Berliner Bürostorys #1: Wir zeigen euch, wie wir bei Mit Vergnügen arbeiten

Jeden Morgen verlassen wir das Haus und pilgern auf den verschiedensten Wegen an unseren Arbeitsplatz. Hier verbringen wir einen großen Teil unserer Zeit, Tag für Tag. Aber wie sieht es in den Büros dieser Stadt eigentlich aus und was verbirgt sich hinter den Türen und Fassaden der Berliner Arbeitswelt? Vergesst Homestorys und frönt eurem Voyeurismus, denn im ersten Teil unserer Berliner Bürostorys zeigen wir euch heute, wie wir in unseren eigenen vier Wänden bei Mit Vergnügen, arbeiten. Kommt mit!

Noch vor ein paar Jahrzehnten sah unsere Arbeitswelt ganz anders aus als heute – nämlich so, wie sie für eine Industriegesellschaft lange Zeit ziemlich gut funktioniert hat. Ihr wisst schon: Mit Arbeitszeiten 9 to 5, mit fest installierten Arbeitsplätzen und immer gleichen Abläufen und -prozessen, die ein optimales Ergebnis garantieren sollten. Durch die zunehmende Globalisierung und damit einhergehende Digitalisierung wurde allerdings auch ein komplettes Arbeitssystem auf den Kopf gestellt, da erzähle ich euch nichts Neues. Die daraus resultierenden Konsequenzen fordern uns als Gesellschaft zum Umdenken und Finden neuer Arbeitsweisen auf.

New Work oder warum die Digitalisierung neue Arbeitsweisen und -räume fordert

Der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann war einer der ersten, der sich mit neuen Konzepten und Modellen von Arbeit auseinandersetzte und vor allem den heute sehr hippen Begriff New Work prägte. Schon in den 1970er Jahren erkannte er, dass sich gesellschaftliche Arbeitsstrukturen verändern werden und kündigte einen fundamentalen Wertewandel, von einer klassischen hin zu einer freieren Arbeitsweise an, die ein Gegenmodell zum puren Kapitalismus darstellen würde. Auch wenn er dafür anfangs kritisch beäugt wurde, sollte er Recht behalten. Denn im Jahr 2019 deuten alle Trends in der Arbeitswelt auf noch mehr zeitliche, räumliche und organisatorische Flexibilität hin.

© Svenja Stamme

Auch ein Unternehmen wie Mit Vergnügen würde es ohne die Digitalisierung gar nicht geben. Wir sind sozusagen ein Produkt, das sich aus den einschneidenden Veränderungen und den daraus resultierenden Bedürfnissen einer modernen Mediengesellschaft geformt hat – und auch ständig weiter formen wird. Wir arbeiten nun schon seit fast einem Jahr in einem für unsere Zeit so typischen Großraumbüro mitten in Berlin. Welche Herausforderungen sind damit verbunden? Und wie spiegelt sich unsere Arbeitsweise in der Gestaltung unserer Büroräume wider?

Das angesagte und hippe Großraumbüro bringt neue Herausforderungen mit sich

Ich habe mir einen unserer Gründer, Matze Hielscher, geschnappt und mit ihm über die Gestaltung und Einrichtung des Büros gesprochen. Was hat er sich dabei gedacht, dass ständig Pflanzen gegossen werden müssen? Dass wir nachmittags auf der Couch abhängen? Und warum steht bei uns eigentlich kein Papierkorb unterm Schreibtisch?

© Svenja Stamme
© Svenja Stamme

Wer unsere Büroräume betritt, bemerkt schnell, dass sie sehr großzügig ausfallen. Ich hatte bei meinem ersten Besuch sofort das Gefühl, dass ich hier atmen kann – eine gute Voraussetzung, wenn man kreativ arbeiten möchte. Das war jedoch nicht immer so, erzählt Matze: "Wir haben vorher mit 15 Leuten auf 100 Quadratmeter gesessen. Wir brauchten dringend mehr Platz. Jetzt haben wir knapp 250". Bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten haben Matze und Pierre, sein Co-Gründer, deshalb versucht, die Wünsche ihrer Mitarbeiter*innen zu berücksichtigen.

"Einerseits wollten alle zusammen in einem Großraumbüro sitzen, andererseits gab es aber auch den Wunsch, genügend Rückzugsorte anzubieten. Jetzt haben wir einen Video- und Podcastraum, wo wir produzieren, aber auch mal telefonieren oder in Ruhe nachdenken können – und es gibt noch einen weiteren Meetingraum. Generell war uns eine gute Anbindung sehr wichtig, weil wir als Stadtmagazin viel draußen unterwegs sind oder Besuch bekommen."

