Time to say Goodbye: Steht das Clärchen's Ballhaus vor dem Aus?

© Marit Blossey

Das Clärchen's ist der Fels in der Brandung, wenn es um Gentrifizierung in Mitte geht. Denn egal, wie viele neue Häuser gebaut, Altbauten saniert und alteingesessene Läden wegrationalisiert wurden, das Clärchen's blieb. Und das mit gutem Recht, denn das legendäre Tanzlokal in der Auguststraße gehört zu Berlin, nun ja, wie der Fernsehturm. Doch all das könnte bald zu Ende sein, denn wie der Betreiber Christian Schulz am Mittwochabend dem rbb bestätigte, habe der neue Investor, der vor rund einem halben Jahr die Immobilie gekauft hat, den Mietvertrag für das Clärchen's bereits zum Jahresende gekündigt haben. Wie es dann weitergeht, ist noch ungewiss. Einigen Mitarbeiter*innen sollen allerdings bei einer Vollversammlung mündliche Kündigungen erhalten haben. Das klingt nicht gerade nach einem Fortbestehen nach dem Auslaufen des Mietvertrages.

Dem Tagesspiegel gegenüber zeigt sich Betreiber Christian Schulz allerdings überraschend positiv. Der neue Immobilienbesitzer sei ein Mensch der Kultur, nach so vielen Jahren des Betriebs könne eine Renovierung nicht schaden. Ausgemacht sei zwar noch nicht, ob das Clärchen's nach den vermutlichen Sanierungsarbeiten zum Jahreswechsel wieder einziehen darf, Schulz wolle dem Ganzen aber etwas Zeit geben. Wir müssen unsere Tränchen jetzt auf jeden Fall erstmal ein bisschen runterschlucken und hoffen, dass dem Clärchen's nicht ein ähnliches Schicksal droht, wie so vielen anderen Institutionen in Berlin.

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