Ein Supermarkt-Club: Dieser nachhaltige Supermarkt will Konsument*innen zu Mitglieder*innen machen

© Daliah Hoffmann

New York. Paris. Berlin. Die Rede ist hier nicht von den Stationen der nächsten Fashion Week, sondern von einem Supermarkt. Genauer gesagt, einem exklusiven Supermarkt-Club, in dem nur Mitglieder*innen einkaufen dürfen. Was jetzt erstmal etwas absurd und ziemlich Upper-Class-mäßig klingt, ist allerdings ein ziemlich spannendes und ja, auch nachhaltiges Konzept: Der kooperative Supermarkt Supercoop bietet nachhaltige, lokale und unverpackte Lebensmittel in Bio-Qualität zu vergünstigten Preisen an. Im Gegenzug dazu müssen alle Mitglieder bei Eintritt in die Supermarktgenossenschaft einmalig 100 Euro in die Gemeinschaftskasse einzahlen und monatlich drei Stunden im Supermarkt arbeiten. Lediglich wenige Mitarbeiter*innen sind festangestellt, um die Bestellungen etc. im Blick zu halten. Die 100 Euro, sowie die Einnahmen des Supermarkts werden dafür verwendet, die Betriebskosten und Lohnkosten der wenigen Mitarbeiter*innen zu finanzieren, sodass sich der Supermarkt selbst tragen kann.

Uns erinnert das Konzept ein bisschen an einige Bioläden wie die Bio Company oder die LPG, bei denen man durch eine Kundenkarte, für die man einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zahlt, besondere Angebote und Rabatte beim täglichen Einkauf bekommt. Der Clou bei den kooperativen Supermärkten ist allerdings, dass es hier nicht um Profitsteigerung der Ladenbesitzer*innen geht, sondern darum, für alle gesunde Lebensmittel zugänglich zu machen. Der Laden wird für und gleichsam von den Mitgliedern geführt.

Über 17.000 Mitglieder zählt die "Park Slope Food Coop" in New York bereits

Dass das funktionieren kann, zeigen die Vorbilder aus New York und Paris, denn in New York gibt es diese kooperativen Supermärkte bereits seit 45 Jahren, sie zählen mittlerweile 17.000 Mitglieder, in Paris sind es seit der ersten Eröffnung 2016 schon 6.000 Mitglieder. Damit dieses Konzept auch in Deutschland Einzug erhält, hat sich jetzt das ehrenamtliche Team "Supercoop" zusammengetan und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Ziel ist es, genügend monetäre Mittel zu generieren, um die Genossenschaft zu gründen, Räume für gemeinschaftliche Planungstreffen anzumieten und den ersten kooperativen Supermarkt schon 2020 an den Start bringen zu können.

Ein ambitioniertes Projekt, das es nicht nur für mehr Leute möglich machen soll, auf eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise umzustellen, sondern das auch eine Gemeinschaft schaffen soll, die sich für unsere Erde und unser Gemeinwohl einsetzt. Wer dieses Projekt unterstützen und Teil des Supercoops werden möchte, kann das bis zum 18. Dezember hier bei Startnext tun. Und wer weiß, vielleicht kaufen wir bald alle im Supermarkt-Club ein? Wäre doch schön, oder?

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