Was mache ich, wenn mein Kind durch das neue Geschwisterkind vollkommen verunsichert ist?

© Matze Hielscher

Wie spricht man am besten über Herausforderungen im Familienalltag? Viele Eltern treiben die gleichen Sorgen um, auf der Suche nach Lösungen lesen sie einen Ratgeber nach dem anderen. Jeder hat eine andere Vorstellung von Erziehung und nur selten werden Ängste und Sorgen offen ausgesprochen. Im Familienrat-Podcast besuchen wir die Diplompädagogin Katia Saalfrank und stellen der Expertin eure Fragen rund um Erziehung und Familienleben.

Karin (Name geändert) schreibt: "Unsere Tochter hat durch die Geburt der kleineren Schwester ein Trauma erlitten. Dadurch hatte ich als Mutter massive Probleme im Nachhinein – nicht körperlich, sondern psychisch. Die Schuld an dem Kaiserschitt habe ich dem Baby gegeben. Und die Konsequenz war, dass sich das Baby an mich gefesselt hat. Ich konnte sie 3 Monate nicht eine Stunde am Tag ablegen.

Die große Schwester ist durch diese Situation völlig unbewusst ins Abseits gerutscht. Leider haben wir das so nicht bemerkt. Ein Jahr später kam das Nägelbeißen. Ich habe es gesehen, aber keinen Grund gefunden. Kurz darauf wurde ich wieder schwanger. Meine Große entwickelte „Ticks“: Es störte plötzlich jedes Schild in den Sachen, die Strumpfhosen wurden bis unter die Achsel gezogen. Ich habe es als Phase abgetan, denn nach der Geburt des Bruders war es weg. Ein Jahr später wurde ich erneut schwanger und all diese „Ticks“ kamen plötzlich wieder. Vermengt mit Aggressivität uns gegenüber,  sind wir als Familie in eine Situation gerutscht, die kaum auszuhalten war. Sie neidet alles, was ihre kleine Schwester angeht, ist aggressiv ihr gegenüber und lässt sie kaum an etwas teilhaben. Als das 4. Kind geboren war, war deutlich zu spüren, wie groß die Angst der Großen vor dem Baby ist. Sie stand Nägel beißend neben ihm, wenn ich ihn gewickelt habe. Nun war eindeutig, dass es ein Problem gibt. In jeglicher Stresssituation kommen diese Ticks wieder. Ich bin auf der Suche nach professioneller Hilfe, da sie anscheinend das Gefühl hat, keine Aufmerksamkeit zu bekommen. Als neulich ihre kleine Schwester den 4. Geburtstag feierte, hat sie alle Geschenke für sich beansprucht. Wir haben mit ihr darüber geredet, aber diese mangelnde Aufmerksamkeit – vor allem wegen der Schwester – scheint sehr an ihr zu nagen.

Im Kindergarten ist sie völlig unauffällig, eher ein Vorzeigekind und sie können es oft nicht fassen, was ich erzähle. Es gibt jeden Tag so viele Situationen und meine Kraft ist schier ausgeschöpft. Ich möchte ihr gern diesen Stress nehmen, sich ständig beweisen zu müssen, schaffe es aber nicht alleine. Was würden Sie mir raten?"

Wenn ihr auch Fragen an Katia Saalfrank habt, dann schickt sie gerne an [email protected].

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