Frische, ausgefallene Küche aus Vietnam – Das Ryong im Prenzlauer Berg

© Wiebke Jann

"Hallo Freunde!", möchte man fast rufen, wenn man das Ryong auf der Torstraße betritt, denn entgegen der Berliner Gastro-Konvention wird hier jeder Gast freundlich mit einem Lächeln begrüßt. Auch wenn man von der unerwarteten Freundlichkeit überrascht ist, gewöhnt man sich sehr schnell daran. Und spätestens, wenn der Kellner dann eigens an den Tisch kommt, um jedes Gericht einzeln zu erklären, fragt man sich, wieso man eigentlich so nicht immer behandelt wird.

Obwohl das Restaurant erst vor ein paar Wochen eröffnet hat, ist es um die Mittagszeit schon gut besucht. An der großen Fensterfront direkt am Eingang kann man nicht nur nach draußen schauen, sondern hat auch fast das ganze Restaurant mit seinen zwei Ebenen und der witzigen Miniatur-Haus-Architektur im Blick.

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Zur Einstimmung gibt es zwei Limonaden, die überraschend nicht nach dem üblichen Zuckerwasser schmecken, sondern selbstgemacht auf rote Bete- und Petersilienbasis wahnsinnig lecker, erfrischend und nicht zu süß schmecken. Auch die schlichte, aber lange Karte überzeugt. Die Liste der Leckereien reicht von klassischem Edamame als Vorspeise bis zu Nudelgerichten, Burgern und Wraps als Hauptspeise. Auf unseren Tellern landen die Gerichte mit den schönsten Namen: Hallo Silky Kimono, Deep Forest, Dragon Bowl und Hulk-Burger. Dahinter verstecken sich geschichtete Seidentofublätter mit Kräuterpesto, gedämpfter Spinat, eine heiße Brühe mit Nudeln, Pak Choi und Tofu sowie ein gedämpftes und frittiertes Bao-Brötchen, das mit Tofu, Avocado- und Teriyakisoße gefüttert wurde.

Genauso wie die Limonaden wurde auch hier nach Möglichkeit alles selbst zubereitet. Jeden Morgen werden die Dinkelnudeln gemacht, der Seidentofu geschichtet und die Brötchen gedämpft – und das schmeckt man. Alle Zutaten sind wahnsinnig gut aufeinander abgestimmt, die Brühe ist weder zu lasch noch zu intensiv, die verschiedenen Soßen auf dem Burger ergänzen sich fabelhaft, keine übertönt die andere und auch der gedämpfte Spinat schmeckt mit Sesam und der karamellisierten Zitronengras-Lauch-Wasabi-Sojasoße einzigartig.

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Pappsatt und eigentlich zufrieden, sind wir aber doch neugierig auf die süßen Speisen und können es uns nicht verkneifen, noch ein Dessert zu bestellen: Zwergbananen-Latte und Klebereisbällchen mit Bungbohnen, Kokoscreme karamellisierten Zuckerkörnern und Sesam. Auch wenn der Zwergbananen-Latte für unseren Geschmack einen Tick zu süß ist, verlassen wir das Ryong rundum glücklich und ganz sicher nicht zum letzten Mal.

© Wiebke Jann

Unbedingt probieren: Den Silky Kimono zur Vorspeise

Veggie: Alles ist vegetarisch oder vegan

Preis: Hauptgerichte 7,50 bis 9,50 Euro, Lunchmenü, Hauptgericht & Vorspeise oder Dessert ab 8,50 Euro

Beste Zeit: Um die Mittagszeit ist es noch nicht ganz so voll, aber auch abends lässt es sich hier ziemlich schön futtern

Ryong | Torstraße 59, 10119 Berlin | täglich: 12–00 Uhr | mehr Infos

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