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Einerseits wollten alle zusammen in einem Großraumbüro sitzen, andererseits gab es aber auch den Wunsch, genügend Rückzugsorte anzubieten

Auch die Einrichtung der Büroräume spielt für Matze und Pierre eine große Rolle. Sie soll zu uns und unseren Anforderungen passen. Damit die einzelnen Teams an einem Tisch sitzen können, wurden die Schreibtische beispielsweise eigens für unsere Bedürfnisse hergestellt. Beiden war zudem wichtig, dass hochwertige Materialien mit in das Büro einziehen, denn immerhin arbeiten wir mindestens acht Stunden täglich an diesem Ort. Es gibt deshalb gute Bürostühle von Vitra, gute Regale und einen guten Esstisch von USM, weil wir in den Mittagspausen gerne zusammen kochen und essen.

"Da wollten wir nicht einfach irgendwas hinstellen. Die USM Tischtennisplatte, die gleichzeitig unser Esstisch ist, passt hervorragend zu Mit Vergnügen, weil es so ein verspieltes Element ist. In jedem hippen Start-up steht ja so ein Ding und wir fanden es ganz witzig, dass wir sie gar nicht zum Zocken, sondern zum Essen nutzen", erklärt Matze. Selbstverständlich sollen die Möbel nicht nur möglichst lange halten, sondern auch schön aussehen.

Die offene (und gelbe, na klar!) Regalkonstruktion, ebenfalls von USM, übernimmt beispielsweise die Funktion eines Raumtrenners, an den ein Lounge-Bereich anschließt. Da wir bei Mit Vergnügen keine festen Arbeitsplätze haben, können wir uns auch einfach mal aufs Sofa fläzen und von dort aus arbeiten oder für Besprechungen mit Kolleg*innen oder Kund*innen zusammenkommen. Die Idee dahinter beschreibt Matze als "Inseldenken". Ohne die geht es eigentlich fast nicht, wenn man in einem Großraumbüro arbeitet, sich aber auch mal konzentrieren muss oder kreativ werden will. Auf die Frage, ob er bei der Bürogestaltung ein Vorbild hatte, antwortet er: "Ich habe mir andere Konzepte angeschaut und mich ein bisschen eingelesen, zum Beispiel wie WeWork das macht oder andere Coworking Spaces, etwas das St. Oberholz hier in Berlin. Aber ein bis ins Detail durchdachtes Konzept hatten wir vorher nicht."

Inseln und Rückzugsorte im Büro sind in digitalen und kreativen Berufen unverzichtbar

Ihr müsst wissen, dass es noch eine ganze Menge weitere Hacks gibt, die dazu beitragen, dass wir uns rundum wohlfühlen und gerne Zeit hier verbringen. Matze liebt zum Beispiel Pflanzen und das wird ebenfalls auf den ersten Blick deutlich. Überall wo möglich, stehen und hängen grüne Pflanzen, die für Gemütlichkeit und ganz nebenbei auch ein gutes Raumklima sorgen. Als ich im Januar meinen ersten Arbeitstag bei Mit Vergnügen hatte, habe ich mich über eine ganz bestimmte Sache gewundert. Ich konnte keinen Papiermülleimer unter dem Schreibtisch finden. Auf meine Frage, wieso das so sei, erhielt ich prompt die Antwort: "Na, ganz einfach. Die Mülleimer stehen bei uns an einer zentralen Stelle, damit ihr ab und zu mal aufsteht und euch bewegt." Klingt logisch, oder?

© Svenja Stamme

Wer arbeitet hier // 20 kreative Köpfe, die in Berlin leben und arbeiten

Seit wann // Unser Mit Vergnügen Headquarter haben wir im August 2018 bezogen und sind uns einig: Es ist eines der schönsten Büros der Stadt

Wie viele Leute arbeiten hier // In unserem Berliner Büro arbeiten im Schnitt etwa 20 Mitarbeiter*innen, wobei wir nicht immer alle zur selben Zeit da sind

Wo gibt's Mittag? // Bei uns wird gerne und regelmäßig im Team gekocht. Immer mittwochs kommen wir zur großen Kantine zusammen und haben meistens Gäste, die wir mit unseren Kochkünsten mal mehr, mal weniger überzeugen können

Was ist special // Die Großzügigkeit des Büros, die hochwertigen und modernen USM-Möbel und der Esstisch als zentrales Element, an dem wir regelmäßig alle zusammen kommen

© Svenja Stamme
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