Berliner und ihre Lieblingslaufstrecke – mit Philipp Styra durch das leere Berlin

Auch im Hochsommer trägt Philipp Styra ausschließlich schwarze Klamotten, nur bei den Laufschuhen macht er eine Ausnahme. In der Konzertindustrie kennt jeder den tätowierten Booker aus Kreuzberg. Er hat in den letzten Jahren die Deutschlandtourneen für Muse, The Black Keys und The XX betreut. Er arbeitet bei der Agentur Four Artists und kümmert sich aktuell um Haftbefehl, Olli Schulz und TÜSN. Philipp trinkt kein Alkohol, isst kein Fleisch und ist passionierter Läufer – bezeichnet sich dennoch nicht als enthaltsam. Wir sind mit ihm 20km durch Berlin gelaufen. Ihr seht Philipp am Samstag morgen 8 Uhr durch das leere Kreuzberg, Mitte und Schöneberg laufen.

Seit wann läufst du und wie bist du dazu gekommen?
Meine Freunde Matze und Gregor haben sich 2003 für den Berlin Marathon angemeldet. Das wollte ich auch machen. Damals wog ich allerdings einiges mehr und mein Umfeld traute mir einen Marathon nicht zu. Ich habe mir nur "Fuck You" gedacht und mit den beiden trainiert. Den Marathon bin ich in ca. 4:15 Stunden gelaufen, dass war schon okay. Es tat aber sehr weh. Durch das Laufen hatte ich gut abgenommen, also lief ich immer schön weiter. Ende 2005 hatte ich eine sehr schlechte Phase in meinem Leben; das Laufen hat mir geholfen aus diesem Loch rauszukommen. Seitdem bin ich richtig dabei. Ich habe mich einfach immer wieder für den Marathon angemeldet und jedem davon erzählt, so gab für mich kein Zurück und ohne Training klappt es nicht.

Du warst innerhalb der Musikindustrie dafür bekannt, gern ordentlich raven zu gehen – mit allem, was dazu gehört. Heute trinkst du gar keinen Alkohol mehr und läufst Marathon. Ist das Laufen ein Ersatz?
Naja, ich gehe ja immer noch aus. Als ich 2009 aufgehört habe zu "raven“, war das keine bewusste Entscheidung oder ein Zwang, weil ich Probleme hatte. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es das jetzt war und ich wirklich alles rausgeholt hatte. Irgendwann ist es ja auch immer das Gleiche. Ich glaube schon, dass ich wegen des Laufens so lange und so "gut" feiern konnte. Montagmorgens gab es früher den “Straflauf“ und dann war mein Kopf wieder gerade. Also ein Ersatz ist es nicht, aber irgendwie ist Laufen einfach geiler als Raven.

Würdest du sagen, dass du ein sehr enthaltsamer Mensch bist?
Eher das Gegenteil. Ich bin ein ziemlicher Genussmensch und kann mich bei manchen Sachen nicht zurückhalten. Durch das Laufen und die Meditation lerne ich aber mich "im Griff" zu haben. Zum Beispiel mag ich Fleisch sehr gerne, aber ich finde es ist nicht cool, dass Lebewesen für meinen Genuss sterben – also esse ich kein Fleisch.

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Du bist ganz am Anfang bei boost Berlin mitgelaufen, mittlerweile nicht mehr. Warum?
Das passte terminlich leider nicht so gut, zumal ich auch wirklich gerne alleine laufe, weil ich dann für mich bin und abschalten kann. Ich mag Laufen deswegen so gerne, weil man es immer und überall machen kann und nicht an feste Zeiten oder ein Sportstudio gebunden ist. Wenn man Schwierigkeiten hat sich zu motivieren, ist eine Laufgruppe wie boost sehr zu empfehlen.

