#LeaveNoOneBehind: Was ihr jetzt tun könnt

© Marit Blossey

Dass die Situation für Geflüchtete an den europäischen Außengrenzen eine einzige Katastrophe ist, ist keine Neuigkeit. Seit Beginn der Corona-Pandemie gilt mehr denn je: Wir müssen uns solidarisch zeigen und dürfen niemanden zurücklassen. Den Menschen in den Lagern fehlt es an medizinischer Hilfe und hygienischer Grundversorgung, und Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten oder das Tragen von Schutzmasken sind vor Ort nahezu unmöglich umzusetzen.

Nachdem sich in den vergangenen Monaten wenig bis gar nichts tat, überschlugen sich in den letzten Wochen die Ereignisse: Anfang September wurde der erste Corona-Fall im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos bestätigt, das mittlerweile regelrecht zum Symbol für Europas Versagen in der Flüchtlingskrise geworden ist. Eine Woche später entfachten Feuer, die das Camp fast vollständig zerstörten. Mehr als 12.000 Menschen, die bereits zuvor unter menschenunwürdigen Zuständen lebten, sind somit obdachlos geworden. Ein Großteil von ihnen harrt aktuell im Freien aus und ist extremen Bedingungen ausgesetzt: Tagsüber ist es extrem heiß, nachts sinken die Temperaturen stark. Ungefähr ein Drittel von ihnen sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks Kinder.

Moria brennt. Es gab immer wieder Feuer, aber das ist anders, Moria brennt. Ich weiß nicht, wer die Feuer gelegt hat. Aber ich weiß, dass viele wollen, dass dieser entwürdigende Ort nicht mehr existiert. Wir haben politisch versagt, jahrelang. Europa versagt.
Erik Marquardt bei Twitter

Damit wächst der öffentliche Druck auf die Politik, endlich etwas zu unternehmen. Gerade wird darüber verhandelt, ob und wie viele Menschen in Deutschland aufgenommen werden – nicht nur aus Moria. Hier sind ein paar Dinge, die ihr tun könnt, wenn ihr euch engagieren, eure Stimme nutzen, spenden oder auf anderen Wegen helfen möchtet.

Druck auf die Politik ausüben

Ein effektiver Weg, eure Stimme zu nutzen, ist es, euch ganz direkt an den Abgeordneten für euren Wahlkreis zu wenden. Das gilt eigentlich für jedes Anliegen. Ihr könnt also sowohl an die Abgeordneten eures Wahlkreises im Bundestag, als auch an die Abgeordneten, die für euren Wahlkreis im Berliner Landtag sitzen, eine Mail schicken und sie dazu auffordern, sich für die Aufnahme von Geflüchteten aus Moria einzusetzen. Dank dieser Website geht das mit nur wenigen Klicks: Ihr müsst bloß eure Postleitzahl eingeben, sodass ihr eure Abgeordneten angezeigt bekommt, dann gebt ihr euren Namen und eure Mailadresse an und könnt eine automatisch generierte Textvorlage absenden. Das dauert weniger als eine Minute. Klickt euch durch und schickt den Link an eure Freund*innen weiter!

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Petition unterzeichnen

Unterzeichnen könnt ihr zum Beispiel diese Petition, die sich direkt an die Europäische Kommission richtet und fordert, dass alle Menschen, die vor den Feuern in Moria fliehen mussten, sofort evakuiert und mit Unterkunft, Essen, Sanitäranlagen und Hygienemaßnahmen versorgt werden. Außerdem beinhalten die Forderungen der Petition, dass von einer erneuten Unterbringung der Geflüchteten in einem Camp unter menschenunwürdigen Bedingungen abgesehen wird und eine neue Migrationspolitik geschaffen wird, die den Menschenrechtsverletzungen an Europas Außengrenzen ein Ende setzt.

Spenden

Das, was die meisten Organisationen gerade am dringendsten benötigen, um die Menschen vor Ort einigermaßen versorgen zu können, ist: Geld. Spenden könnt ihr zum Beispiel an die UN-Flüchtlingshilfe, #LeaveNoOneBehind, die Seebrücke oder Ärzte ohne Grenzen. Manche Organisationen nehmen auch Sachspenden entgegen; generell sind Geldspenden jedoch meist sinnvoller, weil die Organisationen sie flexibel einsetzen können und keine Transportkosten anfallen. Übrigens ist es auch sinnvoller, gesammelt an eine einzelne Organisation zu spenden, anstatt an mehrere, da bei jeder Spende Verwaltungskosten anfallen können.

Demonstrieren

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In fast allen deutschen Großstädten finden gerade regelmäßig Demonstrationen und andere größere Aktionen zum Aufruf für mehr Solidarität und zur Aufnahme von Geflüchteten aus den griechischen Lagern statt. Folgt am besten den Ortsgruppen einiger Organisationen bei Instagram oder Twitter, um die nächste Demo nicht zu verpassen.

Euch weiter informieren

Wenn ihr über die ganze Situation auf dem Laufenden bleiben möchtet, findet ihr auf den Seiten von #LeaveNoOneBehind oder der Seebrücke weitere Informationen. Um up to date zu bleiben, könnt ihr auch dem Telegram-Channel von #LeaveNoOneBehind beitreten. Auf Instagram könnt ihr zum Beispiel den Accounts von ProAsyl, Mission Lifeline, SeaWatchCrew, Europe Must Act, der Seebrücke, Erik Marquardt oder Lesvos Emergency Response folgen.

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