Den ganzen Tag frühstücken in der Kaffee.Bar in Prenzlauer Berg

© Daliah Hoffmann

Ihr seid genervt von kleinen, überfüllten Cafés, in denen die Tische so eng gestellt sind, dass man nicht aufstehen kann, ohne dabei mit dem Hintern die Glasflasche am Nachbartisch zum Wackeln zu bringen? Und in denen man mit vier Personen schon kaum einen Tisch bekommt? Zur gleichen Zeit liebt ihr es aber, am Wochenende auszuschlafen und mit Freunden lecker frühstücken zu gehen? Dann werdet ihr die Kaffee.Bar in Prenzlauer Berg lieben. Das Eckcafé von Kati bietet nicht nur leckere Frühstückskreationen und hausgemachte Kuchen an, sondern auch reichlich Platz. "Einmal standen hier sechs Kinderwagen im Café und niemand hat sich eingeengt gefühlt", sagt Kati.

Ich bin unter der Woche zum Frühstück in der Kaffee.Bar verabredet. Einige der Tische sind bereits besetzt. Es wird gefrühstückt, Espresso getrunken und Zeitung gelesen oder am Laptop gearbeitet. Ich setzte mich an einer der Marmortische im vorderen Bereich. Von hier hat man einen tollen Blick ins Café und bekommt etwas Sonne ab.

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Die Frühstückskarte ist in sechs Kategorien unterteilt: Süßes, Croissants, Brotzeit, Grünes, Herzhaftes – und das alles bis in den Abend. Frühstück gibt es unter der Woche bis 15 Uhr, am Wochenende bis 16 Uhr. Wer danach noch was essen will, bekommt Suppe, das Käsebrett sowie die Sandwiches und Kuchen aus der Vitrine. Jetzt aber erstmal zurück zum Frühstück. Mein Appetit und Hunger sind ziemlich groß, deshalb stehen kurz nach dem Bestellen noch Cappuccino, Smoothiebowl mit Granola, Dinkel-Quinoa-Croissant, Avocadobrot, Lachs-Salat-Stulle mit Gemüse und pochierten Eiern auf dem Programm. Es folgen noch ein French Toast mit Mascarpone, Fruchtkompott und Ahornsirupbutter auf meinen Tisch. Ich sage euch, ein Schmaus für Augen und Bauch.

Es überrascht mich immer noch, dass vegane Croissants auch gut schmecken können. Außen knusprig, innen schön weich und fluffig. Pluspunkte gibt's dafür, dass alles mit Dinkelmehl gebacken wurde, das vertrage ich viel besser als Weizen. Die Unverträglichkeit hat mich beim French Toast allerdings nicht wirklich davon abgehalten, trotzdem mehr als die Hälfte zu essen. Man muss auch Opfer bringen, vor allem wenn es um in Milch und Butter gebratenes Brioche geht. Die Ahornsirupbutter schmeckt wirklich köstlich. Am liebsten hätte ich davon ein großes Weckglas zum Mitnehmen.

Wer morgens zwar süß, aber nicht so mächtig und kalorienreich in den Tag starten will, sollte die Smoothie Bowl bestellen. Sie ist leicht und cremig, mit Banane, Reismilch, Kokosjoghurt, geröstetem Hafer und Obst garniert. "Am liebsten esse ich das getoastete Brot mit Avocado mit pochierten Bio-Eiern", sagt Kati. Avo-Brot geht wirklich immer. Meins kommt ganz simpel mit etwas Öl, Salz & Pfeffer sowie Sprossen daher. Relativ neu auf der Karte ist die Stulle mit Lachs und Salat. Die hat sich aber nur fürs Foto auf meinen Tisch geschlichen und ist dann wieder zurück in die Küche gewandert und wurde da verputzt. Das Menü wird saisonal angepasst. Im Winter gab's Brot mit Grünkohl und pochiertem Ei, French Toast mit Zimt, und Gnocchi mit Kürbis.

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Kati arbeitet seit über fünf Jahren in der Gastro und hat eigentlich alles mitgemacht: Café-, Restaurant- und Barbetrieb, sowohl im Service als auch im Management. Der Traum, ein eigenes Cafés zu eröffnen, begleitet sie seither. Gemeinsam mit ihrem Partner, der bereits die Kaffee.Bar am Ostkreuz betreibt, hat sie dann im Mai vergangene Jahres mit dem Eckladen die perfekte Location gefunden. "Man kann es immer versuchen, aber der richtige Laden kommt immer durch Zufall zu dir", erklärt Kati die lange Wartezeit. Dass die Kaffee.Bar hier hingehört beweisen auch die vielen Stammstunden, die es bereits seit der Eröffnung gibt. "Einige kommen mehrmals die Woche her und verbringen fast den ganzen Tag hier".

Dass das Café gut ankommt, liegt zum einen an der tollen Location und dem Service, aber vor allem natürlich an dem leckeren Essen. Köchin Lena ist fast seit Tag Eins mit dabei, hat reichlich Erfahrungen in Konditoreien gesammelt und unter anderem im Sternerestaurant einsunternull gearbeitet. Für Kati ist es wichtig, dass die Aufgaben innerhalb des Teams gut aufgeteilt sind. "Unsere Baristi machen nur Kaffee, weil sie das am besten können. In anderen Cafés kommt es oft vor, dass alle ein bisschen von allem machen. Wir schauen, wo die Stärken liegen und wollen unsere Mitarbeiter*innen nicht ins kalte Wasser werfen".

Der Mix aus gutem Essen, aufmerksamen Service und einer schönen Location machen die Kaffee.Bar zu einer tollen Adresse in Prenzlauer Berg. Falls ihr also am Wochenende mit euren Freunden frühstücken gehen wollt, aber noch nicht wisst wohin mit einer größeren Gruppe, dann schaut doch in Katis Café vorbei. Und bringt Hunger mit – die Kuchen sehen auch gut aus.

© Daliah Hoffmann

Unbedingt probieren: den French Toast.

Veggie: Smoothie Bowl, Bircher Müsli, Quinoa-Dinkel Croissant und zwei der belegten Brote (Avocado & Sprossen und Kokoscreme mit Feige, Agavendicksaft und Sonnenblumenkernen) sind vegan.

Besonderheit des Ladens: Das Café ist schön groß. Selbst mit größeren Gruppen findet man hier am Wochenende einen Platz.

Mit wem gehst du hin: Mit Freunden, Eltern oder Partnern, die sich immer über die zu engen und vollen Cafés beschweren. Außerdem mit Frühstücksfans.

Für Fans vom: Venue & Distrikt Coffee.

Preise: Das Frühstück kostet zwischen 5 und 11,50 Euro. Croissants gibt's für  1,60 oder 1,90 Euro.

Kaffee.Bar Prenzlauer Berg | Stargarder Straße 55 a, 10437 Berlin | Montag – Freitag: 07.30–19 Uhr, Samstag & Sonntag: 09–19 Uhr | Mehr Info

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