Essen wie in Luxemburg: Zu Besuch im De Maufel in Charlottenburg

© Milena Magerl

Wer schon immer einmal in einem Streifen von Woody Allen mitspielen wollte, der sollte demnächst mal einen Abend in der Leonhardtstraße in Charlottenburg einplanen. Denn hier befindet sich, unweit der S-Bahn-Station Charlottenburg, ein kleines Restaurant, das euch mit seinem gemütlichen Charme (und allerspätestens mit dem Duft frisch gebackener Brioches) verzaubern wird. Ein Abend im De Maufel fühlt sich an, als würdet ihr im Kreise eurer besten Freunde in einem schicken Bistro der 1920er sitzen. Kulinarisch bereichert das De Maufel Berlin nicht nur mit luxemburgischen Traditionsgerichten, sondern auch kreativem Fine Dining.

Das De Maufel ist ein Ort, an dem eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Auch wenn man zum ersten Mal in dem Restaurant zu Besuch ist, fühlt es sich an, als wäre man schon längst Stammgast hier. Aus geplanten zwei Stunden wurden sechs, und erst nach Mitternacht haben wir das Restaurant satt und sehr zufrieden verlassen. Das De Maufel schafft es, lässige Bistro-Atmosphäre mit hochwertiger Kochkunst zu vereinen.

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De Maufel ist luxemburgisch und heißt übersetzt so viel wie "ein kleiner Happen". Und genau so startet auch die Geschichte des Restaurants. Geplant war nämlich eigentlich nur eine kleine Brasserie mit hausgemachten Pasteten aus Luxemburg und süßen Brioches; ein Ort, an dem man abends für eine Lesung zusammenkommt und es sich bei einem Glas Vino gut gehen lässt. "Wir haben immer davon geträumt mal unseren eigenen kleinen Laden aufzumachen, aber es waren immer kleine Spinnereien, mit denen wir uns den Alltag versüßt haben", sagt Luc Wolff.

Der Künstler ist von Luxemburg nach Berlin gezogen und liebt die Küche seiner Heimat. Als er bei einem Spaziergang mit Heike Kaschny zufällig in eine Wohnungsbesichtigung stolpert, folgt eins aufs andere. "Die Vermieterin hat einfach nicht locker gelassen, und so haben wir schließlich 2006 das De Maufel eröffnet", erzählt Luc. Weil sich aber schnell herumspricht, dass man es sich im De Maufel richtig gut gehen lassen kann, wird nach und nach expandiert.

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Traditionsreiche luxemburgische Küche trifft auf Szenekoch

Tagsüber ist das De Maufel eine Brasserie. Wer vor 18 Uhr vorbeischaut, sollte unbedingt eine der hausgemachten luxemburgischen Pasteten und ein Stück Quiche probieren. Auch die hausgebackenen Brioches solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Das Feinkost-Angebot wird mit frischen Salaten, knusprigen Flammkuchen und hausgemachten Suppen ergänzt. Seit Dezember 2018 hat das Restaurant nun Verstärkung von Küchenchef Valentino Palumbo, der sich in der Gastroszene bereits einen Namen gemacht hat und zuletzt mit seinen Kreationen einer hippe Vinothek im Rhein-Main-Gebiet zu zahlreichen Auszeichnungen verhalf. Die Abendkarte ist kreativ, experimentierfreudig und unheimlich lecker.

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Wir gönnen uns die Karte rauf und runter, und Inhaberin Heike serviert uns eine Gaumenfreude nach der anderen. Es gibt geräuchertes Roastbeef mit einer leichten Estragon-Mayonnaise, aromatischem Gurken-Senf-Chutney und knusprigen Schwarzbrot-Croûtons. Für mich gibt's einen Feldsalat mit gehobeltem Crottin de Chavignol (der beste Ziegenkäse überhaupt!) und karamellisiertem Kürbiskern-Croquant. Ich dachte, ich würde das Game der Salat-Dressings mittlerweile beherrschen, aber diese Vorspeise katapultiert mich auf ein kulinarisches Level, das mir zeigt, dass meine eigenen Fähigkeiten da doch noch ausbaufähig sind.

Als Hauptgericht gibt es Klassiker neu interpretiert, die jeden Geschmackssinn anregen: aromatische Gelbe Beete oder geschmorte Schweinebäckchen mit süß-sauer marinierten Rosenkohlblättern. Wenn ihr Süßes liebt, werdet ihr in der Joghurt-Beeren-Terrine mit weißem Schokoladen-Ganache euren neuen Lieblingsnachtisch entdecken. Egal ob tagsüber oder am Abend, mit einem Glas Vino könnt ihr im De Maufel nichts falsch machen. Inhaber Luc Wolff serviert die besten Weine aus seiner Heimat und renommierten Weinregionen wie dem Elsass, Lothringen und der Pfalz.

Fast vergessen wir, dass wir ja noch den Nachhauseweg antreten müssen, weil sich dieses Gefühl von Zuhause-Sein schon längst eingestellt hat. Hier kommen wir bald wieder her!

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Unbedingt probieren: Pasteten-Vorspeisenteller (Assiette) und das Brioche Gratin. Die Vorspeisen sind der Knaller, und die einzelnen Komponenten des Menüs bauen sehr harmonisch aufeinander auf.

Veggie: Auch der vegetarische Gaumen wird hier mit außergewöhnlichen Komponenten überrascht. Für Veganer wird es schon etwas schwieriger, hin und wieder können die Speisen angepasst werden, aber wer das harmonische Gesamterlebnis nicht verpassen will, sollte hier zumindest auf die Veggie-Variante setzen.

Besonderheit des Ladens: die herzliche Atmosphäre (feels like home!)

Mit wem gehst du hin: perfekt, wenn deine Eltern zu Besuch sind. Aber auch ideal, wenn du mit einer Gruppe Freunden einen ausgelassenen Abend planst.

Preise: Das 3-Gang-Menü (Zwei Vorspeisen und ein Hauptgang oder die klassische Variante Vor-, Haupt-, und Nachspeise) kostet zwischen 37,50 bis 39,50 Euro. Vorspeisen rangieren zwischen 8 und 12 Euro, und Desserts gibt es für 6 und 9 Euro.

Feinkost, Bistro und Restaurant De Maufel | Leonhardtstraße 13, 14057 Berlin | Montag–Freitag: 12–0 Uhr | Samstag: 10–0 Uhr | Mehr Infos

Wir wurden von dem Restaurant eingeladen, das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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