Exquisit schlemmen im Ungeheuer in Neukölln

© Lisa Ksienrzyk

Am Rande des Neuköllner S-Bahn-Rings versteckt sich ein Fabelwesen der äußerst deliziösen Sorte: Das Ungeheuer. Ein mustergültiges Frühstück, Cocktails aus Meisterhand und ein gourmetwürdiges Dinner – alles in nur einem Laden. Früher hat hier noch eine insektenähnliche Kreatur gewütet, ein Phantom der Emser Straße, erzählt Besitzer Matthias scherzhaft und deutet auf die Krallenabdrücke auf dem Holzboden. Heute suchen hungrige Neuköllner das Café im Körnerkiez auf, der anders als der Norden des Bezirks noch unaufgeregt, fast schon ruhig ist.

© Lisa Ksienrzyk
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Das Ungeheuer ist gemütlich hip eingerichtet und steht den Bars im typischen Neuköllner Vintage-Stil in nichts nach. Ein liebevolles Sammelsurium aus antiquarischen Möbeln, DIY-Dekoration und exzentrischen Gemälden. Hier kann man sowohl am Schachbrett sein Frühstücksei köpfen, als auch auf einer alten Chaiselongue einen Gin Tonic kippen. Die Speisekarte ist mit einem Einband aus Holz umschlagen und sieht nicht nur von außen originell aus.

Die Frühstücksmenüs lassen keinen Wunsch offen. Ob vegan, mediterran oder klassisch, süß oder herzhaft, die prall gefüllten Teller würden selbst den hartnäckigsten Frühstücksmuffel in einen morgendlichen Genießer verwandeln. Brot und Brötchen werden von Wiener Brot geliefert, die Holzofenbäckerei der prominenten Köchin Sarah Wiener. Großes Plus der Frühstücksteller sind nicht nur die qualitätsvollen Lebensmittel, sondern auch das reichliche, frische Obst. Hausgemachter Frischkäse neben Parmesan, luftgetrockneter Salami und griechischem Joghurt, vegetarisches Omelette mit Feta oder selbstgeknuspertes Müsli mit Früchten. Und dazu ganz viel Maracuja, Melone und Kiwi.

frühstück cafe brunch
© Lisa Ksienrzyk

Abends wird das Licht gedimmt, das Besteck poliert und so verwandelt sich das Ungeheuer vom Frühstückscafé in ein Fine-Dining-Lokal in szenigem Ambiente. Wir bekommen von  das Degustationsmenü kredenzt und schlemmen uns einmal gängeweise durch die delikaten Künste des Küchenchefs Marco Lusetti. Die Karte wechselt mehrmals im Jahr und orientiert sich damit an saisonalen Produkten. Die verschiedenen Gerichte überzeugen nicht nur optisch, sondern liefern auch geschmacklich immer wieder kleine Überraschungsmomente. Zum Aperitif aus Tequila, Rote-Bete-Saft und Thymian wird eine Auster serviert. Die Jakobsmuscheln sind auf einem Püree aus violetter Süßkartoffel gebettet, die knusprigen Bauchstücke vom Duroc-Schwein mit Honig-Senf-Soße garniert. Eine ausgefallene Fußnote bilden die kleinen Tüpfelchen aus Sprite (!)-Gelee.

Ein Teller nach dem anderen verlässt die Küche und wird von uns bestaunt. Getrüffelte Mais-Safran-Suppe, Lammkarree mit Kräuterkruste und Rotweinreduktion, Rinderbäckchen auf Sellerie-Püree. Wir lernen, dass Knurrhahn eigentlich im Meer schwimmt und keine Federn hat. Und köstlich zu Orangen-Ingwer-Karotten-Püree passt. Das mehrgängige Menü wird schließlich mit Apfel-Crumble in schaumiger Vanillesoße und einer Mousse aus edler Zartbitterschokolade abgerundet. Ein Drink aus Rum, Walnusslikör und kaltem Espresso ergänzt den Nachtisch. Ein Hoch auf den Dessertmagen!

© Ungeheuer
© Ungeheuer

Unbedingt probieren: Das Degustationsmenü. Da bekommt man von allem etwas.

Veggie: Vor allem vegetarisches und veganes Frühstück. Auf der Abendkarte einige fleischlose Gerichte.

Preis: Frühstück bis zu 13 Euro. Degustationsmenü bis zu 70 Euro.

Beste Zeit: Wir können uns nicht entscheiden zwischen Frühstück und Dinner. Am besten beides.

Ungeheuer | Emser Straße 23, 12051 Berlin | Montag – Sonntag: 10.00 Uhr – open end | Mehr Infos

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