Soll ich mein Kind weiter stillen oder ist es an der Zeit, dass es ins eigene Bett umzieht?

© Matze Hielscher

Wie spricht man am besten über Herausforderungen im Familienalltag? Viele Eltern treiben die gleichen Sorgen um, auf der Suche nach Lösungen lesen sie einen Ratgeber nach dem anderen. Jede*r hat eine andere Vorstellung von Erziehung und nur selten werden Ängste und Sorgen offen ausgesprochen. Im Familienrat-Podcast besuchen wir regelmäßig die Diplompädagogin Katia Saalfrank und stellen der Expertin eure Fragen rund um Erziehung und Familienleben.

Magda* schreibt:

"Liebe Katia,

wir schreiben dir, weil wir wirklich deinen Rat gebrauchen könnten. Die Situation ist so: Unsere kleine Tochter Annabelle* ist 16 Monate alt. Sie schläft bei uns im Familienbett, fühlt sich dort auch sehr wohl, wird aber immer noch drei- bis viermal nachts wach, weint ein wenig und ruft nach mir, um bei mir zu trinken. Ich werde dann auch meist schnell wach und stille sie, sie nuckelt auch nicht nur, sondern trinkt, bis sie vorerst genug hat, dann dreht sie sich um und schläft rasch wieder ein. Auch ich schlafe im Grunde schnell wieder ein, mich stört die nächtliche Unruhe also nicht allzu sehr, obwohl es auf die Dauer natürlich schon ermüdend ist.

Mehr Sorgen bereitet uns aber, dass unsere Kleine am Abend eher wenig isst. Es ist insofern kein Wunder, dass sie dann nachts Hunger hat. Gleichzeitig haben wir aber auch das Gefühl, dass das ein Teufelskreis ist, an dessen Reproduktion wir beteiligt sind, wenn ich sie nachts noch immer stille (dies hat uns übrigens auch die Kinderärztin nahegelegt).

Grundsätzlich stresst mich das Stillen nicht, im Gegenteil. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten genieße ich unsere besonderen "Stillmomente" sehr. Und trotzdem finde ich, dass Annabelle* sich nun allmählich von meiner Brust lösen sollte – mit aller Zeit und Ruhe natürlich, die wir beide dafür brauchen. Dazu ist vielleicht die Hintergrundinformation wichtig, dass ich selbst Vollzeit (meist im Homeoffice) arbeite und als Wissenschaftlerin dabei tagsüber auch ziemlich busy bin.

Nichtsdestotrotz verbringe ich morgens, nachmittags und/oder abends wertvolle "quality time" mit meiner Kleinen und auch wenn ich beschäftigt bin, ist Annabelle* immer liebevoll umsorgt: Mein Mann arbeitet ebenfalls größtenteils von zu Hause aus und kümmert sich engagiert um Annabelle*, wir haben eine ganz tolle, liebe und aufmerksame Tagesmutter, und mit Oma und Opa, die Annabelle* ebenfalls viel Zeit und Liebe widmen, leben wir in einem Haus. Weil die Corona-Zeit für uns natürlich trotzdem anstrengend war und Annabelle* nun erst seit Kurzem wieder bei der Tagesmutter ist, haben wir momentan noch mit Veränderungen gewartet; wir wollten der Kleinen nicht zu viel auf einmal zumuten. Aber wir fragen uns, ob es nicht besser wäre, wenn ich Annabelle* abstille und sie dann (in welcher Reihenfolge auch immer) auch in ihr eigenes Bettchen im Kinderzimmer umzieht.

Wie gehen wir diese "Abnabelung" am besten an? Soll ich zuerst abstillen und sollen wir sie nachts noch im Familienbett schlafen lassen? Oder ist es sogar einfacher, wenn wir das Kind erst in sein eigenes Bettchen umsiedeln? Wie bekommen wir diese Veränderung am besten bedürfnis- und bindungsorientiert hin? Oder würdet ihr gar von einer Veränderung abraten? Was ist Eure Einschätzung? Und wie sollen wir vorgehen?

Liebe Grüße,
Magda*"

*Name geändert

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