Im Wild & Raw in Mitte bekommst du leckere, bunte Bowls in einem der schönsten Läden der Stadt

© Wiebke Jann

Wer Bowl sagt, muss auch Mitte sagen, denn rund um den Rosenthaler Platz, die Torstraße und den Weinbergsweg haben es mittlerweile zig Läden geschafft, Berliner*innen mit gesunden und frischen Bowls zu verzaubern. Der wohl schönste von ihnen ist das vor einigen Monaten eröffnete Wild & Raw auf dem Weinbergsweg. Wo früher mal ein mexikanischer Imbiss war, erstrahlt seit Frühjahr 2019 der hübsche Bowl-Laden. Kaum betreten Insa und ich den kleinen, schmalen Laden, kommen wir aus dem Staunen erstmal nicht mehr heraus, denn quer durch den gesamten Laden erstreckt sich ein über zehn Meter langer, grüner Marmortresen, der vorne als Esstisch und im hinteren Teil als Theke fungiert – insgeheim sehen wir den grünen Marmor auch in unserer eigenen Küche als Arbeitsplatte. Was das wohl kostet? Das wollen wir vermutlich lieber nicht wissen.

Imposant geht es auch weiter, wenn sich unser Blick etwas nach oben richtet, denn dort findet sich so wunderschöner Stuck, dass es jeder*m Altbauliebhaber*in Pipi in die Augen treibt. "Zwei Wochen lang hat meine Freundin auf einem Gerüst gelegen und den Stuck fein säuberlich freigelegt. Das war wirklich ziemlich viel Arbeit, aber sie hat sich gelohnt", erklärt uns Heiko, der Besitzer. An den Wänden entdecken wir Lampen von Tom Dixon, auf den Tischen stehen hippe Ufopflanzen, eines ist sicher: Interieurtechnisch wurde hier nichts dem Zufall überlassen.

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Optisch ist der Laden eine glatte Berlin-Mitte 1. Und auch der Blick auf die Karte, die an der Wand oberhalb der Theke befestigt ist, zeigt, dass hier jemand seine Hausaufgaben gemacht hat, denn hier ist für quasi jede Eventualität etwas dabei: Kreative können sich hier die Basis ihrer Bowl selbst zusammenstellen und Unentschlossene und Faulis können sich eine der sechs bereits zusammengestellten Signature Bowls aussuchen.

Als Basis kann man zwischen Sushi- und braunem Reis oder einem Salatmix aus Wildkräutern und Babyspinat wählen. Als Protein gibt es Lachs, Thunfisch, Gambas und Tofu, von denen ihr euch jeweils eins aussuchen könnt. Von den acht verschiedenen Soßen dürft ihr euch zwei aussuchen. Das Coole ist, dass nur drei der Soßen nicht vegan sind. In den nächsten Schritten könnt ihr euch noch insgesamt sechs verschiedene Basics bzw. Toppings aussuchen: Von Ananas über Edamame bis hin zu Roter Bete, Zwiebel, Mais, Avocado, Granatapfel, Himbeeren und Wakame-Algen ist quasi alles dabei, was der nicht ganz so heimische Obst- und Gemüsegarten hergibt.

© Wiebke Jann
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Wir gehören heute zu den Faulis und fragen Heiko nach seinen Top Sellern. Auf meinem Teller haben brauner Reis, Tofu, Radieschen, Edamame, Avocado, Himbeeren, Wakame-Algen und Erdnüsse ein Date mit Sesame Lime und Shoyu Dressing, gemeinsam hören sie auf den Namen "Vegan". Bei Insa wird es "wild". Die gleichnamige Bowl kommt mit Sushi Reis, Lachs, Tomaten, Avocado, Ingwer, Goji-Beeren, Blaubeeren, Wakame-Algen und den Soßen Creamy Coconut und Asian Spice. Wir müssen ja gestehen, dass wir seltener unter FOMO und viel häufiger unter FONGS leiden, der Fear of not getting satisfied. Mit anderen Worten: Wir haben eigentlich grundsätzlich Angst, dass wir nicht satt werden. Im Wild & Raw kann uns das überraschenderweise nicht passieren, denn die Bowls sind zwar etwas pricy, dafür aber auch wirklich üppig.

Heiko legt sehr großen Wert auf Qualität und das schmeckt man auch. Alles schmeckt wirklich frisch und lecker, die Soßen passen vor allem bei der veganen Bowl perfekt zu den Toppings, die, dadurch, dass der Reis noch etwas warm ist, auch ein bisschen warm werden. Den Tofu lässt sich Heiko verpackungsfrei von einer Berliner Manufaktur liefern und auch der ist lecker – wir hätten uns allerdings gewünscht, dass er nicht kalt ist. Natürlich legt Heiko auch beim Fisch großen Wert auf Qualität. Heikos Bruder gehört der Fischladen auf der Schönhauser, erklärt er uns, und bei ihm kauft er den Fisch auch ein. Das schmeckt man!

© Wiebke Jann
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Das heimliche Highlight für uns ist dann aber etwas anderes: Heikos Team kocht zur Winterzeit aus dem nicht verkauften Fisch einen sagenhaft leckeren Fischfont, der in Form einer Pho mit Udonnudeln, jeder Menge Chili, Edamame und Garnelen auf den Tisch kommt. Die Brühe ist scharf, sehr würzig und genau das Richtige für die kalten Wintertage. Die Suppe ist aber nicht nur lecker, sondern entspricht auch Heikos Wunsch, möglichst wenig Abfall zu produzieren, ein super Sache, finden wir.

Zum Nachtisch gibt es dann noch hausgemachtes Mochi-Eis. Mochi sind traditionelle japanische Reiskuchen, seit einer Weile gehören sie aber als Eis auf Kokosbasis zu den beliebtesten Nachtischen in Berliner Küchen. Die hübschen Exemplare im Wild & Raw kommen mit Sesam- und Kokosmantel und schmecken, wie alles hier, fantastisch. Ziemlich zufrieden und satt, rollen wir anschließend zurück ins Büro, das zum Glück direkt um die Ecke liegt.

© Wiebke Jann

Unbedingt probieren: den Fischfond mit Udonnudeln und Garnelen

Veggie: Es gibt viele vegetarische Alternativen, vegan geht auch!

Besonderheit des Ladens: der über 10 Meter lange Marmortresen und der wunderschöne Stuck

Mit wem gehst du hin: perfekter (Business-)Lunch-Spot mit Kolleg*innen

Für Fans vom: Daluma und The Club Kitchen

Preise: Tofu-Bowls 10.9 Euro, Fisch-Bowls 12.9 Euro

Wild & Raw | Weinbergsweg 5, 10119 Berlin | Dienstag – Samstag: 11.30–21.15 Uhr | Mehr Info

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