11 Dinge, bei denen du dich in Berlin auch allein vergnügen kannst

Wir sind jeden Tag im Stress. Ständig müssen wir interagieren, nicken, den Kopf schütteln, über alles Bescheid wissen und zu allem eine Meinung haben. Irgendjemand redet immer und wenn gerade niemand redet, klingelt das Telefon. Oft haben wir nicht mehr als ein paar Minuten am Tag wirklich für uns selbst. Dabei ist allein sein eine Kunst, die es zu kultivieren gilt. Nimm dir also etwas Zeit und widme sie einem ganz besonders wichtigen Menschen in deinem Leben: Dir selbst. Hier sind 11 Aktivitäten, für die du keine Begleitung brauchst.

1

© Sultan Hamam Entspannen im Hamam

Wenn wir uns als Kinder so richtig dreckig gemacht haben, wurden wir von unseren Eltern in die Badewanne gesteckt und ordentlich abgeschrubbt. Schön, wenn das auch heute noch jemand mit uns macht, auch wenn wir uns inzwischen in einem Alter befinden, in dem wir nicht mehr so häufig im Matsch spielen. Im Hamam wird der ganze Körper intensiv gereinigt, und die Seele gleich mit. Danach fühlt man sich so wohlig erschöpft wie nach einem langen Tag auf dem Kinderspielplatz. Anschließend geht’s am besten mit einer Gute-Nacht-Geschichte ins frisch bezogene Bett.

  • Sultan Hamam
  • Bülowstraße 57, 10783 Berlin
  • geöffnet für Damen: Dienstag – Donnerstag: 9.30–23 Uhr, Freitag & Samstag: 9.30–24 Uhr, Herren: Montag: 14–24 Uhr, gemischt: Sonntag: 11–22 Uhr
2

© Wiebke Jann Am Paul-Lincke-Ufer beim Boule zuschauen

An einem sonnigen Sonntagnachmittag am Paul-Lincke-Ufer zeigt sich der Kreuzberger Mikrokosmos von seiner besten Seite. Hier wächst zusammen, was auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen gehört: übernächtigte Partygänger*innen auf dem Weg zur nächsten Afterhour (wenn nicht gerade Pandemie ist), junge Familien mit Buggy und Hund, aufgestylte Tourist*innen, Flaschensammler*innen und die alteingesessenen Boulespieler*innen. Zuschauen wird hier nie langweilig.

3

© Shakespeare & Sons Bücher lesen und Bagels essen bei Shakespeare & Sons in Friedrichshain

Shakespeare & Sons hat alles: ein großes Sortiment an englischsprachigen Büchern, schöne Menschen aus aller Welt, leckere Bagels von Fine Bagels und jede Menge Platz, um am Laptop zu arbeiten, Leute zu beobachten oder zu lesen. Es ist ein bisschen wie in der Uni-Bibliothek, nur dass man hier zwischen den Büchern essen, krümeln und mit dem Nachbarn reden darf.

4

© Dragon Grkic | Shutterstock Den Füßen Luxus gönnen bei der Pediküre im Stue

Meist schenken wir unseren Füßen viel zu wenig Aufmerksamkeit, obwohl sie uns so treu durch den Alltag tragen. Grund genug, einen freien Tag dafür zu nutzen, den vernachlässigten Gliedmaßen etwas Erholung zu gönnen. Körper und Seele erfreuen sich derweil daran, den Wellnessbereich des vielleicht schönsten Designhotels der Stadt nutzen zu dürfen. Wer hier durch den imposanten Eingangsbereich spaziert, um sich anschließend in den türkisblauen Pool zu stürzen, fühlt sich für ein paar Stunden wie ein Mitglied der oberen Zehntausend.

5

© onnola | FlickrCC BY-SA 2.0 Auf dem Jerusalem Kirchhof die romantische Seite wiederbeleben

Es gibt eine Menge wunderschöner, alter Friedhöfe in Berlin, doch der verwinkelte Jerusalem Kirchhof am Mehringdamm ist eine besondere Perle unter ihnen. Der perfekte Ort um dem Rauschen des Windes in den alten Kastanien zu lauschen, Gedichte zu schreiben oder einfach nur lesend in der Sonne zu sitzen. Anders als in den Parks der Umgebung, muss man hier keine Angst haben, dass die romantische Idylle durch laute Musik oder lodernde Einweggrills gestört werden könnte, weil es hier zu jeder Tageszeit friedlich ist. Nur ab und zu schaut ein Eichhörnchen oder ein Fuchs vorbei.

