Never fuck the company – Ist es eine gute Idee, mit dem Kollegen eine Affäre zu haben?

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Die meisten von euch, die ein gewisses Alter erreicht haben, kennen das: Tag ein, Tag aus verbringt man seine wertvolle Lebenszeit im Büro, die Flirt-Möglichkeiten außerhalb des Schreibtisch-Umfelds sinken antiproportional zum Workload und auch wenn ihr Bonmots wie "Don’t shit where you eat" für überaus weise haltet und niemals geahnt hättet, blöd (lies: betrunken) genug zu sein, ein amouröses Techtelmechtel mit jemandem einzugehen, den ihr tagtäglich im Büro sehen müsst… ist es häufig irgendwann dann doch so weit.

Schon mal eine Affäre zufällig im Supermarkt getroffen und diese Situation als hochgradig unangenehm empfunden?

Herd allen Übels ist meist eine Firmenfete, der Klassiker: die berühmt-berüchtigte Weihnachtsfeier. Monatelang wurde neckisch, aber völlig harmlos geflirtet – an der Kaffeemaschine, im Kopierraum, in der Kantine. Dann plötzlich ändert sich mit einem Abend (und 20 Gin Tonics) alles. Aus den naiv-unverbindlichen Annäherungen wird binnen weniger Minuten leidenschaftlich-ungeniertes Rumgeknutsche. Schon mal eine Ex-Liaison zufällig im Supermarkt getroffen und diese Situation schon als hochgradig unangenehm empfunden? Ja?! Dann stellt euch das Szenario mal unter folgender, "leicht" erschwerter Bedingung vor: euer Chef steht beim Zusammentreffen neben euch. Natürlich nur sofern ihr in der privilegierten Position seid, immerhin nicht etwas mit eurem Vorgesetzten angefangen zu haben, sondern "nur" mit einem Gleichgestellten.

Während ihr also eigentlich höchst professionell über eine Präsentation / den nächsten Pitch / irgendeinen anderen, rationalen Blödsinn reden solltet, könnt ihr nur daran denken, dass ihr eurem Gegenüber vor wenigen Stunden noch die Zunge in den Hals gesteckt habt. Und seid euch sicher, dass ihr dank eures hochroten Kopfes auch ebenso gut ein blinkendes Warnschild mit der Aufschrift: "Erwischt!" vor euch hertragen könntet.

Seid euch sicher, dass ihr dank eures hochroten Kopfes auch ebenso gut ein blinkendes Warnschild mit der Aufschrift: 'Erwischt!' vor euch hertragen könntet.

Die Folge: Man meidet sich so konsequent wie irgend möglich und mit den arglosen Flirt-Intermezzos, die den Büroalltag einst auflockerten, ist es nun schlagartig auch vorbei. Jedes Kompliment, jede kleine Geste hat ihre einstige Unschuld eingebüßt. Die spannungsvolle Möglichkeit, die Grenze des "Nur-Kollegen-Seins" irgendwann tatsächlich zu überschreiten und übereinander herzufallen, existiert nicht mehr – denn sie wurde im Vollsuff ja bereits rücksichtslos zu Boden getrampelt. Da hilft nur eins: den Job wechseln, so viel Zeit verstreichen lassen, bis das verdrängungsbereite Hirn die Erinnerungen an den verhängnisvollen Abend in die hinterste Ecke verbannt hat oder souveräner und erwachsener damit umgehen, als hier beschrieben.

Vielleicht gehört ihr ja aber zu den 18 Prozent Deutschen, die, rein statistisch gesehen, ihren zukünftigen festen Lebenspartner am Arbeitsplatz kennenlernen. Wenn ihr zu den Glücklichen gehört: Chapeau!

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