Steht das Monbijou-Theater vor dem Aus?

© Wiebke Jann

Das Monbijou-Theater in Berlin-Mitte ist eines der bekanntesten Theater Berlins, ein Rückzugsort in märchenhafte Welten und ein unbedingtes Muss für jede*n, der einen sommerlichen Abend mit Tango oder Swing verbringen will. Fast jede*r Berliner*in war schon einmal dort, für Tourist*innen ist der Monbijoupark eine Empfehlung in sämtlichen Top-10-Listen.

Seit 2008 ist der Monbijoupark die feste Location für das Ensemble des Monbijou-Theaters. Das besondere: Die Schauspieler*innen kommen ohne staatliche Unterstützung aus. Durch eine Sondergenehmigung durfte die Strandbar als Finanzierungsmittel für das Theater dienen. Das klappte die vergangene Jahre gut, doch dann wendete sich das Blatt. Denn jetzt wechselt der Besitzer  – und mit ihm auch der Name des Theaters.

Warum das Ganze?

Schon im vergangenen Jahr gibt Christian Schulz, der für sein Cowboyhut bekannte Besitzer des Monbijou-Theaters, bei der Berliner Zeitung zu bedenken: „Nachdem die Gentrifizierung bereits das alternative Kulturhauses Tacheles und die renommierte Fotogalerie C/O aus Mitte verdrängt hat, fürchten auch wir um unser Bestehen“. Die damals neuen Nachbarn hielten eine strikte Einhaltung des Lärmschutzes ab 22 Uhr für unabdinglich. Im Klartext bedeutet das auch: Veranstaltungen nach 22 Uhr gehören leider jetzt schon der Vergangenheit an. Ein Grund, warum der Streit bis heute noch immer anhält.

Nicht nur die strikteren Forderungen bezüglich des Lärmschutzes führten zum Vertragsschluss mit einem anderen Betreiber. Bei der Offenlegung der Einnahmen der Bar habe es immer wieder Widerstand gegeben. Das transparente Verfahren ist aber notwendig, um die Sonderregelung der Existenz der Strandbar zu gewährleisten. Vor allem der Kauf durch Christian Schulz von einem Schloss im brandenburgischen Schwante löste Bedenken in den Reihen der Bürger*innen aus. Die Bezirksverordnetenversammlung reagierte: Nur noch eine gemeinnützige GmbH soll die Sondergenehmigung für die Strandbar erhalten. Somit spalteten sich der Bühnenbildner David Regehr, der Regisseur und Dramaturge Maurici Farré sowie der Ensemble-Sprecher Matthias Horn von Christian Schulz ab und gründeten eine eigene, gemeinnützige GmbH. Dies bedeutet zwar, dass sich der Name des Monbijou-Theaters ändern und Christian Schulz sich vom Monbijoupark trennen muss, den Untergang freien Theaters konnte man so aber abwenden.

Was ändert sich jetzt?

Ab Juni wird das Monbijou-Theater nun Theater an der Museumsinsel heißen und von einem neuen Ensemble bespielt. Die Location bleibt, aber es soll Pläne geben, die einen geschlossenen Theaterraum vorsehen. Auch wenn die Bar weiterhin existiert, soll der "Partycharakter" der Strandbar verschwinden. Der Idee dahinter: Die Strandbar soll der Finanzierung des Theaters dienen – und nicht umgekehrt. Christian Schulz will nicht aufgeben und sich mit den verbliebenden Mitarbeiter*innen einen neuen Standort suchen. Wo und ob der Markenname "Monbijou-Theater" demnächst an anderer Stelle aufzufinden ist, steht jedoch noch in den Sternen.

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