6

© Milena Zwerenz Ein vietnamesisches Dinner for One im Quy Nguyen Geschlossen

Alleine essen zu gehen, ist die Königsdisziplin unter den Solofreizeitbeschäftigungen. Denn sich ohne Begleitung in ein Restaurant zu setzen und zu essen, während man unter Umständen auch noch von anderen Gästen dabei beobachtet wird, erfordert einiges an Mut. Dafür kann man sich allein besser auf das eigentlich Wichtige konzentrieren: das Essen. Besonders gut geht das im Quy Nguyen, wo die Gäste in regelmäßigen Abständen ausrasten, weil Gerichte hier so wahnsinnig lecker sind; außerdem sind alle Zutaten Bio und vegan. Die Einrichtung ist spartanisch und der Service freundlich, aber zurückhaltend, sodass das Essen der absolute Hauptakteur bleibt. Die gebackenen Banane zum Dessert hilft übrigens gegen Kummer und Sorgen jeglicher Art.

7

Mit Rimini Protokoll auf Entdeckungstour gehen

Die aktuellen Inszenierungen im Gorki Theater zählen zu den aufregendsten, die die deutsche Theaterlandschaft momentan zu bieten hat. Die Postdramatiker von “Rimini Protokoll” gehen noch einen Schritt weiter und machen den Zuschauer zum Akteur und die Stadt zur Bühne. Es geht um künstliche Intelligenz, Gruppendynamik und die Grenzen des Selbst. Bei “Remote Mitte“ werden die Teilnehmer zum Selbstversuch animiert und von einer künstlichen Stimme durch die Straßen Berlins geleitet, wobei alle sich gegenseitig beobachten und gleichzeitig niemand weiß, wohin die Reise führt.

  • Remote Mitte – Kollektiver Audiowalk von Rimini Protokoll in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater
  • Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
  • nächster Termin 30.4.2016, Treffpunkt 18 Uhr am Invalidenfriedhof
8

© Wiebke Jann Schwelgen in der Alten Nationalgalerie

Sie könnte genauso gut in Rom stehen: die Alte Nationalgalerie mitten auf der Museumsinsel. In der Schönheit der alten Meister zu schwelgen, ist die perfekte Beschäftigung für ein (verregnetes) Wochenende, das man sonst nur im Bett verbracht hätte. Der Kunstgenuss hier funktioniert auch allein super. Der Audioguide leitet durch die tollen Ausstellungen, Gemälde und Skulpturen alter Meister. Bei gutem Wetter ist nach dem Besuch ein Nickerchen im Gras zu empfehlen.

9

© Wiebke Jann Über den Flohmarkt am Arkonaplatz bummeln

Der Troedelmarkt auf dem Arkonaplatz ist der kleine Bruder vom Flohmarkt im Mauerpark. Auch wenn der Markt längst kein Geheimtipp mehr ist, geht es hier noch sehr viel beschaulicher zu als ein paar hundert Meter weiter nördlich. Allein zwischen den Ständen umher zu schlendern hat den Vorteil, dass du deine Begleitung nicht in der Menge verlieren kannst und dass sich niemand darüber beschwert, wenn du stundenlang in Kisten voller alter Platten herumwühlst.

10

© Kerstin Musl Ein Bier in der Walther Bar trinken

Berlin kann grausam sein. Die Wohnungsnot ist groß und die steigenden Mieten treiben selbst Besserverdienern die Tränen der Wut in die Augen. Der gebeutelte kreativschaffende Berliner Geringverdiener hockt derweil in seiner Ein-Zimmer-Bude und träumt von ein paar zusätzlichen Quadratmetern. Wer sich den Luxus eines eigenen Wohnzimmers nicht leisten kann, findet Zuflucht in der Bar Walther im Wrangelkiez. Gemütlich wie die eigene gute Stube, mit dem Vorteil, dass man später nicht selber lüften oder sauber machen muss. Jeden Mittwochabend kommt außerdem ein Klavierspieler zum häuslichen Musizieren vorbei.

11

© Kerstin Musl Die Welt umarmen bei der Neuköllner Klezmer Session

Klezmer verbindet die Menschen. Zum Klang von Geige und Klarinette werden hier alle zu Brüdern und Schwestern. Reichlicher Wodkagenuss hilft das Gemeinschaftsgefühl noch weiter zu intensivieren, ist aber nicht zwingend notwendig.

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