11 Dinge, die Berlin noch braucht, um wirklich eine Weltstadt zu sein

© Matze Hielscher

Natürlich lieben wir unsere Stadt über alles und wir würden ihr niemals den Rücken kehren. Aber wenn wir für einen kleinen Ausflug (nur kurz natürlich) nach New York, London, Paris, sogar nach Hamburg, Genf oder Amsterdam reisen, dann sehen wir Dinge, die wir eindeutig in Berlin brauchen, um wirklich eine Weltstadt zu sein. Oder die einfach nur unser Leben schöner machen würden.

1. Stil

Man muss nur eine Minute auf der Rue de Rennes, der 5th Avenue oder der Regent Street stehen, um den Unterschied zu erkennen: Man sieht Männer und Frauen in jedem Alter, die Sachen tragen, die ihnen passen. In Berlin wirft man sich ja irgendwas über und behauptet diese lässige Faulheit sei Stil, dabei ist es einfach nur Faulheit. Wolfgang Joop beobachtete treffend: "Die Deutschen sind sehr empfindlich, wenn Sachen sitzen. Man gilt dann als oberflächlich, eitel. Hat der nichts anderes zu tun, als sich die Sachen auf Maß arbeiten zu lassen?"

2. Pret a Manger

Über 30 Subway-Sandwichläden gibt es im Raum Berlin, aber keinen einzigen Pret a Manger. Der viel leckere, besser aussehende Sandwichladen aus England hat es noch immer nicht nach Berlin geschafft. Noch nicht einmal nach Deutschland. Unser Like auf der Facebook-Seite "We want Pret a Manger in Germany" hat bisher nichts gebracht. Vielleicht ja eurer?

© Pret a Manger

3. Eine angemessene Airbnb-Regulierung

Es hätte so schön und einfach sein können: Die Silvesterflucht aus Berlin Richtung Asien hätte man so einfach refinanzieren können, in den man die eigene Wohnung auf Airbnb vermietet. Andere Weltstädte (siehe Hamburg) konnten sich auf eine angemessene Regulierung einigen, in Berlin gilt seit Mai 2016 das komplizierte Zweckentfremdungsgesetz.

4. Guten Kaffee in Bahnstationen

In London kann man sich einen guten Kaffee in der Paddington Station oder in der King's Cross auf den Weg zur Arbeit holen. In Berlin: Fehlanzeige. Ein kleiner Hoffnungsschimmer leuchtete, als im letzten Jahr der Haferkater in den Hauptbahnhof eingezogen ist. Inzwischen ist er wieder weg und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, guten Kaffee dort zu bekommen, wo man ihn dringend braucht.

© Milena Zwerenz

5. Einen richtigen Flughafen

Muss man jetzt wohl nicht näher drauf eingehen, aber der Vollständigkeit halber: Wir brauchen einen Flughafen. Der funktioniert.

© Borke Berlin

6. Einen international anerkannten Sportverein

Was haben London, Madrid, Paris und New York gemeinsam? Genau, alle Hauptstädte haben mindestens einen großen Sportverein von Weltrang mit Anhängern rund um den Globus. Besucht man den Parkplatz am Olympiastadion bei einem Heimspiel der alten Dame Hertha BSC, dann findet man kaum ein Kennzeichen, das nicht zumindest aus der Region stammt. Das ist mehr als bezeichnend, denn kaum jemand jenseits von Spandau hat Interesse an Berliner Sportvereinen. Hier ist noch gewaltig Luft nach oben.

© Matze Hielscher

7. Einen Sephora-Store

Es gibt 2300 Läden in 33 Ländern, berichtet die französische Kosmetikkette stolz auf ihrer Website – aber keinen einzigen in Deutschland. Und das obwohl hiesige Beauty- und Modeblogger immer wieder Schnappatmung bei der Vorstellung neuster Beautytücher, Nagellacke und Parfümreihen bekommen.

9. Einen Vergnügungspark

Statt am Wochenende in der Berghain-Schlange zu vergammeln, könnten wir mit Freunden, Kindern und sogar mit Mama und Papa in den Berliner Vergnügungspark gehen und es den New Yorkern im Coney Island nachmachen. Verrückt ist ja, dass es mit dem Plänterwald schon einen perfekten Ort dafür geben würde.

Joana F.

10. Wasserspender für die Läufer

Wenn man in New York entlang des Hudson Rivers oder durch den Centralpark läuft, sieht man sie an jeder Ecke: Wasserspender. Simple und treue Freunde, die einem auf dem Weg zum Ziel ihren Dienst erweisen. So muss man sich weder mit diesen Miniflaschen-Gürteln über die Strecke retten, noch verdursten und wenn wir uns anschauen, wie voll Berliner Laufstrecken wie etwa im Treptower Park, entlang des Landwehrkanals oder im Tiergarten sind, sind wir uns sicher: Der Bedarf ist da.

11. Kostenlose Museen

In New York darf man einmal die Woche kostenlos ins MoMA und auf Spendenbasis ins Guggenheim. Das MET ist ohnehin immer auf "Pay-as-you-wish"-Basis, genauso wie die Tate Modern in London. Überhaupt gibt es auch in anderen Metropolen wie Rom oder Paris Angebote, wie man sich Kunst kostenlos ansehen kann. Wir haben in Berlin über 150 Museen, eine gesamte Museums-Insel, wieso genau gibt es bei den staatlichen Museen bitte keinen kostenlosen Tag?

© Museumsinsel
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