Berliner und ihre Lieblingslaufstrecke – Georgia Reeve und die Halbinsel Stralau

In unserer neuen Serie stellen wir euch Berliner und ihre Lieblingslaufstrecke vor. Heute: Georgia Reeve. Sie lebt seit drei Jahren in Berlin und kann als Multimediatalent bezeichnet werden. Sie führt Interviews mit Woodkid für Highsnobiety, schreibt über japanische Fischerinnen für Panthalassa, entwickelt Modeschauen für Grundig und ist Host von #boostfriedrichshain, einer Laufgruppe, die kürzlich von Adidas gegründet wurde. Ein fester Wohnsitz ist nicht so ihr Ding. Darum lebt Georgia aus drei Koffern und einer großen Ikeatüte voller Schuhe in einer möblierten Wohnung in Mitte. Ihre große Konstante ist das Laufen. Wir sind mit ihr von der Oberbaumbrücke zur Halbinsel Stralau gelaufen.

 

Seit wann läufst du und wie bist du dazu gekommen?
Ich laufe seit 5 Jahren. Ich habe damals in Hamburg gelebt und bei der Werbeagentur Jung von Matt gearbeitet. Dort bin ich manchmal erst gegen 22 Uhr aus dem Büro gekommen – man arbeitet dort sehr lange. Ich habe dann mit meinem Mitbewohner, der auch in einer Werbeagentur gearbeitet hat, angefangen, morgens zu laufen. Bald waren wir eine richtige Laufgruppe mit sieben Leuten. Alle waren Werber, ich das einzige Mädchen.

Du bist oft unterwegs. Schaffst du es dann auch regelmäßig zu laufen?
Laufen ist die beste Art, eine Stadt zu entdecken. Mein Freund lebt in London, mit dem bin ich oft unterwegs und London ist ganz wunderbar zum Laufen. Im Januar war ich einen Monat in L.A. Dort fahren die Leute mit dem Auto zum Venice Beach, in den Griffith Park oder ins Gym, um zu laufen, dementsprechend haben die mich echt komisch angeguckt, wenn ich querfeldein über Haupt- und Seitenstraßen gelaufen bin. So habe ich die Stadt entdeckt! Tagsüber ist das weniger gefährlich, aber nach Sonnenuntergang würde ich manche Straßen auf jeden Fall meiden.

Heute ist es ja ziemlich nebelig. Wie schaffst du es dich im Herbst/Winter zu motivieren?
Ich mag es, wenn es etwas kälter ist, denn sobald ich loslaufe, geht der innere Ofen an und mein Körper läuft warm. Wenn es aber regnet, dann laufe ich eher ungern, das kriege ich nicht hin. Mit der boost-Laufgruppe treffen wir uns mindestens ein Mal in der Woche, das ist sehr motivierend und hilft gegen den Schweinehund. Wenn der Termin steht, wird auch wegen ein bisschen Regen nicht abgesagt.
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Warum ist gerade das Laufen eine Konstante in deinem recht abwechslungsreichen Leben?
Das Laufen gibt mir Disziplin. Es hilft mir, eine Regelmäßigkeit zu finden, ganz egal, wo ich bin und wo ich laufe. Ob in der Gruppe oder allein, es hilft mir vom Alltag loszulassen. Das Leben kann ganz schön hektisch sein, man weiß manchmal nicht, wo einem der Kopf steht und zwei Stunden sind wie fünf Minuten verflogen. Das Laufen zentralisiert all meine Energie und holt mich wieder runter.

Erzähl doch mal was über deine Laufstrecke, warum ist es deine Lieblingsstrecke?
Die Strecke ist etwas Besonderes, weil man aus einer sehr Berlintypischen Umgebung plötzlich wie in einer anderen Welt ist. Auf der Stralauer Halbinsel mischt sich historisch dörfliches mit familiärer Neubaukultur. Um einen herum liegen dicke Kähne, und Hausboote, man begegnet Anglern und kann Segler beobachten. Die Strecke ist auch ganz einfach um ein paar Kilometer erweiterbar, wenn man die große Runde durch die Rummelsburg läuft.
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Los geht's!

