – besonders bei Fleischfans. Mit der Gaststätte am Ufer wollen sie zurück zu mehr Einfachheit – bodenständige Gerichte, statt elitäre Pinzettenküche. Dafür ergänzen sie ihre preislich gehobene Auswahl mit einem bezahlbaren Mittagsmenü, das täglich wechselt.

Es gibt deutsch-französische Küche mit mediterranem Einschlag. Alles wird frisch zubereitet und macht dabei auch noch ordentlich satt. Die Lebensmittel kommen von ausgesuchten Bauern, Fleisch und Wild aus der Region. Die Einrichtung ist geradlinig schick ohne viel Schnickschnack, die Besucher sind gepflegte Mantelträger im mittleren Alter, die Atmosphäre ist entspannt.

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Ich bestelle die Lammhaxe mit grünen Bohnen und Kartoffelstampf für faire 9,50 Euro. Sie kommt inklusive kleinem Salat oder einem Traum von einem Lauchsüppchen. Dazu gibt es selbstgebackenes Brot mit feiner Kreuzkümmelnote. Die Haxe beeindruckt nachhaltig. Das saftige Lamm fällt zart vom Knochen, die Bohnen sind superknackig, die Bratensauce ist eine perfekte Balance aus fruchtig, intensiv herb und kräftig-würzig. Alles ist exakt auf den Punkt. Auch mit dem vegetarischen Menü für 7,50 Euro kann die Küche punkten: Die butterzart schmelzenden Gnocchi mit knödelweichem Kern an frischem Pesto schmecken herausragend gut. Einfach, aber alles andere als langweilig.

Tilo, der selbst in Kreuzberg wohnt, möchte kochen, was allen Kreuzbergern schmeckt. Mit seiner Bandbreite von Sandwiches und Buletten mit Steckrüben zu Mittag bis zu Ochsenbackenragout und Trüffel-Ziegenkäse-Risotto am Abend könnte ihm das sogar gelingen. Er versteht es, aus den Zutaten das Beste rauszuholen – Hausmannskost auf hohem Niveau. Mit anspruchsvollen Freunden sollte man abends die Auswahl an tapasartigen Vorspeisen über ein Glas Wein teilen. Am Wochenende gibt es statt dem Mittagsmenü einen klassischen Sonntagsbraten.

Gewärmt und gesättigt verlasse ich die Gaststätte am Ufer und träume vom nächsten Besuch, vielleicht im April, da öffnet die Sonnenterrasse direkt am Kanal. Darauf kann mein Geldbeutel sich einlassen und mein Bauch ist entzückt – eine echte Empfehlung für knappkassige Feinschmeckermäulchen.

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Unbedingt probieren: Das wechselnde Menü in der Mittagspause oder am Abend die ausgefallene Tapas-Auswahl von Oktopus bis Blutwurst mit Rösti.

Veggie: Der Mittagstisch enthält immer ein vegetarisches Menü und auch die reguläre Karte enthält vegane Gerichte.

Preis: Mittagstisch 7,50 Euro vegetarisch, 9,50 Euro mit Fleisch (freitags Fisch) jeweils inkl. Suppe oder Salat. Abends etwas gehobene Preisklasse von 14 bis ca. 30 Euro pro Hauptgericht.

Beste Zeit: Das Mittagsmenü gibt es unter der Woche von 12 bis 15 Uhr. Für abends mit Freunden am Gemeinschaftstisch oder am Wochenende zum Sonntagsbraten sollte man vorab reservieren.

Gaststätte am Ufer | Paul-Lincke-Ufer 23, 10999 Berlin-Kreuzberg | Montag – Sonntag: 11.30–2 Uhr | mehr Info

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