Schon Elfjährige nehmen Ecstasy: Wir müssen dringend reden!

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Wir müssen reden. Und zwar über Drogen. Aber nicht darüber, dass sich Mittzwanziger Hipster im Sisyphos oder Berghain in andere Welten beamen, sondern dass es ihnen jetzt schon Elf- bis Vierzehnjährige gleich tun. Seit einer Weile werden die bunten, lustigen Pillen nämlich vermehrt an Marzahner Schulen verkauft – an Minderjährige. Jugendstadtrat Gordon Lemm reagiert alarmiert. Mitschüler*innen sollen die Schulen darauf aufmerksam gemacht haben, diese informierten die Eltern der betroffenen Schüler*innen, die Polizei ermittelt bereits.

Zudem berichtet Stadtrat Lemm, dass die Pillen auf dem Schulhof bereits für drei Euro, einige sogar schon für 1,50 Euro verkauft wurden. "Das sind Kampfpreise – da versucht jemand, sich eine Zielgruppe zu organisieren", vermutet Lemm. Aus anderen Bezirken sei das Problem nicht bekannt, berichtet Berlins Drogenbeauftragte Christine Köhler-Azara.

Das Problem ist aber nicht nur die unbestreitbare Tatsache, dass elfjährige Kinder auf gar keinen Fall auch nur irgendwie in Berührung mit chemischen Substanzen kommen sollten (das ist vermutlich jedem klar), sondern dass die Ecstasy-Pillen immer stärker dosiert und immer billiger werden und somit noch unberechenbarer und gefährlicher werden. Gut also, dass Stadtrat Lemm öffentlich Eltern und Schulen informiert und sie dazu auffordert, sich mit den Schüler*innen über Drogen zu unterhalten, denn der einzig richtige Schritt in Richtung Drogen- und Suchtprävention für Lemm ist die "Aufklärung". Und wenn man sich überlegt, dass Elf- bis Vierzehnjährige diese Pillen nehmen, sollte Berlin ganz dringend an der Aufklärung arbeiten.

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