11 Dinge, die es in 10 Jahren nicht mehr in Berlin geben wird

Sogar unser eigentlich ganz schöner Planet Erde wird irgendwann sein Haltbarkeitsdatum überschritten haben und sich vermutlich in Sternenstaub auflösen. Soweit ist es aktuell noch nicht, aber in unserer Stadt existieren einige Dinge, die wirklich akut vom Aussterben bedroht sind. Wir haben 11 ausgesucht, welche besonders gefährdet sind und bei denen wir fast sicher sind, dass es jene in 10 Jahren nicht mehr geben wird.

1. Fahrscheinentwerter

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Gibt es etwas noch Antiquierteres als Stempeln? Es ist doch wirklich unfassbar, dass im Jahr 2017 die Berliner ihren Fahrberechtigungsschein immer noch in diesen Schlitz stecken müssen und aufgrund dessen im Fall der Fälle die wichtigste U-Bahn ihres Lebens verpassen. Wenn in 10 Jahren in Berlin immer noch so hart abgestempelt wird, dann fresse ich eine ganze Ladung Druckerschwärze.

2. Printmedien in jedem Bahnhof und Spätkauf

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Man sieht ja schon länger kaum noch Menschen im öffentlichem Raum, die sich ein Printmedium vor die Nase halten. Das Angebot ist derweil aber noch immer gigantisch, egal ob im Supermarkt, Bahnhofsshop oder Späti – für alle Vorlieben gibt es gebundenes Papier mit Text und Bildchen. Wenn in 10 Jahren immer noch überall so viele analoge Magazine ausliegen, dann fresse ich ein ganzes Yps-Heft samt Spaßeinlage.

3. Fahrradfahrer ohne Helm

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Allein in Berlin gab es im Jahr 2016 17 Fahrradunfälle mit Todesfolge und dazu kommen noch die unzähligen Verletzten. Die meisten Unfälle hätten von umsichtigeren Autofahrern verhindert werden können, aber Fahrradfahrer vermeiden oft das Schlimmste mit einem anständigen Helm – und das sehen sogar auch immer mehr Menschen ein, die früher meist aus purer Eitelkeit einen Kopfschutz verschmähten. Wenn in 10 Jahren immer noch die Mehrzahl auf dem Fahrrad oder E-Bike ohne Helm unterwegs ist, dann fresse ich ein klappriges Klapprad mit Speichen.

4. Raucherkneipen

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Noch wird in vielen Berliner Kneipen und Clubs so fleißig gequarzt, dass man die Luft schneiden kann.In fast ganz Deutschland und in allen anderen westlichen Ländern schon längst tabu, ist Berlin quasi das letzte große Raucherparadies. Doch man darf nicht vergessen, dass die ganzen alten Qualmer sehr bald wegsterben werden und es gewaltig an Nachwuchs fehlt. Noch nicht einmal 10 Prozent der Jugendlichen ziehen heutzutage noch am Glimmstängel. Wenn in 10 Jahren in Berlin immer noch der blaue Dunst regiert, dann fresse ich eine ganze Stange Reyno Mentol 100.

5. Verpackungswahnsinn

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Jede dritte Tomate wird einzeln in Plastik verpackt während die Weltmeere im Plastikmüll ersticken und die Fische und Meeressäuger qualvolle Tode sterben. In Berlin gibt es ja bereits die ersten verpackungsfreien Supermärkte, aber bis sich das Konzept in den kommerziellen Märkten durchgesetzt hat, ist es wohl noch ein weiter Weg. Dennoch, wenn in 10 Jahren immer noch so viele Lebensmittel in Plastik verpackt sind, dann fresse ich nichts mehr.

6. Feinstaub-Monster

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Abgasbetrug hin oder her, jedes Benzin- oder Dieselbetriebenes Fahrzeug bläst keine Zuckerwatte in die Luft. In einigen Städten der Welt sind Dieselfahrzeuge aller Couleur schon zurecht aus der Innenstadt verbannt worden. Stellt euch mal vor: die Annehmlichkeiten Berlins mit der frischen Luft Brandenburgs. Wenn in 10 Jahren mitten in Berlin immer noch die Rußpartikel um die Wette fliegen, fresse ich einen Monster-Truck.

7. Struktur durch Sendeplätze

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"Um 19:45 muss ich aber zu Hause sein, dann kommt GZSZ." Solche Sätze wird man wohl nicht mehr ewig hören, denn nicht nur die Streamingdienste laufen dem klassischen TV immer mehr den Rang ab. Besonders in unserer zukunftsorientierten Hauptstadt, wo doch schon heutzutage nicht alle das "normale Fernsehen" empfangen möchten, ist es schwer vorstellbar, dass das gute alte "20:15" für die junge Generation überhaupt noch ein Begriff sein wird. Wenn sich in 10 Jahren immer noch jemand an Sendezeiten orientiert, fresse ich meine olle DVBT-Antenne.

8. Das Berghain

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Jeder Club hat irgendwann sein Haltbarkeitsdatum überschritten. Das Studio 54 in New York hielt sich gerade mal ein paar Jahre, aber prägte eine ganze Zeit und ist immer noch vielen bekannt. Ähnlich war es mit der legendären Bar 25, denn alles hat ein Ende nur die Tofu-Wurst hat zwei. Wenn sich in 10 Jahren immer noch so riesige Schlangen vor dem Berghain bilden, dann fresse ich die komplette Gästeliste.

9. Fast-Food ohne Liebe

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Vor gar nicht langer Zeit dominierten in Berlin noch massiv die 1-Euro-Döner und die ranzigen Pommesbuden das Fast-Food-Segment. Mittlerweile sind auch beim schnellen Essen für Zwischendurch oft frische Produkte und Liebe zum Detail gefragt. Wenn sich dieser Trend in 10 Jahren nicht weiter fortgesetzt hat und noch immer vielfach einfach Tiefkühlware in die Fritteuse geschmissen wird, dann fresse ich ein Pfund Biskin Gold.

10. Brachflächen innerhalb des Rings

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Es ist keine Ewigkeit her, da prägten noch hauptsächlich die vielen Freiflächen und der Leerstand den Spirit der Stadt. Es gibt sie vereinzelt immer noch, aber man braucht keine prophetische Gabe zu besitzen, um zu wissen, dass jene wohl bald komplett verschwunden sein werden. Wenn in 10 Jahren die Cuvry-Brache immer noch brach liegt, dann fresse ich 2 Liter gefrorenes Brackwasser (Brackeis).

11. Illegales Marihuana

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Nachdem alle seltsamen Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogendealens in den geläufigen Grünflächen kläglich gescheitert sind, müsste irgendwann auch mal die Politik zur Einsicht gelangen, dass man keinen "Krieg", vor allem gegen so genannte "weiche Drogen" erfolgreich führen kann. Sogar alle halbwegs progressiven Staaten in den USA haben mittlerweile ihren "war on soft drugs" eingestellt. Wenn in 10 Jahren immer noch schlechtes Marihuana im Görli und in der Hasenheide gedealt wird, dann fresse ich einen ganzen Sack Schlafmohn.

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