Streckenfakten:
Start und Endpunk: Oberbaumbrücke
Länge: 7,5 km
Beste Tageszeit: Vormittag
Georgia's Laufzeit: 42 Minuten
Ausrüstung:
Hose: adidas Climalite
Jacke: Stella McCartney x adidas
Schuhe: Boston Boost von adidas

Die Highlights der Strecke

Adidas, Boost Oberbaumbrücke

"Ein idealer Start- und Endpunkt, wenn man in der Gruppe laufen will, da jeder den Ort kennt. An den Treppen, am Geländer kann man sich außerdem gut dehnen."

Adidas, Boost, Laufstrecke Berlin, Stralauer Mediaspree

"Hier kommt viel zusammen. Natürlich die Spree, gegenüber das Badeschiff, wo ich im Sommer gern bin. Im dem Glashauskasten links habe ich vor drei Jahren im Boss-Showroom gearbeitet. Das war mein erster Job hier in Berlin. In den anderen Gebäuden sitzen viele Produktionsfirmen. Die Redaktion von Circus Halligalli zum Beispiel und ich glaube Berlin Tag & Nacht wird hier gedreht."

Auf der Mauer Auf der Mauer

"Ich habe ja schon erwähnt, dass ich Abwechlsung mag. Wenn man an der Spree einfach gerade aus weiterläuft (Google Maps hat da keine Straße eingezeichnet), kommt man unter der B96 durch und landet auf einem Industriehof. In der äußersten linken Ecke ist diese kleine Mauer. Dort einfach hochklettern – da freuen sich die Oberarme. Man landet auf der B96 gegenüber der Wilden Renate und hat die Ampeln ausgetrickst."

Halbinsel Stralau Halbinsel Stralau

"Genug vom grauen Beton. Willkommen auf der Halbinsel Stralau. Bis 1920 war dies das Dorf Stralau; heute ist es eine der ältesten Siedlungen Berlins. In der DDR war dies ein Industriegebiet, heute werden hier Luxuswohnungen gebaut. Ich habe das Gefühl, dass hier jedes Mal, wenn ich vorbeilaufe, ein neues Gebäude steht."

Die Dorfkirche Die Dorfkirche

"Ja, wir sind noch in Berlin. Das ist die Dorfkirche von Stralau und spätestens jetzt bestätigt sich, dass Berlin ein Dorf ist. Direkt hinter der Kirche befindet sich der Evangelische Friedhof; das älteste erhaltene Grab stammt aus dem Jahr 1795. Ist eher mal was für einen Spaziergang."

adidasboosttitelbymatzehielscher-9"Am äußersten Ende der Halbinsel, kann man kurz anhalten. Gegenüber die 'Insel der Jugend' und die 'Liebesinsel' und immer wieder fahren ein paar Segelboote vorbei. In Stralau wurde der erste Segelverein Deutschlands gegründet."

Die wilde Renate Die wilde Renate

"Wieder zurück. Ich war in den drei Jahren, die ich hier lebe, erst zwei Mal in der Renate; Clubs suche ich mir danach aus, wer an dem Abend auflegt. Auf dem Weg zurück zur Oberbaumbrücke kann man noch mal richtig sprinten, weil hier es eigentlich nicht so viel Schönes zu sehen gibt."

Hier kommt hier zur Spotify-Playlist von Georgia Reeve.

Und jetzt viel Vergnügen beim Laufen!

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Adidas. Das letzte Mal waren wir mit Nino Skrotzki am Landwehrkanal in Kreuzberg laufen. 

Mit boost.berlin startete Adidas vor Kurzem ein Social-Running-Experiment, das ein neues Lauferlebnis für Berlin bietet. Bei #boost.berlin laufen derzeit 150 Berliner in verschiedenen Stadtteilen.

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