Sportmärz – Das 'Run Pack' macht Berlin unsicher!

Laufen klingt nach der einfachsten Sportart, die es gibt. Jeder, der Lust hat, kann seine Turnschuhe aus der hintersten Ecke kramen und losrennen. Egal, ob Stadt oder Land, eine Strecke findet sich immer. Kopfhörer über die Ohren, Running-App starten und los geht’s. Laufen ist vor allem nicht nur einfach, sondern auch extrem effektiv – es hält fit und gesund, macht den Kopf frei und hinterlässt ein gutes Gefühl. Dass das Ganze noch viel mehr Spaß macht, wenn man nicht alleine unterwegs ist, dachten sich auch Flo, Henrik, Kai, Kathi und Sven, die Gründer des „Run Pack“.

Das „Run Pack“ ist eine Laufgruppe aus Berlin und feiert heute am 18. März ihren ersten Geburtstag. Die fünf Gründer haben eine lange gemeinsame Lauf-Vergangenheit. Fast jeden Sonntag trafen sie sich, um gemeinsam für die anstehenden Marathons zu trainieren. Anschließend gab es dann bei einem zu Hause zur Belohnung noch Kuchen. Da aber von Woche zu Woche immer mehr Leute mitliefen und etwas vom Kuchen haben wollten – jeder brachte mal Freunde mit, denen das alles auch Spaß machte und die dann regelmäßig mitliefen – wurde die Gruppe dermaßen groß, dass man sich fünfmal überlegte, wirklich so viele Leute in seine Wohnung mitnehmen zu wollen. Die einzige Lösung: Eine Laufgruppe mit regelmäßigen Lauf-Dates und eine Location, wo man vorher und nachher noch zusammen Zeit verbringen kann.

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Gesagt, getan: Ein kleiner Raum in Mitte wurde gefunden und feste Tage – Dienstag und Donnerstag – zum gemeinsamen Laufen festgelegt. Ab und zu werden auch am Wochenende gemeinsam Kilometer gesammelt, allerdings geschieht dies unregelmäßig und nach individueller Absprache. Doch wie genau läuft so ein Treffen zum Laufen ab? Es gibt schließlich Unterschiede in der Fitness der einzelnen Teilnehmer. Ganz einfach: Dienstags wird die Gruppe, die im Schnitt aus 30 Läufern besteht, in drei Teile geteilt: Die schnellste Gruppe schafft einen Kilometer in vier Minuten 40, die mittlere benötigt fünf Minuten und die langsamste braucht fünf Minuten 40. Die am Abend gelaufene Strecke hat aber für alle Gruppen die gleiche Länge: zehn bis zwölf Kilometer. Jede Woche wird diese neu ausgesucht – wäre sonst ja auch langweilig. Eine gewisse Grundkondition sollten die Mitläufer bereits mitbringen, blutige Anfänger haben es schwer, denn auch das Tempo der Langsameren ist nicht ohne und zehn Kilometer können sich ganz schön ziehen (mein Selbstversuch hat das bewiesen). Donnerstags ist immer anderes Programm, mal gibt es Intervalltraining, mal besonders schnelle Runden, oft aber auch Anfängerrunden oder langsame Runden für Verletzte, die das Training wieder neu starten.

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Die einzige Voraussetzung zum Mitlaufen ist eine gute Kondition, ansonsten stellt das „Run Pack“ keine Anforderungen. Wetterresistent sollte man vielleicht noch sein, denn egal ob Sonne, Regen oder Schnee, eisige -13 oder heiße +30 Grad – gelaufen wird immer, Ausreden gibt es keine. Die meisten Mitläufer findet das „Run Pack“ über die dazugehörige Facebook-Seite, pro Woche sind ein bis zwei Neue dabei. Aber es gibt auch andere, eher außergewöhnliche Geschichten über neue Anhänger. Ben zum Beispiel: Er traf die Gruppe zufällig mitten im Lauf auf der Friedrichstraße und beschloss, sich einfach dranzuhängen. Seit diesem Tag ist der Boston-Marathon-Veteran fester Bestandteil der Truppe und jede Woche dabei.

Wichtiger als Facebook ist für das „Run Pack“ und für alle Läufer generell allerdings Instagram. Ist ja auch logisch, schließlich sind Fotos oder Videos in Bezug auf das Laufen viel aussagekräftiger als schlaue Sätze – Kilometeranzahl und benötigte Zeit unter die Bilder, fertig. 455 Follower hat das Run Pack auf Instagram schon und kurz vorm Loslaufen kommen dann auch mal Kommentare wie: „Boah, geile Schuhe, die habe ich schon in einem Video gesehen“ – irgendwie eine andere Welt, die Laufwelt eben.

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International ist das „Run Pack“ optimal vernetzt: Mit anderen Crews in Kopenhagen, London oder Kuala Lumpur sind sie in Verbindung und fahren deshalb auch gerne mal in genannte Städte, um dort bei verschiedenen Marathons, bald steht der in Kopenhagen auf dem Plan, mitzulaufen. Konkurrenten sind die anderen Teams nicht – eher Freunde, die die gleiche Obsession haben: laufen, laufen, laufen. Aber auch in Berlin ist das „Run Pack“ natürlich fleißig dabei, Läufe zu bestreiten, die mehr als reines Training sind. Erst vor ein paar Tagen haben sie im Rahmen des Internationalen Frauentags einen Run organisiert, und auch in der Zukunft stehen einige Wettbewerbe an: Die Halbmarathons in Berlin und Hamburg, der Airport Run, die Cross Challenge, der Urbanian Run, We own the night und natürlich der bekannte Berlin Marathon, für den es vorher sogar eine Generalprobe gibt.

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Sogar eigene Shirts hat das „Run Pack“ sich schon bedrucken lassen. Sie dienen dem Teamgeist und beweisen: Wir sind eine Crew. Genau dieses Gefühl genießt die Gruppe auch bei den Wettbewerben. Sie gehören zusammen, werden von anderen Laufgruppen als das Berliner „Run Pack“ erkannt. Vergleichbar ist diese Art Teambildung mit Mannschaften in anderen Sportarten, einziger Unterschied: Rivalität gibt es nicht. Außerdem ist das „Run Pack“ schon mehr als eine reine Laufgruppe, neue Freundschaften haben sich gebildet. Die Jungs und Mädels gehen zusammen essen, feiern und laden sich gegenseitig zum Geburtstag ein. Und die Gruppe wächst und wächst. Mittlerweile sind so viele Läufer beim „Run Pack“ dabei, dass sogar der Treffpunkt in Mitte zu klein geworden ist. Habt ihr zufällig zu viel Platz und wollt was vermieten? Her damit!

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