Wilde Tiere, Seen und Wälder – In der Schorfheide auf Safari und Entdeckungstour gehen

© Marie Therese Freise

Raus fahren nach Brandenburg, das habe ich bisher meistens nur im Sommer gemacht, hauptsächlich, um ruhigere Badeseen zu finden. Als Kind war ich oft mit meinen Eltern Störche gucken, oder wir sind einfach mit dem Auto lange Alleen entlang gedüst. Wenn ihr nach Brandenburg fahrt, kennt ihr bestimmt die brandenburgtypischen Kiefern und Sandhügel, die sich links und rechts von der der Autobahn erheben. Wenn wir früher aus dem Urlaub zurückkamen, wusste ich immer: Wir sind bald zu Hause. Der Anblick und der leicht harzige Geruch sind für mich Inbegriff meiner Berliner Kindheit.

Je mehr Zeit ich am Laptop verbringe, auch arbeitsbedingt, desto größer wird die Natursehnsucht – das ist wohl ein Phänomen, das fast alle Städter*innen betrifft. Obwohl Berlin eine der grüneren Städte im Europavergleich ist, bekomme ich doch zu wenig vom Wechsel der Jahreszeiten mit. Ein Ausflug, sei es nur für ein paar Stunden oder ein ganzes Wochenende, kann den Bezug zur Natur aber schnell wieder herstellen. Sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug seid ihr in ein bis zwei Stunden schon in den schönsten Naturschutzgebieten und wildester Natur. 

Luchse und Wölfe gucken im Wildpark Schorfheide

So ist man zum Beispiel innerhalb von eineinhalb Stunden in der Schorfheide, dem Biosphärenreservat nördlich von Berlin. Ich hatte Lust, die Gegend mal genauer unter die Lupe zu nehmen, weil ich unbedingt Tiere sehen wollte und das am liebsten in artgerechter Haltung. Außerdem hatte ich bisher weder Wölfe noch Luchse live gesehen. Das Spannende am Wildpark Schorfheide ist, dass alle Tiere, die hier zu sehen sind, entweder einmal in Brandenburg lebten, es immer noch tun oder gerade wiederkehren.

© Marie Therese Freise
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Ihr solltet unbedingt eine Fütterungs-Tour mitmachen. Wir haben an der "Luchse, Hirsche, Fischotter"-Tour teilgenommen. Das kostet nichts extra, ihr zahlt nur den normalen Eintritt in den Wildpark. Uns hat sogar die Chefin des Wildparks persönlich durch den Park geführt. Sie leitet ihn bereits in zweiter Generation und hat schon vorab einiges über die Tiere, die hier leben, erzählt. Vor allem alles rund um das Thema Wölfe fand ich sehr spannend, da die Wiederbesiedlung aktuell ja wieder kontrovers in Deutschland diskutiert wird.

Los ging es aber bei den Luchsen, die wir wohl ohne die Fütterung nicht zu Gesicht bekommen hätten. Ziemlich aufregend war der Anblick der erstaunlich großen Tiere, die für mich wie eine Mischung aus Wildkatze und Leoparden aussehen. Nach dem Fressen verschwanden die scheuen Wesen schnell wieder im Wald. Außerdem haben wir während der Tour noch Wildpferde, Hirsche und Rehe sowie Wildschweine aus allernächster Nähe entdeckt.

© Marie Therese Freise
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Fohlen auf Weide und Hund
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Übernachten und Spazierengehen am Werbellinsee

Nach einem spannenden Tag im Wildpark waren wir ordentlich müde und sind ins nahe gelegene Hotel "Cafe Wildau", welches direkt am Werbellinsee liegt, gefahren und haben ein wirklich schönes Maisonettezimmer mit Blick auf den See bekommen. Im Sommer ganz besonders toll: Das Hotel hat einen eigenen Steg und eine kleine Badestelle, von der man in den See springen kann. Das Hotel war früher einmal ein Gutshaus und besonders zur Jagdsaison sehr beliebt. Am Abend machen wir noch einen Spaziergang entlang des Sees und ein Stück in den Wald hinein, denn hier übernachtet man inmitten des Naturschutzgebietes. Es ist wunderbar still und die Luft, das fällt einem als Berliner*in natürlich auf, herrlich frisch. 

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Parasole und Steinpilze sammeln im Buchenwald Grumsin

Den Herbst in einem Unesco Weltnaturerbe kann man sich sehr gut vorstellen, nicht wahr? Vor allem, wenn gerade Pilzsaison ist. Und ihr habt es sicherlich schon mitbekommen, die Pilzausbeute ist in diesem Jahr richtig gut. Wir sind vom Werbellinsee also rauf gen Norden in den Buchenwald Grumsin gefahren. Als wir die Landstraße durch den Forst entlang kommen, sehen wir schon die ersten Menschen links und rechts der Straße mit vollen Körben aus dem Wald stapfen. Wir halten bei der nächstbesten Möglichkeit an und laufen keine zehn Meter weit, bis wir auf die ersten Steinpilze stoßen. Nicht irgendwelche Steinpilze, sondern Steinpilze wie sie im Bilderbuch stehen.

Steinpilz im Wald
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Die warme Herbstsonne genießen, wenn alles in goldenes Licht getaucht ist

Für eine Kürbissuppe und Kürbispasta machen wir dann noch einen Abstecher ins Ökodorf Brodowin. Dort können wir im Hof des gemütlichen Cafés noch die warme Nachmittagssonne genießen und ein paar Kühe und Kälber anschauen. Kleiner Tipp: Die Kuchen hier sind ganz besonders lecker und die Gerichte sind sehr liebevoll angerichtet.

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Hinter mir liegt ein tolles Wochenende! Ich möchte so bald wie möglich noch einmal in den Wildpark und an den Werbellinsee fahren und noch ausgedehntere Spaziergänge machen. Denn wie ich an diesem Wochenende festgestellt habe, bin ich einfach der allergrößte Tier- und Naturfan.

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