Mittwoch, 25.01. Kriegerin - Im Kino
Wenn ich einen Döner esse, mache ich mir Gedanken um mögliches Gammelfleisch, genmanipuliertes Getreide, EHEC-Gemüse, E.Coli-Bakterien und Massentierhaltung. Wirtschaftliche Faktoren, die jeden Bürger interessieren und betreffen. Demokratie betrifft auch jeden. Sie ist die Volksherrschaft – sie hält vom Prinzip her, das Volk gesund – es gibt da so’ne Liedzeile: „Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“
Zu Anfang des Films "Kriegerin’"steht ein Döner als Signal dafür, dass ein Mensch sich mit einem anderen Menschen verbunden fühlt. Und das Denken und Handeln der rechtsextremen Gruppe um Sandro und Marisa nimmt jedes Signal wahr, um aggressiv und starrsinnig auf ihre Opfer einzuprügeln.
Die Hauptdarsteller werden beeindruckend von Alina Levshin, Jella Haase und Gerdy Zint gespielt, die den Alltag und die Attitüde der ‚100% deutschen Freunde’ leider wahnsinnig real inszenieren. Das Begleitmaterial zum Film fasst zusammen: „Kriegerin demonstriert, was eine Gruppe von Gleichgesinnten zusammenhält und präsentiert zugleicht deren menschenverachtendes Weltbild mit seinen groben Widersprüchen und dramatischen Auswirkungen.“
"Kriegerin" ist der Erstlingsfilm von David Wendt und brilliert nicht nur mit seinen Hauptdarstellern, der gesamte Cast ist angsteinflößend authentisch. Die Geschichte von Alt und Jung, von Hass und Ohnmacht, von Durchhalten und Wegsehen hat mich stark berührt. ‚Kriegerin’ klingt nach und hat ein hoffentlich lautes Echo. Ein Dutzend Filmpreise und Auszeichnungen gibt es auch für die witzigen Momente in diesem ernsten Film. Die Gedanken sind frei, na dann mal los - macht euch welche!