Danach sind Berliner*innen wirklich süchtig

© Marit Blossey

Berlin im Sommer, das läutet für viele die Freiluftsaison ein: draußen grillen, draußen chillen und draußen das Feierabendbier genießen, denn das, seien wir doch mal ehrlich, schmeckt nun mal am allerbesten im Freien, am Wasser und beim Sonnenuntergang. Und damit wir unser Bierchen gemeinsam mit Freund*innen trinken können, schreiben wir auch gerne mal schon mittags, um uns zu verabreden. Aber wieso muss es denn eigentlich immer das Bier, der Cidre oder die Weinschorle sein? Kann es nicht auch die Apfelschorle sein, die wir gemeinsam beim Sonnenuntergang schlürfen? Oder ist es überhaupt nicht so schlimm, abends mal ein Bierchen zu zischen?

Die DAK hat auch in diesem Jahr eine repräsentative Studie zum Gesundheitsreport in Auftrag gegeben und ist zu ziemlich erschreckenden Ergebnissen gekommen: Jede*r zehnte Arbeitnehmer*in hat einen riskanten Alkoholkonsum, das sind in Berlin hochgerechnet rund 178.000 Menschen, deutschlandweit knapp vier Millionen. Aber ab wann spricht man eigentlich von riskantem Alkoholkonsum? Wann ist es Genuss, wann Gewohnheit und wann befinden wir uns bereits in einer Sucht?

Aber was ist überhaupt riskanter Alkoholkonsum?

Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir wollen eine breite und offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?
Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit Andreas Storm

Laut der DAK wird als riskanter Alkoholkonsum bei Männern ein Konsum von mehr als zwei 0,3 Liter-Gläser Bier pro Tag, bei Frauen bereits ein 0,3 Liter-Glas Bier täglich bezeichnet – jeden Abend ein Gösser am Kanal kann also durchaus schon bedenklich sein. Besonders betroffen sind junge Erwerbstätige, denn bei den 18 bis 29-Jährigen ist es sogar jede*r Sechste*, der*die an einem Alkoholproblem leidet. Laut Studie geben die Betroffenen an, dass sie wegen ihres Trinkverhaltens häufiger schon zu spät zur Arbeit kamen, früher gegangen sind oder unkonzentrierter waren.

Bedenklicher als der Alkoholkonsum ist aber nicht nur das Rauchen – laut Studie ist jede*r vierte Arbeitnehmer*in abhängig von Zigaretten –, sondern auch das Gaming. Immerhin 60 Prozent der Befragten geben an, sich regelmäßig mit Computerspielen auseinanderzusetzen und knapp 10 Prozent zeigen Suchtsymptome.

Die DAK fordert deswegen ein umfassendes Werbeverbot für Tabak und E-Zigaretten, sie startet außerdem ein neues Präventionsangebot bei Alkoholproblemen und will generell für Suchterkrankungen sensibilisieren.

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