Wie sieht deine Laufwoche aus?
Ich laufe gerne Halbmarathon, in einer normale Laufwoche laufe ich zwei Mal 7 bis 8 Kilometer, ein Mal 6 Kilometer inklusive 4 Intervall-Läufen und 1 Mal lang zwischen 16 und 20 Kilometer. Im Sommer laufe ich gerne morgens.

Erzähl doch mal was über deine Laufstrecke. Warum ist es deine Lieblingsstrecke?
Die Laufstrecke, die wir heute laufen, zeigt einem ja quasi ganz Berlin mit allem, was dazugehört. Gerade morgens ist die super, wenn noch nicht so viele Leute und Autos unterwegs sind – Geisterstadt! Ich finde bei dem Lauf, und generell bei längeren Läufen durch Berlin, dass man immer sieht, warum die Stadt so toll ist.

Los geht's!

 

Ausrüstung:
T-Shirt: my rave is different than yours
Hose: Adistar
Schuhe: Adizero
Streckenfakten:
Startpunkt: Görlitzer Bahnhof
Endpunkt: Kottbusser Tor
Länge: ca. 19 km
Beste Tageszeit:morgens am Wochenende

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Die Highlights der Strecke

boostbyMatzeHielscher-3 Oranienstraße

"Ich mag es, die Oranienstraße runter zu laufen, am Gorilla von Coretex vorbei, dann Franken und S0 36. Es ist immer schön, wenn dann noch Leute aus der Rose und dem Trinkteufel rauskommen."

boostbyMatzeHielscher-9 Friedrichstraße

"Am Westin Grand kommt mir jedes Mal das Cookies in den Sinn und jetzt auch der Film 'Victoria', der hier gedreht wurde. Die Strecke aus dem Film wollte ich auch mal ablaufen."

boostbyMatzeHielscher-19 An der Spree

"Das Regierungsviertel an der Spree entlang ist im Allgemeinen eine der schönsten Strecken in Berlin. Reichstagsufer, Auster, der Tiergarten mit Blick auf die Siegessäule und dann von Moabit nach Charlottenburg am Ufer; das ist wirklich schön."

boostbyMatzeHielscher-12 Kurfürstendamm

"Die Gegend am Ku’damm mag ich auch, ich hab mal am Oliverplatz gearbeitet. In Charlottenburg gehe ich auch mal gerne essen, ins Kino, Kaffee trinken oder shoppen. Irgendwie ist das eine ganz andere 'alte' Welt, die nicht so viel mit Kreuzberg und dem Rest der Stadt zu tun hat."

boostbyMatzeHielscher-16 Kurfürstendamm

"Von Prada am Ku’damm zur Kurfürstenstraße: absolutes Ghetto-Running übern Strich. Auf der einen Seite hat man das Cafe Einstein, auf der anderen die Prostituierten. Hier treffen wahrlich Welten aufeinander."

boostbyMatzeHielscher-17 Gleisdreieckspark

"Durch den Gleisdreieckpark geht’s zurück. Den Park haben die Stadtplaner gut hinbekommen, der Skatepark dort ist echt super. Ab dem Punkt kann man nach seiner Kondition entscheiden und gucken, ob man über den Herrmannplatz einen Halbmarathon aus dem Lauf macht oder direkt über den Kotti nach Hause läuft."

Hier geht es zu Philipps Laufplaylist.

Und jetzt viel Vergnügen beim Laufen!

 

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit adidas. Das letzte Mal sind wir mit Ann-Kathrin Burmann durch Wilmersdorf-Schöneberg gelaufen. 

Mit #boostberlin entwirft adidas in Berlin die Laufcommunity der nächsten Generation. Mit eigenem Loft in Kreuzberg (boostloft), einer mobilen Läufer-Lounge (boostbus) und einer eigenen Software, mit der jedes Mitglied für seinen Entwicklungserfolg belohnt wird. Bislang sind schon über 500 Läufer dabei, bis zum Ende des Jahres sollen es 1.000 werden. Spannend?

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