Feiern im Freien: Berliner Senat will mehr Open Air Partys ermöglichen

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Es ist offenkundig, dass die Berliner Clublandschaft durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohende Lage geraten ist. Seit nunmehr vier Monaten sind die Türen geschlossen – und werden es wohl vorerst auch bleiben. Dabei herrscht in den Clubs gerade im Sommer Hochbetrieb, denn die Gärten und Außenbereiche sind geöffnet, am Wochenende wird normalerweise non-stop durchgetanzt. Es ist auch die Zeit, in der die Clubs die meisten Umsätze machen, um finanziell über den Winter zu kommen. Davon können die Betreiber*innen aber in diesem Jahr nur träumen. Wenn es so weitergeht, ist nicht einmal klar, ob es sie im Winter noch geben wird. Trotz Soforthilfen und einzigartiger Förderprogramme, die kurzfristig zur Verfügung gestellt wurden.

Um der Veranstaltungsbranche darüber hinaus zu helfen und neue Perspektiven zu eröffnen, ist die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop heute mit einem neuen Vorschlag vorgeprescht, den sie in einem Brief an die Bürgermeister*innen der Berliner Bezirke kommuniziert hat. Darin fordert sie, dass es Berliner Clubs fortan schneller und unbürokratischer ermöglicht werden soll, Partys unter freiem Himmel zu veranstalten. Bisher standen viele Veranstalter*innen in Berlin immer wieder vor großen Barrieren, wenn es etwa darum ging, Straßenfeste anzumelden. Dabei sind die Bedingungen draußen wesentlich besser als in geschlossenen Räumen.

Legale Feiermöglichkeiten auf öffentlichen Flächen schaffen

"Deswegen wollen wir, neben den Soforthilfen, für die Clubs und die Berlinerinnen und Berlinern legale Feiermöglichkeiten auf öffentlichen Flächen schaffen. Damit kann legales Feiern, professionell organisiert und unter Beachtung von Regeln ermöglicht werden, auch um ausufernde, illegale Feiern auszutrocknen“, erklärte Pop in der Morgenpost. In dem Brief befindet sich auch eine Aufforderung an die Bezirkspolitiker*innen, umgehend zu prüfen, welche öffentlichen Flächen zur Verfügung gestellt werden können, um Open-Air-Veranstaltungen schnell und unbürokratisch stattfinden zu lassen. Der Sommer sei schließlich nicht mehr lang.

Die Berliner Clubcommission hat währenddessen bereits Orte wie den Juliusturm (Spandau), den Britzer Hafensteg (Neukölln), den Volkspark Jungfernheide (Charlottenburg-Wilmersdorf) oder den Skatepark Kienberg (Marzahn-Hellersdorf) vorgeschlagen. Hintergrund des eiligen Vordringens von Ramona Pop werden sicherlich auch die Unruhen in Stuttgart und Frankfurt am Main in den vergangenen Wochen gewesen sein.

Wir finden die Idee großartig und sind ohnehin schon lange der Meinung, dass Berlin mehr innovative Partykonzepte braucht – jetzt mehr, denn je. Welche Flächen würdet ihr für geeignet halten?

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