ARTVERGNÜGEN #36 – mit Performancekunst in der Stadt, Musik in der Wolke, Möglichkeiten einer Insel und Anish Kapoor

„Süßer Mai, du Quell des Lebens, bist süßer Blumen so voll“ – lobpries schon Songwriter Clemens von Brentano den Wonnemonat. Mai – das sind 31 Tage floraler und emotionaler Explosion. Berlin scheint unübertrefflich in seiner Schönheit. Die Hüllen fallen, im Park wird getanzt, gegessen, gelebt. Und auch die Kunst möchte sich zeigen.

Monat der Performancekunst 
in der Stadt
Im „Monat der Performancekunst“, kurz: MPA-B, wird jener Selbstdarstellung eine Bühne gegeben. Leider leider habt ihr die Live Trance Jazz Improvisation Performance bereits verpasst. Neben diverser fortlaufender, sowie einmaliger Aktionen könnte aber der StratoFyzika-Workshop, in dem Methoden zur produktiven Zusammenarbeit von Musikern, Schauspielern und visuellen Künstler erarbeitet werden, was für euch sein. 
Das vollständige Programm des MPA –B gibt‘s hier.

Hinterlässt euch das rastlos performative aber ratlos, nehmt euch als Hilfestellung die Ausstellung „On Off Moments“ im Grimmmuseum vor. Und wenn euch Temperaturen über 25 Grad einfach nur auf den ursprünglichsten aller menschlichen Instinkte reduziert, die pure Fleischeslust nämlich: am 31. Mai schließt die der MPA-B mit einem, von Performances umrahmten, BBQ. Ab 20.00h bei Shift, Köpenicker Straße 70.

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Kultur:Stadt „Musik in der Wolke“ in der Akademie der Künste und im Stadtraum
Schon seit März diskutiert die Veranstaltungsserie „Kultur:Stadt“ der Akademie der Künste wie Kunst und Kultur unser Stadtbild prägen. Bis Ende des Monats ist das Augenmerk gerichtet auf das Ohr, auf die Rolle von Klang in der Wahrnehmung des urbanen Raumes. Für „Musik in der Wolke“ haben internationale Musiker und Autoren ortspezifische Kompositionen kreiert, die nicht unbedingt sicht- aber hörbare Erlebnisräume entstehen lassen. Diese öffnen sich euch über die begleitende App u.a. bei „on air“, in den Prinzessinnengärten, im DOCK 11 EDEN***** sowie im Mellowpark. Ein auch physischer Hörraum erschließt sich euch bei der Akademie der Künste am Hanseatenweg, verschiedene Klanginstallationen verwandeln beispielsweise Solarenergie in Musik. Der Soundtrack einer lauen Frühlingsnacht.
Eine Übersicht aller Stationen und Programmpunkte findet ihr auf dieser Website.

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The Possibility of an Island bei Import Projects
Das Art Vergnügen 36 entsteht in Istanbul, wo ich die letzten vier Wochen verbringen durfte. Zweifellos gibt es hier ausreichend und mehr Möglichkeiten zur Ablenkung. Wenn ich’s mir aber erstmal in meinem allerallerliebsten Cafe gemütlich gemacht habe, fällt die Konzentration nicht schwer: ich kann den Gesprächen am Nebentisch nämlich meist nicht folgen. Ärgerlich und doch auch erholsam. Isolation durch Sprache. In jenen Momenten befinde ich mich auf meiner eigenen kleinen Insel. Die Einladung zur Eröffnung von „The Possibility of an Island“ fällt bei mir daher auf fruchtbaren Boden. Letzte Woche eröffnete Import Projects eine Gruppenausstellung, die das Konzept der Insel als mentalen Zustand, als Zone zwischen Imagination und Realität, Ich und Umfeld, begreift. Aber ist eine Isolierung im 21.Jahrhundert überhaupt noch möglich? Diverse Künstler 
versuchen sich an Antworten.

Bis 20. Juli
Import Projects: Keithstraße 10, Berlin.
Do - Sa, 12.00 - 18.00 h und nach Vereinbarung

Anish Kapoor im Martin-Gropuis-Bau
Anish Kapoor ist ein Effekthascher. 2009 klaffte in London’s Royal Academy die Nachbildung einer blank polierten, überdimensionalen Vagina vor mir. Im Nebenraum lenkte mich ein, in ständiger Selbstreproduktion befindlicher, Steg aus Wachs zum ebenfalls Wachs schießenden Kanonenrohr. Dieses, indem es tat was es tat, nämlich „Shooting into the Corner“, wurde zum Erschaffer einer Skulptur. Kapoor’s Installationen sind aber im Grunde genommen keine Skulpturen mehr, sie sind Monumente. Nicht selten dominiert die Farbe Rot und oftmals erweitern sie den Raum durch Spiegelung (z.B. „Cloud Gate“). Pralle Skulpturen in Koons’scher Anmutung sind das, in die man so gern mit einer Nadel stechen möchte. Zu den olympischen Spielen in London 2012 erbaute er sich selbst ein Monument: seine Helix windet sich seitdem, architektonisch so futuristisch wie ihr Name ArcelorMittal Orbit, im olympischen Park in den Himmel. Das Schönste dran ist in dem Fall wohl der Ausblick von drinnen. Trotzdem sollte man nicht verpassen, wenigstens einmal vor einem Kapoor gestanden zu haben. 
Er hascht nämlich wirklich erfolgreich nach dem Effekt.

Im Gropius-Bau zeigt er 70 neue und bestehende Arbeiten.

18. Mai bis 24. November
Eröffnung am 19.Mai
Martin-Gropius-Bau
: Niederkirchnerstraße 7/ Ecke Stresemannstraße 110
Mi- Mo, 10.00 - 19.00 h

Eintritt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro

Berlin.Status (2) im Künstlerhaus Bethanien

Berlin und deine Künstler, wie geht‘s euch? Bei Berlin.Status (2) antworten unter anderem Despina Stokou, Herausgeberin des Kunstführer bpigs, Kuratorin und Pressebeauftragte für das Grimmmuseum und selbst schaffende Künstlerin, deren Collagen noch bis 22.Juni in der Krobath Galerie zu sehen sind. Auf keinen Fall fehlen darf der, vom Art Vergnügen-Redaktionsteam hoch geschätzte, Julius von Bismarck. 
Auch mit von der Partie ist Mariechen Danz, die Frau hinter der übersexy Stimme aus Bodi Bill‘s Track „Depart“, die neben zahlreicher Anderer auch bei der „Leistungsschau“ Based in Berlin (2011) die Kunst der Hauptstadt repräsentieren durfte.

24.Mai bis 16.Juni
Eröffnung am 23.Mai, 19.00 - 22.00 h.
Künstlerhaus Bethanien: Kottbusser Straße 10
Di – So, 14.00 – 19.00 h
Eintritt frei

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